Kriterien für die Auswahl des passenden Haustieres

17.10.2008 | 14:23
Süß sind sie alle, das allein reicht als Auswahlkriterium nicht.
Süß sind sie alle, das allein reicht als Auswahlkriterium nicht.

Größe, Farbe, Rasse – wer über die Anschaffung eines Hundes oder einer Katze nachdenkt, hat meist genaue Vorstellungen vom Aussehen des zukünftigen Familienmitglieds. Einzig die Frage, ob Weibchen oder Männchen, wird häufig eher zufällig beantwortet, anstatt schon in der Planungsphase berücksichtigt zu werden. Dabei ist dieses Thema für die gesamte Dauer des Zusammenlebens von Bedeutung.

Schon der Wohnort, das Umfeld, liefert Argumente. Lebt der Halter auf dem Land mit vielen Rüden in der Nachbarschaft, würde eine Hündin wenigstens zweimal jährlich viel Stress verursachen, nämlich in der Zeit ihrer Läufigkeit. Wer darauf verzichten möchte, wäre also mit einem männlichen Hund besser bedient. In der Stadt dagegen kann genau dieser mit seiner Markierungswut schon sehr nerven. Wenn er auf dem Weg zum Park alle 15 Meter „Nachrichten liest“ und selbst mit erhobenem Bein welche hinterlässt, kann der Spaziergang für den Halter sehr lästig sein. Suchen ältere Menschen einen Hund, sollten sie berücksichtigen, dass die männlichen Vertreter einer Rasse grundsätzlich größer und stärker werden als die weiblichen, dementsprechend auch mehr Kraft vom Besitzer fordern können.

Auch das Aggressionsverhalten ist unterschiedlich. Bei Rüden kommt es häufiger zu Auseinandersetzungen, da sie grundsätzlich eher die Rangordnung klären wollen und auch gerne spielerisch austesten, wer der Stärkere ist. Diese Kämpfe wirken sehr dramatisch mit lautem Knurren, Staub und Speichel, doch meist verlaufen sie ohne Verletzungen. Der Schwächere gibt nach, bevor er ernsthafte Probleme bekommt. Und der Stärkere akzeptiert die Unterwerfung seines unterlegenen Gegners und lässt ab. Hündinnen geraten seltener mit ihren Artgenossinnen aneinander, das ­Aggressionspotenzial ist in der Regel geringer. Aber wenn sie kämpfen, dann richtig.

Bei Katzen ist das geschlechtsspezifische Verhalten weniger deutlich ausgeprägt – auch wenn Kater eher Spaß am Kampfspiel haben, während die Weibchen eher die Krallen einziehen. Auch ist das Wohn-Umfeld wichtig für die Wahl des Geschlechts. Weibliche Katzen, die mehrmals im Jahr rollig sind, aber die Wohnung nicht verlassen dürfen, können dauerrollig werden, weil der Geschlechtstrieb nicht erfüllt wird. Frei laufende Katzen können der Natur ihren Lauf lassen – mit der Folge, dass sich der Halter auf Nachwuchs einstellen muss – und das sogar zweimal jährlich. In beiden Fällen spricht also vieles für die Kastration. Auch die Verhaltensänderung bei Katern nach der Kastration ist wünschenswert. Sie pinkeln nicht mehr an Möbel und Ecken, um ihr Territorium zu markieren. Bei frei laufenden Katern bleiben die Katerkämpfe um die Weibchen aus. Das erspart den Tieren Verletzungen, die Lebensdauer verlängert sich ohne diese Kämpfe, und die Kater werden anschmiegsamer.

Die Autorin ist Tierheilpraktikerin in der Euro-Tierklinik im Arenal,

Terminvereinbarung unter Tel.: 670-80 88 89.

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