Rettet das Bienen-Museum von Llubí!

Die Gemeinde setzt Bernat Lliteras und seine kuriose Imkerei-Sammlung auf die Straße

16.02.2016 | 17:22
Bernat Lliteras sucht nach einem Ausweg.

Es war einmal ein Imker namens Bernat Lliteras. Der hatte zwar immer weniger Bienen, aber immer mehr kuriose Imkerei-Utensilien, darunter Bienenstöcke aus dem Senegal und eine originalgetreu nachgebaute Schutzbrille aus dem Jahr 1617. Vor etwa 15 Jahren fand der ­Mallorquiner im Örtchen Llubí endlich einen Austellungsort für seine gut 200 Sammlerstücke. Die Gemeinde, in der auch alljährlich die Honigmesse stattfindet, hatte ihm die etwas zu kleine und recht feuchte alte Mühle überlassen – aber besser als nichts, dachte sich Lliteras, und freute sich über das Entgegenkommen. Immer wenn sich fortan Besucher telefonisch bei ihm anmeldeten, setzte sich der 72-Jährige ins Auto, fuhr die rund 40 Kilometer von Palma nach Llubí und führte die Gäste durch sein – zugegebenermaßen etwas verstaubtes und muffeliges – Kleinod. Neugierige Urlauberfamilien aus Dänemark sollen ebenso darunter gewesen sein wie eingefleischte Imkerei-Fans vom Festland.

Nun droht dem Museum das Aus. Am 18. Januar flatterte Lliteras ein Schreiben der Gemeinde Llubí ins Haus: die Kündigung. In zwei Monaten müsse er die Mühle räumen. Gründe wurden nicht genannt – und sind auch nach mehrmaligem Nachfragen im Rathaus nicht in Erfahrung zu bringen. Dass der Regierungswechsel nach den Kommunalwahlen schuld ist, glaubt Lliteras nicht – und tatsächlich ist es nur schwer vorstellbar, dass die neue Bürgermeisterin von der Öko-Regionalisten-Partei Més weniger bienen- und imkerfreundlich ist als ihr PP-Vorgänger. „Ich mache mir da nicht viel draus", sagt der Museums­chef. „Das ist eben ein verrücktes Hobby von mir, das mich vermutlich bis ins Grab verfolgt." Und so sei er nach Öffnen des Kündigungsbriefs gleich noch nach Esporles gefahren, um neues Ausstellungsmaterial abzuholen, das die Besitzer sonst weggeworfen hätten.

Dass die Sache mit der Mühle in Llubí keine Dauerlösung ist, war Lliteras seit Längerem klar. Neben verschiedenen inselansässigen Stiftungen, die sich dem Denkmalschutz und der Brauchtumspflege verschrieben haben, hat er seine Sammlung deshalb auch schon dem deutschen Unternehmer Michael Popp angeboten. Der Bionorica-Geschäftsführer hat vor ein paar Jahren das Landgut Sa Canova bei Sa Pobla gekauft, wo nicht nur Heilpflanzen angebaut, sondern auch Schulkinder mit heimischen Landwirtschaftsprodukten vertraut gemacht werden. „Da würde mein Museum doch wunderbar hinpassen", ist der Imker überzeugt. Eine von Popps Mitarbeiterinnen habe ihm auch umgehend größtes Interesse bekundet und ein Treffen mit dem Chef versprochen – das dann jedoch platzte. Seitdem habe er nichts mehr von ihm gehört.

Auf dem Festland gäbe es Interessenten, Privatleute wie Gemeinden, die seine Sammlung kaufen würden, erzählt Lliteras. „Aber die haben keine Ahnung, was das kostet, und dann käme noch der Transport hinzu." Sollte sich kein Abnehmer auf der Insel finden, droht dem Großteil der Sammlung ein anderes Schicksal. „Das meiste wird wohl im Müll landen, denn unter meinem Bett hat es leider keinen Platz."

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