So schicken Sie am günstigsten Mallorca-Pakete

Sie wollen Weihnachtsgeschenke an die Lieben in Deutschland senden? Augen auf, die Preisunterschiede sind groß

20.12.2016 | 13:13
In Spanien kann es dauern, bis ein Post-Mitarbeiter ein ersehntes Paket ausliefert.

Wie gut, dass es www.packlink.es gibt! Das Online-Vergleichsportal für private Paketdienste findet in Nullkommanix heraus, welche Firma man bemühen sollte, um beispielsweise Geschenke am günstigsten von einem Ort - sagen wir Mallorca - zum anderen - sagen wir mal München - zu schaffen. Die Preisunterschiede sind nämlich erheblich. Das Portal teilt dem User gleichzeitig mit, wie lange das Paket unterwegs ist.

16 oder 71 Euro?
Nehmen wir ein 40 Zentimeter langes, 30 Zentimeter breites und nur drei Zentimeter hohes Flachpaket, das zwei Kilogramm wiegt und von Palma nach Deutschland soll – ein idealer Behälter, um Krawatten oder Brieftaschen oder Bücher als Geschenke zu befördern. Am billigsten kommt man derzeit (Stand: 17. November) mit der zur DPD-Group gehörenden Firma Seur (C/. Gremi des Fusters, 8, Palma, Polígono Son Castelló/Tel.: 902-10 10 10) und deren „Classic"-Dienst weg. Sie hat in Spanien einen Marktanteil von immerhin 30 Prozent: Man muss nur 15,80 Euro zahlen, dafür dauert die Beförderung aber sechs Tage.

Fünf Tage benötigt die mittlerweile in 190 Ländern wirkende, in den 50er-Jahren in Australien gegründete Konkurrenzfirma TNT (Thomas Nationwide Transport/Carrer Setze de Juliol, 35, Palma, Polígono Son Castelló/Tel.: 971-43 18 77) dafür, das kostet aber dann schon 20,36 Euro. In lediglich drei Tagen schafft es der erst 1999 gegründete und seit 2005 in Spanien aktive holländische Dienst GLS Euro Business Parcel, das Päckchen zum Zielort zu bringen. Dafür werden 25,27 Euro fällig. GLS (Telefon: 902-10 27 35) muss der Kunde telefonisch kontaktieren. Dann holt ein Bote das Paket daheim ab.

Dank des Vergleichsportals erkennt man schnell, dass vor allem eine Firma stets erheblich teurer ist. Mit der Mutter aller Paketdienste, dem 1907 in den USA gegründeten amerikanischen Konzern UPS (Vial de San José, 33-35, Palma/Polígono Son Castelló/Tel.: 902-88 88 20), kostet die ­Beförderung unseres Flachpakets 34,04 Euro – fast 20 Euro mehr als bei Seur. Und wenn man es mit UPS in 24 Stunden beim Empfänger haben möchte, wird gar ein Betrag von 49,01 Euro fällig. UPS ist durch seine braunen Fahrzeuge weltbekannt, pro Tag übergeben die Mitarbeiter rund 18 Millionen Päckchen und Pakete an Kunden.

Nehmen wir jetzt ein klassisches 40 Zentimeter langes, 30 Zentimeter breites und 15 Zentimeter hohes Paket, das sich etwa für ­Handtaschen oder Sobrassada-Würste eignet. Die Preisunterschiede sind in etwa die gleichen wie beim Flachpaket: Auch hier ist Seur am günstigsten, man muss 16,69 Euro für eine sechs Tage lang dauernde Beförderung löhnen. Auch hier ist UPS bei der gleichen Anzahl von Tagen deutlich teurer und kassiert 46,34 Euro. Der 24-Stunden-Schnellservice schlägt sogar mit teuren 71,73 Euro zu Buche. Sämtliche Privatdienste holen auf Mallorca Pakete auch zu Hause ab, die großen Preisunterschiede gelten auch für Sendungen innerhalb von Spanien.

Die Post ist auch nicht günstig
Die Alternative zu den Privatdiensten ist die staatliche Post. Doch die Preise liegen in Spanien bei Beförderungen nach Deutschland eher im höheren Bereich: Als sogenanntes „paquete económico" kostet das Flachpäckchen denn auch fast so viel wie bei UPS, nämlich 32,74 Euro – und das ohne Versicherung. 33,81 Euro werden als „paquete prioritario" fällig. Bei 40 mal 30 mal 15 Zentimetern kostet´s bei zwei Kilogramm 35,90 bzw. 37,05 Euro. Das Paket braucht in der Regel lange fünf bis sechs ­Tage. Die Preise setzen sich aus einem Grundtarif und einem Zusatzbetrag zusammen, der sich mit jedem Kilogramm erhöht. Man kann sie sich unter der Adresse www.correos.es ausrechnen lassen.

Der Vorteil von „Correos de España" im Vergleich zu den Privatanbietern ist nach wie vor das dichte Netz von Ämtern. Das größte auf Mallorca befindet sich bekanntlich in der Carrer de la Constitució, 6 in Palma unweit vom Borne-Boulevard.

Deutschland gehört bei der spanischen Post wie auch Österreich, die Schweiz, Frankreich, Belgien oder die Niederlande zur Zone A. Inseln wie die Azoren, Madeira oder die Isle of Man zählen zur Zone B. Den Rest der Welt hat die Königliche Spanische Post in die Zonen C bis E unterteilt.

Und was ist mit Briefen?
Wie auch in Deutschland werden in Spanien herkömmliche Briefe vor allem mit der Post und nicht mit Privatdiensten befördert. Ein 20-Gramm-Standardbrief in andere Staaten der EU kostet 1,15 Euro, ist er bis 50 Gramm schwer, werden 1,55 Euro fällig. Ein Eilbrief kostet 4,36 bzw. 4,84 Euro. Wiegt ein Brief ab 500 Gramm, fordert die Post 6,30 Euro.

Die Beförderung eines Briefs nach Mitteleuropa kann von Spanien aus allerdings etwas dauern. Ein MZ-Test ergab im Jahr 2012, dass so mancher Brief bis zu zwölf Tage bis zum Zielort benötigte. Das liegt daran, dass sämtliche Briefe einen Umweg nehmen. Es geht erst in westlicher Richtung nach Madrid, und dann nach Nordosten zum internationalen Postzentrum in Frankfurt.

Um die Beförderung zu beschleunigen, sollte man tunlichst „Alemania" oder „Deutschland" auf das Kuvert schreiben und den Brief am besten in einen direkt am Postamt gelegenen Briefkasten werfen – und das möglichst vor 16 Uhr. Ohnehin sollten wichtige Dokumente nur per Einschreiben verschickt werden: Ein bis zu 20 Gramm schwerer Brief nach Deutschland kostet dann 4 Euro, ein bis zu 50 Gramm schwerer Brief 4,40 Euro.

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