Tierschutzverbände fordern Schließung des Safari Zoo

Nach dem Ausbruch zweier Schimpansen am Montag (4.5.) und der Erschießung des Weibchens schwillt eine Protestwelle an

07.05.2015 | 09:18
Tierschutzverbände fordern Schließung des Safari Zoo

Während die Suche nach dem entlaufenen Schimpansenmännchen Adán bei Sa Sa Coma im Osten von Mallorca am Mittwochmorgen (6.5.) erneut aufgenommen wurde, mehren sich die Forderungen nach einer Schließung des Safari Zoo. Adán und Schimpansenweibchen Eva hatten am Montag (4.5.) die Gitterstäbe ihres Käfigs in dem Tierpark bei Cala Millor aufgebrochen und waren entflohen. Das als aggressiv eingestufte Weibchen war bereits am Montagabend von den Suchtrupps erschossen worden.

Mittlerweile haben mehrere Tierschutzorganisationen, darunter der auf Mallorca ansässige Gob sowie die Vereinigungen AnimaNaturalis und Proyecto Gran Simio (Projekt Großer Affe), die umgehende Schließung des Tierparks gefordert. Der Gob hatte eigenen Angaben zufolge bereits mehrfach auf gravierende Mängel des Safari Zoo in Sachen Tierhaltung hingewiesen, zuletzt nachdem im Jahr 2009 eine Gruppe von Antilopen aus dem Park ausgebrochen war.

Der für Mallorca zuständige AnimaNaturalis-Sprecher Guillermo Amengual bezeichnete die sterilen und unbewachsenen Gehege der Affen als besonders besorgniserregend. Diese Art der Haltung könne bei den Tieren Stress auslösen: "Es ist kein Wunder, dass Adán und Eva versucht haben, aus ihren Käfigen auszubrechen und aggressiv geworden sind. Die Tiere werden in den Zoos im wahrsten Sinne des Wortes verrückt."

Der speziell auf Affen fokussierte Verband Proyecto Gran Simio forderte die Behörden derweil auf, das nach wie vor flüchtige Affenmännchen nicht zu erschießen, sondern Betäubungsgewehre zu verwenden. Nach Angaben des Zoodirektors dagegen kommt eine Betäubung wegen der zu großen Distanz nicht in Frage. Proyecto Gran Simio warf dem Zoo Nachlässigkeit im Umgang mit den Menschenaffen vor, zudem fehle offenbar ein Sicherheitsprotokoll, das eine Flucht der Affen hätte verhindern können.

Der Forderung nach einer Schließung des Parks schloss sich am Dienstag auch der linksnationale Parteienverbund Més an. Laut dem Abgeordneten David Abril sei der Ausbruch der Affen ein Beweis für die schlechten Bedingungen im Safari Zoo. Die balearische Landesregierung müsse dafür sorgen, dass sowohl die lokalen als auch die internationalen Tierschutzbestimmungen und Regelungen für Zoos eingehalten werden.

In den sozialen Netzwerken rufen Tierschützer zudem zu Unterschriften- und Protestaktionen auf. Unter dem Hashtag #SalvemosaAdán setzen sie sich dafür ein, dass der Schimpanse nicht erschossen wird. Auf der Webseite Change.org fordern bereits mehr als 2.600 Personen die Landesregierung zur Schließung des Safari Zoos auf. Per Facebook wird zudem zu einer Protestkundgebung vor dem Safari Zoo aufgerufen, die am kommenden Sonntag (10.5.) um 12 Uhr stattfinden soll.  /lex

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