Mehr als 30 Wale und Delfine stranden jährlich an der Küste

Studie des balearischen Umweltministeriums untersucht Häufigkeit, Ursachen und betroffene Arten

17.08.2015 | 17:07
Fotogalerie: So werden die Delfine gerettet

Jedes Jahr stranden an der Küste von Mallorca sowie den anderen Balearen-Inseln im Schnitt 33,6 verletzte, kranke oder tote Wale und Delfine. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des balearischen Umweltministeriums, in der auf die zunehmende chemische und akustische Verschmutzung der Meere sowie auf die Überfischung als häufigste Ursache verwiesen wird - die Wale seien besonders empfindlich auf die vom Menschen verursachten Änderungen im Ökosystem.

Das Stranden von Walen an der balearischen Küste wird seit dem Jahr 1993 erfasst, wie die Zeitung "El Mundo" berichtet. Seit 1998 wird zudem die Rettung, bzw. Erforschung der Exemplare mit dem Konsortium Cofib koordiniert. In 17 Jahren wurden insgesamt 571 an der balearischen Küste gestrandete Wale registriert.

In der Regel werden Kadaver nicht an die Küste gespült, sondern gehen bereits vorher unter. Die noch lebenden Exemplare verenden häufig an Krankheiten oder Verletzungen, durch Austrocknung oder durch das eigene Körpergewicht, das auf die Lungen drückt. Zum Teil verirren sich aber auch Meeressäuger an die Küste, so wie im Sommer 2014: Mehrere Jungdelfine, die sich ins flache Wasser von Port d'Alcúdia verirrt hatten, mussten wieder im offenen Meer ausgesetzt werden.

Bei den an der Küste gestrandeten Exemplaren wurden acht Spezies unterschieden:
- Blau-Weißer Delfin/ Streifendelfin (Stenella coeruleoalba, 264 Exemplare)
- Großer Tümmler (Tursiops truncatus, 134)
- Rundkopfdelfin (Grampus griseus, 28)
- Pottwal (Physeter macrocephalus, 20)
- Grindwal (Globicephala melas, 13)
- Finnwal (Balaenoptera physalus, 9)
- Gemeiner Delfin (Delphinus delphis, 6)
- Cuvier-Schnabelwal (Ziphius cavirostris, 5)

Weitere 92 Wale und Delfine konnten nicht identifiziert werden. Die meisten Exemplare wurden an den Küsten im Südosten und im Nordosten in der Zeit von Januar bis April angeschwemmt.  /ff

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