Polemik um ausgestopften Bombenschnüffler

Polizeihund Ajax verhinderte 2009 ein Blutbad auf Mallorca. Jetzt steht er starr im Museum der Guardia Civil in Madrid

22.04.2016 | 10:41
Ajax ausgestopft im Guardia-Civil-Museum in Madrid.

Polizeihund Ajax, der im Sommer 2009 in Palmanova im Südwesten von Mallorca eine Autobombe entdeckte, ist nun ausgestopft im Museum der Guardia Civil in Madrid zu bestaunen. Das teilte die Museumsleitung am Mittwoch (20.4.) mit und löste damit einen Proteststurm unter den Bewunderern des in Spanien sehr bekannten Hundes aus.

Der Schäferhund war zusammen mit seinem Herrchen, Seargent Juan Carlos Alabarces, berühmt geworden, als er am 30. Juli 2009 nach der Explosion einer Autobombe der Terrororganisation ETA in Palmanova einen zweiten Sprengsatz erschnüffelte. Dieser konnte daraufhin entschärft werden. Die erste Bombe hatte unmittelbar zuvor zwei Beamte der Guardia Civil getötet.

Ajax erhielt für seine Heldentat die höchsten Ehren, die einem Hund zuteil werden können: Er wurde zum Schutz der königlichen Familie und des Regierungssitzes in Madrid eingesetzt. 2011 zeichnete der damalige spanische Premier José Luis Rodríguez Zapatero den Schäferhund für seine Dienste aus. 2012 durfte Ajax in den Ruhestand treten, den er in einem vom Würzburger Daniel Weigend geleiteten Wolfsreservat verbrachte.

2013 verlieh ihm die internationale Vereinigung People's Dispensary for Sick Animals die Goldmedaille. Daraufhin empfing ihn der damalige König Juan Carlos I. höchstpersönlich. Nach seinem Tod erhielt er auf dem bekannten Tierfriedhof in Ilford (London) eine Ehrenplakette.

Der Leichnam wurde jedoch nicht auf dem Friedhof beigesetzt. Seargent Alabarces ließ die Tierleiche ausstopfen und übergab sie zusammen mit allen Orden und Urkunden dem Museum der Guardia Civil in Madrid, wo er am Mittwoch ausgestellt wurde.

Gleich nach Veröffentlichung der Nachricht per Twitter hagelte es in dem sozialen Netzwerk Kritik: "Ein großartiger Hund, aber konnte man ihn nicht in Frieden ruhen lassen? Das ist kein würdiger Tod", kritisiert ein Twitter-Nutzer. "Geschmacklos" oder "eine Skulptur wäre besser gewesen", kommentieren andere User. Innerhalb von wenigen Stunden hagelte es hunderte von Protest-Tweets. Resigniert stellt ein Twitterer fest: "Was kann man von einem Land anderes erwarten, in dem zu Nationalfeiertagen Stiere gequält werden?"  /tg

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