Schweizer Garde hilft Deutschen beim Blockieren der Strandliege

Mit der PR-Kampagne schmunzelt die Schweizer Fluglinie Swissair über ihre europäischen Nachbarn

12.10.2016 | 11:04
Die Liege machte Ihnen keine streitig.

Mit einer besonderen PR-Aktion auf Mallorca sucht die Schweizer Fluggesellschaft Swissair derzeit den Weg in deutsche Medien. Als Schweizer Garde verkleidete Mitarbeiter halfen Deutschen beim frühmorgendlichen Reservieren ihrer Strandliege und reichten sogar noch gekühlte Getränke. Während die Urlauber dann vermutlich noch in aller Ruhe ihr Frühstück genossen, bewachten die auffälligen Schweizer Wachleute am Strand die mit dem Handtuch belegte Liege.

Mit der Werbekampagne leitet die Fluggesellschaft eine neue Serie von PR-Aktionen ein. Dabei wolle man jeweils "mit einem Augenzwinkern" eine auffällige Eigenschaft der europäischen Nachbarn aufs Korn nehmen. Und deutsche Urlauber gelten nun mal als Weltmeister darin, sich in überfüllten Badeorten morgens aus dem Bett zu quälen, um als Erste die Strandliegen zu blockieren, die sie dann meistens erst viele Stunden später benutzen wollen.

Die Fluggesellschaft machte sich dafür sogar die Mühe, eine eigene Umfrage in Auftrag zu geben. Das Ergebnis: Jeder achte Deutsche habe im Urlaub schon einmal frühmorgens Liegen besetzt und diese dann erst später genutzt. Und jeder fünfte Befragte verspürte im Urlaub schon einmal den Druck, am Morgen Strand- oder Poolliegen besetzen zu müssen, damit er später nicht leer ausgehe.

Sogar ein Psychologe wird von den Schweizern zur Erklärung des Phänomens herangezogen: "Bei diesem Verhalten könnte man fast sagen: das ist typisch Deutsch", erklärt Diplom-Psychologe Michael Thiel. "Viele Deutsche wollen nämlich gern immer Planungssicherheit haben und keine Überraschungen erleben - das gilt auch für den Urlaub. Deshalb schätze ich die Zahl der deutschen Liegen-Reservierer eigentlich sogar noch höher ein, als es die Ergebnisse der Umfrage nahelegen."

Aber nicht nur die Deutschen will die Schweizer Fluglinie mit diesen PR-Aktionen hochnehmen. Auch Österreicher, Spanier, Briten, Italiener und Franzosen werden mit bei künftigen Kampagnen mit ihren vermeintlich typischen Eigenschaften konfrontiert werden, drohte das Unternehmen in einer Pressemitteilung an. /tg

auf Twitter teilen
auf Facebook teilen
Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |