Ein Jahr Gefängnis für Tierquäler

Der Mann hatte seinen Hund verhungern lassen

02.06.2015 | 10:48
Der unterernährte und völlig entkräftete Hund starb 2013 trotz der Rettungsversuche der Tierärzte.

Ein Strafgericht in Palma de Mallorca hat am Donnerstag (28.5.) einen Hundehalter zu einem Jahr Gefängnisstrafe verurteilt. Der Mann hatte im April 2013 seinen Hund verhungern lassen.

Der Bruder des nun Verurteilten hatte damals Anzeige bei der Polizei erstattet, weil sich im Patio eines Hauses in Palma ein extrem unterernährter und völlig vernachlässigter Hund befand. Die Beamten fanden das Tier völlig abgemagert auf. Es war mit einem so kurzen Strick festgebunden, dass es kaum aufstehen konnte.

Die Polizisten brachten den deshydrierten und entkräfteten Pitbull-Mischling in die Tierauffangstation von Son Reus, wo der Hund trotz der Bemühungen der Tierärzte drei Tage später verendete. Der Halter hatte damals ausgesagt, das Tier habe wegen einer Krankheit seit vier Monaten die Nahrungsaufnahme verweigert, ihm selbst fehle aber das Geld für eine tiermedizinische Behandlung.

Vor Gericht gab der Angeklagte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der schweren Misshandlung von Haustieren am Donnerstag nun zu. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst nur sechs Monate Haft gefordert, doch die als Nebenkläger auftretende Vereinigung balearischer Anwälte für den Tierschutz (Abada) bestand auf die Höchststrafe für Tierquälerei und konnte sich mit ihrer Forderung nach einem Jahr Haft durchsetzen.

Zudem erteilte die Richterin ein befristetes Berufsverbot gegen den Mann: Drei Jahre lang darf er keiner Tätigkeit nachgehen, die mit dem Verkauf oder dem Besitz von Tieren zu tun hat. /lex

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