Die ansteckende Bauchfellentzündung ist eine Gefahr für Katzen

12-08-2008  
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Vor der Viruserkrankung FIP kann eine Impfung schützen.  Foto: dpa

MICHAEL PIRRON In den vergangenen Jahren hat sich die Katzenkrankheit FIP stark verbreitet. FIP ist die Abkürzung für Feline Infektiöse Peritonitis, was übersetzt ansteckende Bauchfellentzündung bedeutet. Der Erreger ist ein Coronavirus, das äußerst widerstandsfähig ist und außerhalb der Katze über viele Monate hinweg überleben und damit infektiös bleiben kann. Das Virus verbreitet sich sehr schnell, die Infektionswege sind teilweise noch nicht bekannt, sicher ist jedoch eine Infektion durch die Nase.

FIP kommt in der feuchten und trockenen Form vor, wobei beide auch zusammen auftreten können. Typisches Anzeichen der feuchten Form ist eine Bauchwassersucht. Die betroffene Katze magert ab, der Bauch und gelegentlich die Brusthöhle sind mit Flüssigkeit gefüllt. Ist die Brusthöhle auch betroffen, kommt es zu Atembeschwerden (Atmung mit geöffnetem Mund). Bei dieser Form werden gelegentlich – abgesehen von den Flüssigkeitsansammlungen – keine weiteren Symptome beobachtet, die Katze zeigt zu Beginn ein normales Allgemeinbefinden. In seltenen Fällen kann ein plötzlicher Ausbruch der Krankheit innerhalb von Stunden bis Tagen beobachtet werden, der sich durch Apathie, Futterverweigerung und – als auffälligstes Symptom – mit Atemnot zeigt.

Bei der trockenen Form der FIP treten Entzündungen der inneren Organe, Fieber, Atembeschwerden, Abmagerung, allgemeine Schwäche und eventuell nervöse Beschwerden auf. Nicht jede Katze, die mit dem FIP-Virus in Kontakt gekommen ist, erkrankt sofort daran. Oft sind es das Immunsystem schwächende Faktoren wie andere Erkrankungen und starker Wurmbefall, die das Ausbrechen der Krankheit begünstigen. Die Diagnose der FIP gestaltet sich häufig als schwierig. Während bei der feuchten FIP die Symptome, zum Beispiel der dicke Bauch, recht typisch und durch eine Bauchpunktion verifiziert werden können, sind die Symptome der trockenen FIP sehr unspezifisch. Eine Blutuntersuchung auf Antikörper ist alleine auch nicht aussagekräftig, da es einige andere Coronaviren gibt, die keine oder andere Krankheiten hervorrufen, das Testergebnis aber positiv werden lassen. Nur die Kombination des Antikörpernachweises in Verbindung mit der Untersuchung auf spezifische Bluteiweiße und die klinischen Symptome ergeben ein einigermaßen zuverlässige Diagnose.

Eine Behandlungsmöglichkeit für die FIP gibt es nicht. Wenn die Erkrankung erst einmal ausgebrochen ist, endet sie immer mit dem Tod. Bei einer klaren Diagnose, zum Beispiel bei der Bauchwassersucht, sollte das Tier unbedingt eingeschläfert werden. Jeder Behandlungsversuch ist nur geeignet, das Leiden der Katze zu verlängern.

Gegen FIP kann geimpft werden, der Impfschutz liegt allerdings nur bei etwa 40 Prozent (andere Impfungen wie gegen Tollwut liegen bei über 90 Prozent). Aufgrund dieser Tatsache und den relativ hohen Kosten der Impfung gehört sie noch nicht zum Standardprogramm bei Katzen. Die Impfung wird durch Einträufeln des Impfstoffes in die Nase verabreicht, was sich oft als schwierig erweist. Trotz aller Einschränkungen ist die FIP-Impfung die einzige Möglichkeit, Tiere vor einer Infektion zu bewahren. Darüber hinaus sind eine gute Verpflegung, regelmäßiges Entwurmen und Impfung gegen die anderen Infektionskrankheiten (Leucose, Katzenschnupfen und -seuche) die Voraussetzungen dafür, dass die Katze gesund und widerstandsfähig bleibt.

Der Autor ist Tierarzt in Portals Nous, Tel.: 971-67 76 06, 607-60 70 80.

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