Autofahren mit Hund

25.09.2008 | 17:09
Manche Hunde steigen überhaupt nicht gern ins Auto, ihnen wird beim Fahren schlecht.

Ich erinnere mich noch an die Zeit, als meine kleine Hündin Zoe das Fahren im Auto überhaupt nicht leiden konnte. Ich fuhr damals einen VW-Bus, und während meine beiden anderen Hunde gerne ins Auto sprangen, war es für Zoe schon eine Tortur, überhaupt einzusteigen. Noch bevor wir losfuhren, saß die Kleine im hinteren Bereich des Busses und sah mit zwei sabbernden „Schnürsenkeln", die rechts und links den Fang herunterliefen, erbärmlich aus.

Wenn auch Sie einen Hund besitzen, der das Autofahren stark ablehnt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Hund langsam daran zu gewöhnen und so zu konditionieren, dass er es später kaum erwarten kann, ins Auto zu springen. Bevor Sie das Training hierzu beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass genügend Frischluft im Auto vorhanden ist und der Hund einen sicheren Platz erhält, auf dem er auf gar keinen Fall hin und her geworfen werden kann. Ich empfehle hierfür eine Transportbox, die groß genug sein sollte, dass der Hund darin stehen und sich auch drehen kann.

Wenn Sie mit dem Training beginnen, versuchen Sie es zunächst in sehr kleinen Schritten: Bringen Sie den Hund ins Auto und lassen Sie es geparkt. Ignorieren Sie Ihren Hund für rund zwei Minuten und lassen Sie ihn dann wieder herauskommen, um mit ihm zu spielen oder ihm sein Leckerli zu geben. Üben Sie dies mehrmals über mehrere Tage.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass sich die negative Grundeinstellung Ihres Hundes gegenüber dem Auto verringert hat, beginnen Sie mit dem nächsten Schritt. Hierzu benötigen Sie eine zweite Person. Fahren Sie mit dem Hund nur ein paar Straßen weiter, achten Sie darauf, dass Sie nach Möglichkeit anhalten, bevor Ihrem Hund übel wird. Lassen Sie Ihre Begleitung mit dem Hund – verbunden mit einem kleinen Spaziergang – zurück nach Hause laufen. Ignorieren Sie auf diesen Fahrten jegliches Verhalten des Hundes und machen Sie nicht den Fehler, ihn beruhigen zu wollen. Denn durch die Tatsache, dass Ihr Hund Sie inhaltlich sowieso nicht versteht, denkt dieser, dass er aufgrund der positiven Sprachmelodie, gelobt und damit bestätigt wird in einer Situation, die Sie ja verändern wollen.

Wenn Sie fleißig üben und sich nicht scheuen, solch kleine Fahrten fünfmal täglich durchzuführen, werden Sie schon nach ein paar Tagen sichtbare Erfolge bemerken. Denken Sie aber auch daran, nur sehr vorsichtig die Distanz zu erhöhen, damit Sie sich die vorher erarbeitete, neutrale Grundeinstellung des Hundes nicht wieder zunichte machen.

Mir kam bei meiner Hündin Zoe der glückliche Umstand entgegen, dass wir für eine Woche nach Dänemark fuhren. Dort hatten wir genau die Voraussetzungen für ein gutes Gelingen: Gerade kurze Strecken, die immer zum Strand führten, und somit eine Menge Spaß bedeuteten. Wenn Sie einen Kombi fahren und die Größe der Ladefläche es zulässt, können Sie dort auch mal ein kleines Spiel mit dem Hund beginnen oder ihm sein tägliches Futter dort servieren. Wichtig ist jedenfalls, dass Ihr Hund in diesem Auto nicht nur zum Tierarzt gefahren wird oder er stundenlange Autofahrten – womöglich noch bei schlechter Belüftung – über sich ergehen lassen muss.

Mein Hund liebt es inzwischen, mit mir im Auto zu fahren, egal wie lange es dauert und wohin es geht. Und eines können Sie mir glauben: Das ist bei meinem Fahrstil schon eine reife Leistung.

Die Autorin ist Hundetrainerin auf Mallorca.

Infos zum Training unter Tel.: 648-60 03 30.

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