Kostenlose App: Wie heißt dieser Baum noch gleich?

Mit "Arbolapp" lassen sich die Wildbäume der Insel identifizieren. Das ist nicht immer ganz einfach, aber auf jeden Fall lehrreich

21.02.2015 | 13:26

Ein Erdbeerbaum ist leicht zu bestimmen. Er trägt ganzjährig Früchte oder Blüten, die sich ähnlich sehen. Jeder kennt ihn, ebenso wie Steineichen und Kiefern. Doch es gibt auf der Insel noch mehr wildwachsende Bäume, und häufig rätselt man, wie sie wohl heißen.

Das könnte sich jetzt ändern, denn die Handy-Applikation „Arbolapp" soll bei der Bestimmung von Bäumen helfen, die wild auf den Balearen und der iberischen Halbinsel wachsen. Das Herunterladen der App für Handys (Android und iOS, 44,2 MB) ist kostenlos, sie steht in spanischer und englischer Sprache zur Verfügung. Einmal auf dem Handy können die botanischen Informationen offline abgerufen werden, eine womöglich kostenpflichtige Internetverbindung ist also nicht mehr notwendig.

So einfach wie „Shazam", eine App, die sekundenschnell eine Melodie erkennt, die bereits elektronisch gespeichert worden ist, machen es einem die Bäume allerdings nicht. Man könnte zwar ihre Standorte mit GPS-Koordinaten erfassen, daran arbeiten Wissenschaftler für einen Orchideen-Atlas der Balearen, eines Tages wird man diese Pflanzen damit orten können. Für Bäume gibt es das noch nicht, und es wären wohl auch viel zu viele.

Die neue App bietet eher klassisches Lehrmaterial in digitaler Aufbereitung. Herausgegeben wurde sie vom spanischen Wissenschaftsministerium (Consejo Superior de Investigaciones Científicas CSIC) in Zusammenarbeit mit dem Real Jardín Botánico (JBR) in Madrid. „Mit dieser App kann der Laie spielerisch, während er in der Natur unterwegs ist, botanische Grundkenntnisse erwerben", sagt
Projekt-Koordinator Eduardo Actis. Ermöglichen sollen dies rund 400 Fotos und 300 Zeichnungen und Karten.

Kennt der Benutzer den botanischen Namen eines wild wachsenden Baumes nicht, bietet ihm die App unter Identifica un árbol zwei Optionen zur Suche. Die erste Möglichkeit ist die Búsqueda guiada. Hier macht man sich mit der Hilfe von gezeichneten Blattformen auf die Suche. Doch bevor man sich für ein Blatt entscheidet, ist genau hinzusehen: Nicht nur Form und Konturen, auch die Oberflächen spielen bei der Auswahl eine Rolle. Mit jedem Klick werden árboles herausgefiltert, die nicht mehr infrage kommen.

Etwas einfacher gestaltet sich die Suche im Kapitel Búsqueda abierta. Wenn man hier unter Distribución (Verbreitung) die Balearen eingibt, werden automatisch Bäume ausgeschlossen, die nicht auf den Inseln wachsen. Das schränkt den Radius stark ein, denn die Artenvielfalt auf der Iberischen Halbinsel ist groß.

Neben der Auswahl der Verbreitung und der Blattformen sind bei der „offenen Suche" Zeichnungen von Früchten, Blüten oder Rinden zu finden. Wer hier Informationen eingeben kann, ist schnell am Ziel und findet unter Ver árboles posibles das Foto des Gesuchten. Damit zeigt es sich auch bei dieser App, dass die Bestimmung von Bäumen durch Blüten oder Früchte leichter fällt.

Für Botanikfans ist die schnelle Erkennung aber vielleicht gar nicht so wichtig. Ihnen wird es auch Spaß machen, mit den Bildern zu spielen. Die Artenliste der App umfasst 118 wildwachsende Bäume. Dafür wurden solche Pflanzen als Bäume definiert, die über fünf Meter hoch sind und Stamm und Krone bilden. Nicht aufgenommen wurden Strauch- und Zierbaumarten.

In der Artenliste Listado de especies, sind die botanischen Namen der Bäume alphabetisch geordnet. Wer einem von ihnen auf einer Wanderung durch die Natur begegnet, beispielsweise einem wilden Lorbeerbaum, und den botanischen Namen Laurus nobilis weiß (oder bereits herausgefiltert hat), kann hier das Foto eines blühenden Lorbeerbaums (laurel span., llorer kat.) finden und außerdem erfahren, wie dieser Baum in anderen Regionen ­Spaniens sowie in Portugal heißt.

Daneben findet der Benutzer Texte mit botanischen Informa­tionen, im Fall des Lorbeerbaums beispielsweise diese: Er zählt mit nur zehn Metern Höhe zu den kleineren Bäumen. Die bis zu fünfzehn Zentimeter langen, tief grünen Blätter duften aromatisch, seine Blüten sind grünlich-gelb, die erbsengroßen Früchte fleischig. Die Vermehrung findet häufig über Samen kultivierter Pflanzen, die sich auswildern, statt. Darüber hinaus kann man viel über den Lorbeer als Heil- und Küchenkraut erfahren und Zitate aus der Weltliteratur lesen, in denen der Lorbeerbaum erwähnt wird.

Unter ver mapa ist zu sehen, dass der Lorbeerbaum außer auf den Balearen an allen Mittelmeer- und Atlantikküsten Spaniens wächst. Es ist eine gute Gelegenheit, einmal botanisch über die Grenzen Mallorcas hinauszuschauen und einen Blick auf die Vegetation der iberischen Halbinsel inklusive Portugal und Andorra zu werfen.

www.arbolapp.es

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