Mallorca-Flüge: Billigflug-Portale sind selten billig

Beim Online-Kauf von Flugtickets entstehen oft im letzten Buchungsschritt hohe Kosten. Falk Murko hat die Angebote für die Stiftung Warentest analysiert

28.08.2014 | 02:30
Wer direkt bei den Fluggesellschaften bucht, geht auf Nummer sicher
Wer direkt bei den Fluggesellschaften bucht, geht auf Nummer sicher

Falk Murko vergleicht für die Stiftung Warentest regelmäßig Preise und Dienstleistungen von Fluggesellschaften. In der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „test" analysiert er die häufig betrügerischen Methoden vieler Online-Reisebüros. Diese preisen Flüge häufig sehr billig an, doch während des Buchungsprozesses klettert der Preis dann durch nicht nachvollziehbare Aufschläge und Servicepauschalen nicht selten auf das Doppelte. Im Gespräch mit der MZ verrät er, worauf die Kunden bei der Online-Buchung achten sollten.

Über welche Webseite kaufen Sie Ihre Flüge?
In der Regel direkt auf der Webseite der Fluglinie. Denn da gibt es meistens die Möglichkeit, den Flug auch für den Preis zu kaufen, der nach Eingabe der entsprechenden Wunschkriterien angezeigt wird. Außerdem schließe ich so einen Zwischenhändler aus und kaufe direkt beim Anbieter, der im Falle eine Reklamation ja auch mein Ansprechpartner wäre.

Aber findet man über Online-Reisebüros wie Opodo, Fluege.de oder eDreams nicht viel billigere Angebote?
Der Schein trügt. Viele Online-­Reisebüros zeigen die Flüge zunächst billiger an. Das liegt auch daran, dass sie bei den Preisvergleichsportalen wie Swoodoo oder Check24 dann auf den obersten Plätzen erscheinen. Aber im Laufe des Buchungsprozesses kommen dann saftige Aufschläge dazu.

Ist das nicht verboten?
Doch. Viele Portale wurden auch schon oft abgemahnt. Aber anscheinend sind die Mahngebühren ein Klacks im Vergleich zu dem, was sie mit den betrügerischen Praktiken verdienen können. Anscheinend gibt es sehr viele Kunden, die nach der Eingabe von so vielen Daten zwar genervt sind, wenn der Flugpreis immer teurer wird, aber am Ende doch kaufen, weil sie keine Lust haben, auf einer anderen Webseite noch einmal von vorne anzufangen.

In Ihrer aktuellen Zusammenfassung für die Zeitschrit „test" unterscheiden Sie strikt zwischen Online-Reisebüros und Preisvergleichsportalen für Flüge, also sogenannten Meta-Suchmaschinen. Kann man das immer so eindeutig unterscheiden?
Bislang ließ sich das ziemlich klar trennen. Die Preisvergleichsportale vergleichen in der Regel wirklich nur die Preise. Wer auf den Link geht, um den Flug zu buchen, wird an die entsprechende Fluggesellschaft oder das Online-Reisebüro weitergeleitet, wo der Kunde dann den Flug kauft. Die Betreiber des Vergleichsportals erhalten dafür dann eine Provision.

Aber die Trennlinie verwischt ...
Das Vergleichsportal Check24 verkauft die Flüge inzwischen auch selbst, wird also damit gleichzeitig auch zum Online-Reisebüro.

Was halten Sie davon, in ein herkömmliches Reisebüro zu gehen, wo man noch mit Menschen aus Fleisch und Blut spricht?
Das ist auf jeden Fall eine Alternative. Und das muss auch nicht unbedingt teurer sein. Jedenfalls hat man einen direkten Ansprechpartner und wahrscheinlich eine gute Beratung.

Es gibt ja auch die Vielflieger-Programme von einzelnen Fluglinien. Lohnt es sich nicht vielleicht eher, immer dieselbe Airline zu benutzen, um so Rabatte zu bekommen?
Die Preise sind hier sehr schwer miteinander zu vergleichen. Aus meiner Erfahrung lohnen sich die Vielfliegerprogramme eher für diejenigen, die beruflich sehr viel fliegen müssen und die Prämien dann womöglich privat nutzen können. Denn mit den Bonuspunkten kann man häufig nur Flüge und Produkte kaufen, die an sich eher überteuert sind.

Es wird immer wieder behauptet, dass die Flüge teurer werden, wenn man sich häufiger von demselben Computer dieselben Flüge heraussucht.
Im Moment halte ich das eher für eine Verschwörungstheorie, wobei ich das noch nicht genau untersucht habe. Das würde jedenfalls an Betrug grenzen. Aber natürlich gibt es immer nur ein kleines Kontingent an besonders billigen Tickets. Je später man bucht, desto teurer wird es in der Regel. Lastminute-Angebote, die kurz vor Abreise nochmal billiger werden, gelten ja meist nur für Pauschalreisen.

Wie viel früher sollte man seinen Flug denn vorher buchen?
Bei Fluglinien wie Lufthansa gilt meist die Devise, je früher man bucht, desto billiger wird es, weil die Kontingente für billige Plätze schnell ausgebucht sind. Auch bei Billigfluglinien lohnt es sich, frühzeitig zu buchen. Allerdings sollte es auch nicht unbedingt zu früh sein. Zwei bis drei Monate im Voraus sind eine gute Zeitspanne für Billigflüge.

Testergebnis: Große Unterschiede

EU-Verordnung 10008/2008 schreibt vor, dass „der zu zahlende Endpreis stets auszuweisen ist". Auch die Kosten für die Bezahlung mit gängigen Kreditkarten und sonstige von den Online-Portalen erhobenen Bearbeitungsgebühren müssten dementsprechend von Anfang an auf der Website angezeigt werden. Allerdings wird diese EU-Verordnung von Online-Reisebüros selten befolgt.

Im Vergleich von Stiftung Warentest schnitten die Online-Reisebüros Airfastticket.de und Lastminute.de besonders gut ab. Für die Bezahlung mit üblichen Kreditkarten verlangen sie zum Beispiel keine Zusatzgebühren. Stark kritisiert werden hingegen die Reisebüro-Portale wie Fluege.de, BravoFly, eDreams und Opodo. Hier kommen neben den Service-Pauschalen noch hohe Kosten für die Bezahlung mit einer üblichen Kreditkarte, wie Mastercard und Visa, hinzu. „Dasselbe Prinzip verfolgen Expedia.de und ­Seat24.de, nur sind die Gebühren hier nicht ganz so hoch", heißt es bei Stiftung Warentest.

Die besonders verbreiteten Preisvergleichsportale Swoodoo, Billigflieger.de und Momondo.com listen in der Regel Flüge an erster Stelle, die im Buchungsprozess anschließend noch teurer werden. Es entsteht der Anschein, dass hier Reisebüros nach oben rutschen, die den Vergleichsportalen die höhere Provision zahlen. Besser schnitten die Meta-Suchmaschinen Google.de/flights und flug.idalo.de ab.

Bei Swoodoo hat der Nutzer die Möglichkeit, das Bezahlverfahren und die Anzahl der Gepäckstücke vor der Suche einzugeben. Auf diese Weise werden die Preise der Suchergebnisse realistischer. Diese Filter werden aber von den wenigsten entdeckt. Außerdem monierte die Zeitschrift „test", dass sich die Werbeangebote der Seite kaum von den Suchergebnissen abheben.

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