Verletzte und Proteste bei letztem Stiertreiben in Fornalutx

Beim traditionellen "correbou" wurde einer der Teilnehmer vom 450-Kilo schweren Stier gegen die Wand gedrückt

03.09.2016 | 07:57
Verletzte und Proteste bei letztem Stiertreiben in Fornalutx
Fotogalerie: Verletzte und Proteste bei Stierhatz in Fornalutx

Beim traditionellen Stiertreiben in Fornalutx hat es am Freitagmorgen (2.9.) zwei Verletzte gegeben. Der 450 Kilo schwere Stier erwischte einen der Teilnehmer und drückte ihn mehrere Male gegen eine Wand. Der junge Mann konnte dabei den Hörnern ausweichen und kam mit einer ausgerenkten Schulter und einem großen Schrecken davon. Ein zweiter Teilnehmer verletzte sich beim Aufstellen der Holzwände am Ende des Stierlaufes an der Hand.

Den Stier mit Namen "Ordenanzo" erwartete am Ende der Veranstaltung ein Transporter, der ihn zum Schlachthof nach Palma fuhr. Das Fleisch des Tieres wird während der Patronatsfeiern unter den Bürgern aufgeteilt.

Der seit 1882 jährlich veranstaltete "correbou" fand in diesem Jahr vermutlich das letzte Mal satt, da eine geplante Reform des Tierschutzgesetzes solche Veranstaltungen in Zukunft verbieten soll. Tierschützer versuchten im Vorfeld den Stierlauf zu blockieren. Die Polizei musste deshalb mehrere Protestanten abführen.

Der Streit um die Tradition war in diesem Jahr stärker als gewohnt entbrannt, da es zunächst hieß, das neue Tierschutzgesetz würde die Veranstaltung noch in diesem Jahr verbieten. Innere Uneinigkeit in der balearischen Regierungskoalition führte zu einer Verzögerung der Reform, sodass die bekannteste Attraktion der Patronatsfeiern des Dorfes noch ein vermutlich letztes Mal stattfand. /tg

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