Calvià stimmt gegen direkte Linienbusse zum Flughafen

Die Mehrheit der Ratsleute verabschiedete eine Resolution der PP, um sich mit den Taxifahrern im Ort zu solidarisieren

27.01.2017 | 10:10
Gemeinderat in Calvià stimmt gegen Busse zum Airport.

Der Gemeinderat von Calvià hat sich gegen eine direkte Busverbindung zum Flughafen ausgesprochen. In einer am Donnerstag (26.1.) verabschiedeten Resolution fordern die Ratsleute die balearische Landesregierung dazu auf, auf die geplanten Linienbusse vom Flughafen in die Urlaubsorte von Mallorca zu verzichten. Damit wolle man sich solidarisch hinter die zahlreichen Taxifahrer im Ort stellen.

Den Antrag hatten die Ratsleute der PP-Fraktion eingebracht. Mit ihnen stimmte der unabhängige Ratsherr Ignacio González de la Madrid. Sozialisten (PSOE), Esquerra Oberta, Ciudadanos und die unabhängige Ratsfrau Isabel Manresa enthielten sich der Stimme. Podemos stimmte gegen den Antrag.

PP-Sprecher José Manuel Ruiz begründete den Antrag damit, dass er zwar nicht grundsätzlich gegen eine Direktverbindung zum Flughafen sei, diese aber Änderungen brauche. Schließlich machten die Fahrten von und zum Flughafen etwa 70 Prozent der Einnahmen der Taxifahrer aus. Bürgermeister Alfonso Rodríguez Badal (PSOE) erklärte, dass er nie eine Busverbindung zum Flughafen gefordert hatte. Der öffentliche Nahverkehr ließ sich verbessern, ohne der Branche der Taxifahrer zu schaden, hieß es.

Seit Wochen mobilisieren die Taxifahrer gegen die Pläne der Landesregierung. Zuletzt drohten sie sogar mit Streiks in der Osterwoche.  

Der öffentliche Nahverkehr steht vor großen Veränderungen. Hintergrund ist, dass im Jahr 2018 sämtliche Konzessionen für die Überlandbusse auf der Insel auslaufen. Das zwingt das Verkehrskonsortium zum Handeln birgt aber auch die Chance für strukturelle Veränderung. In Zukunft wolle man Mallorca in drei große Verkehrsbereiche aufteilen, anstatt erneut 20 Konzessionen auszuschreiben.

Als Teil des Deals müssen die Konzessionäre dann kostenneutral wirtschaften, statt wie bislang Subventionen in Millionenhöhe zu erhalten. Die Zahl der Bürger, die die Busse im Alltag benutzen solle von innerhalb von 15 Jahren von aktuell 12 Prozent auf 25 Prozent wachsen.  /tg

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