Vorsicht an Kreisel und Zebrastreifen

Eine schwarze Liste der Polizei zeigt Palmas häufigste Unfallstellen auf – vor allem Ortsunkundige sollten sie sich genau ansehen

10.02.2016 | 18:59
Einige Gefahrenstellen, die die Polizei in ihrer schwarzen Liste führt (Zahlen für 2014).
Einige Gefahrenstellen, die die Polizei in ihrer schwarzen Liste führt (Zahlen für 2014).

In den ersten elf Tagen des neuen Jahres krachte es auf Palmas Straßen 105 Mal – und das ist nur die Zahl aus der offiziellen Polizeistatistik. „Wir schätzen, dass unsere Daten nur etwa die Hälfte der tatsächlichen Unfälle darstellen", sagt ein Sprecher der Policía Local. Wobei es sich bei der anderen Hälfte vor allem um kleine Blechschäden handeln dürfte oder sofort ersichtlich gewesen sei, wer der Verursacher war, sodass die Polizei gar nicht erst verständigt wurde.

Aufschlussreich ist die Statistik, die die Abteilung für Unfallverwaltung mit der kuriosen Abkürzung ADAC regelmäßig erstellt, dennoch: Es gibt über die ganze Stadt verteilt Dutzende puntos negros, Gefahrenstellen, an denen es besonders häufig zu Unfällen kommt. Wird eine Stelle als „schwarzer Punkt" ausgewiesen, sind dort während eines Jahres mindestens fünf Unfälle mit Blechschaden, drei Unfälle mit Verletzten oder ein tödlicher Unfall passiert. Etwa 60 gefährliche Stellen führt die Polizei derzeit in ihrer Liste. Bleibt ein Punkt über drei Jahre hinweg ein Unfall-Hotspot, wird er in die höchste Kategorie der besonders gefährlichen Straßenabschnitte aufgenommen.

In dieser Liga rangiert seit Langem der Kreisverkehr an der Ausfahrt des Autobahnrings Via Cintura am Ocimax-Kino/Media Markt, wo jährlich an die 20 Unfälle und ein halbes Dutzend Verletzte gezählt werden. Als besonders unfallträchtig gilt zudem die Kreuzung am Paseo Marítimo auf Höhe des Café Cappuccino (offiziell Avenida Gabriel Roca/Carrer de Monsenyor Palmer).

In der jüngsten, von der Zeitung „El Mundo" zitierten Liste, sind gleich 20 neue puntos negros hinzugekommen. An diesen Stellen wurden in nur einem Jahr 84 Unfälle mit 50 Verletzten und sechs Toten verzeichnet. An der Spitze des ­Rankings steht hier der ­Kreisverkehr im Gewerbegebiet Son Castelló mit zehn Unfällen und fünf Verletzten. Auf Platz zwei folgt eine Kreuzung in Arenal (Carrer Amilcar mit Carrer Trassimé), wo es zu acht Unfällen kam, bei denen sechs Personen in Mitleidenschaft gezogen ­wurden.

Besonders gefürchtet bei Autofahrern wie Polizei ist die Carrer Manacor, auf der inzwischen vier schwarze Punkte markiert wurden. An einem davon, der direkt an einem Zebrastreifen liegt, kam es allein 2014 zu drei Unfällen, bei denen mehrere Fußgänger teils schwer verletzt wurden. „Es handelt sich um eine der Haupteinfallstraßen nach Palma mit sehr hohem ­Verkehrsaufkommen", erklärt ein ADAC-Beamter die hohe Unfallgefahr. Als Risikofaktor gelten zudem die zahlreichen Zebrastreifen, die die Carrer Manacor kreuzen und wo es infolge von Bremsmanövern immer wieder zu Auffahrunfällen kommt.

Als Unfall-Hotspot gilt zudem die Auf- und Abfahrt auf Palmas Ringautobahn Via Cintura in der Carrer Aragón, wo 2014 sechs Unfälle mit sechs Verletzten registriert wurden. Auch die Via Alemania ist stellenweise besonders unfällträchtig: an der Kreuzung mit der Carrer de Jeromi Antich direkt neben dem Gerichtsgebäude sowie an der Kreuzung mit der Carrer de Baró de Pinopar gegenüber der Instituto-Schulen. Ein kurioser punto negro ist das Krankenhaus Son Espases, wo allein im Vorjahr 15 Unfälle passierten. Da sich die Parkplätze und Straßen, die über das Gelände führen, in Privatbesitz befinden, können Polizei und Stadtverwaltung nur Empfehlungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit geben, diese aber nicht vorschreiben.

Für das städtische Straßennetz verfasst die Polizei hingegen regelmäßig Gutachten und macht Vorschläge, wie das Unfallrisiko gemindert werden kann. Allein 2014 stellte die ADAC-Abteilung für das Stadtgebiet 419 Anträge – etwa auf Änderung des Tempolimits, der Ausschilderung oder Verkehrsführung. Einer der jüngsten Fälle betraf die Carrer de Joan de Saridakis in Cala Major, wo sich Anwohner über Schäden infolge von Verkehrsunfällen beschwert hatten: Vor allem Randsteine, Bänke oder Straßenlaternen werden dort in Mitleidenschaft gezogen, weil Autofahrer von der Straße abkommen. Eine der Ursachen war schnell gefunden: 30 Prozent der Unfallverursacher saßen betrunken am Steuer.

Weiterhin stellt die Polizei in ihrer Unfallanalyse fest, dass vor allem ortsunkundige Autofahrer besonders oft in Verkehrsunfälle verwickelt sind – ausländische Urlauber ebenso wie Besucher vom Festland.

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