Echte und falsche Inselschlangen

Fünf Arten gibt es auf Mallorca, keine ist gefährlich, nur zwei gelten als heimisch und eine steht unter Schutz

18.09.2015 | 11:52

Wenn es vor der Tür oder gar im Haus zischt, ist der Schreck oft groß. Aber: „Auf der Insel gibt es keine gefährlichen oder giftigen Schlangen", sagt Lluís Parpal, Leiter des Cofib, der mit Wildtieren betrauten Behörde. Er weiß, dass viele Menschen Angst bekommen, wenn sie einer Schlange begegnen. „Sie flößen Respekt ein, weil sie uns nicht vertraut sind, aber es gibt ­keinen Grund, in Alarmstimmung zu verfallen." Anfassen sollte man die Tiere nicht. „Dann verteidigen sie sich."

Vier Arten schlängeln sich häufiger über die Insel. Alle wurden über die Jahre eingeschleppt. Die Vipernnatter und die Kapuzennatter schon vor so langer Zeit, dass sie als heimisch gelten. Die Kapuzennatter steht auf der Liste der bedrohten Arten und darf nicht getötet werden.

Die Hufeisennatter und die Treppennatter kamen dagegen erst vor zehn bis 15 Jahren nach Mallorca. „Zu dieser Zeit haben viele Hausbesitzer Olivenbäume aus Andalusien gekauft, in denen die Schlangen entweder noch als Eier oder zum Überwintern versteckt waren", sagt Parpal. Eine fünfte Art, die Eidechsennatter, rangiert unter ferner liefen: Von ihr wurden bislang nur drei bis vier Exemplare gesichtet.

Die für Inselbewohner auffälligste Art ist die Hufeisennatter. Aus einem ganz einfachen Grund: Sie ist Spezialistin in der Jagd auf Mäuse und Ratten. Diese wiederum leben nun einmal besonders häufig in der Nähe von Menschen und haben dann die Schlangen im Schlepptau.

Wer die Schlangen nicht in seinem Garten möchte, sollte Cofib benachrichtigen. Parpal empfiehlt, das Tier in einem Raum oder unter einem Eimer einzuschließen – als Hilfsmittel eigne sich zum Beispiel ein Besen. Idealerweise macht man dann auch noch ein Foto von der Schlange und schickt es per Mail oder Whatsapp an die Notrufnummer 112 oder die Cofib-Bereitschsaftsnummer. Die Mitarbeiter holen die Schlange dann ab. „Wir können aber nur helfen, wenn die Tiere irgendwo eingeschlossen sind. Im Garten verschwinden sie zu schnell wieder, als das wir helfen könnten", sagt Lluís Parpal.

Cofib-Notruf: Tel.: 607-55 40 55, E-Mail: crcofib@gmail.com

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