Gefährliches Bauchweh

19-09-2008  
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Koliken können bei Pferden viele Ursachen haben und lebensbedrohlich sein.  Foto: MZ

DR. GORDON SCHIER Wenn Pferde eine Kolik haben, muss in jedem Fall der Tierarzt kommen, sie gründlich untersuchen und behandeln. Als Kolik bezeichnet man heftige krampfartige Schmerzen im Bauchraum, die verschiedene Gründe haben können. Der Tierarzt unterscheidet nach Ursache, Verlauf und Art der Störung. Die Symptome sind vielfältig. Dazu zählen bei Pferden das Scharren mit den Vorderhufen, Fress­unlust, stereo- types Im-Kreis-gehen, Gähnen, ein spontanes Bedürfnis sich niederzulegen und eine flach gestreckte Liegehaltung einzunehmen. Ferner kann es zu dem Versuch des Pferdes kommen, sich in der Box zu wälzen und in eine Rückenlage zu gehen. Manche Tiere schauen wiederholt auf ihre Flanken und sind schweißnass.

Die häufigste Form dieser Erkrankung ist die Krampfkolik. Da das vegetative Nervensystem des Fluchttieres Pferd sehr labil ist, können Wetterumschwünge, Stress, Überanstrengung sowie das Trinken von großen Mengen kalten Wassers solche Koliken auslösen. Ursachen können auch Fütterungsfehler wie die Gabe von Gras, das mit dem Rasenmäher geschnitten wurde, von frischem Brot, Klee und Luzerne sein.

Bei einer sogenannten Gaskolik kommt es zu hingegen zu einer Aufgasung des Darms. Infolgedessen entstehen Schmerzen durch eine Überdehnung des Darmes.Eine solche Kolik kann durch Verstopfung entstehen. Die Symptome sind schleichend und wenig heftig. Die Pferde fressen schlecht und wirken träge. Sie zeigen Kreislaufschwäche und liegen gern in Seitenlage.

Die Kolikform der Dünndarmverdrehung ist besonders dramatisch. Sie setzt oft plötzlich ein, begleitet von großen Schmerzen. Sie ist durch spontanes Hinwerfen und Wälzen sowie durch Laufen mit gekrümmtem Rücken gekennzeichnet. Der Gesamtzustand des Pferdes verschlechtert sich rasch. Betroffen davon sind meist Fohlen.

Frisst ein Pferd in kurzer Zeit eine zu große Menge Futter, kann es zu einer Magenüberladung kommen. Dabei wird die Magenwand stark überdehnt, was auch sehr heftige Schmerzen verursacht. Da Pferde nicht brechen können, muss der Magen durch eine Sonde entleert werden.

Um welche Kolik es sich handelt, kann nur der Tierarzt nach genauer Untersuchung beurteilen. Daher ist es unumgänglich, bei Kolikverdacht einen Tierarzt zu verständigen. Der Pferdebesitzer sollte aber in der Lage sein, die Körpertemperatur des Pferdes sowie die Puls- und Atemfrequenz zu messen. Bis der Tierarzt eintrifft, sollten folgende Maßnahmen getroffen werden: Das Pferd darf nicht fressen. Die Boxeinstreu muss entfernt und durch Sägemehl ersetzt werden. Das Pferd kann langsam im Schritt geführt werden. Es empfiehlt sich auch, das Tier einzudecken. Bei Bedarf kann sich das Pferd in geeigneter Umgebung wälzen. Außer homöopathischen Mitteln wie Bachblüten und eventuell Kreislauftropfen dürfen keine Medikamente verabreicht werden. Eine Diagnose ist nur in Zusammenarbeit aller Beteiligter möglich. Wundermittel oder alte Hausmittel sind fehl am Platz.

Der Autor ist Tierarzt in Colònia de Sant Pere, Tel.: 971-58 93 25,
Notdienst-Tel.: 607-40 59 18.

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