Insolvenz von früherem Mallorca-Shuttle Air Berlin: "Flüge finden weiterhin statt"

Verhandlungen mit Lufthansa zur Übernahme von Betriebsteilen. Brückenkredit der Bundesregierung

16.08.2017 | 09:32

Das frühere Mallorca-Shuttle Air Berlin hat Insolvenzantrag gestellt. Nachdem Hauptaktionär Etihad erklärt habe, keine weitere finanzielle Unterstützung zur Verfügung zu stellen, sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass für die Air Berlin PLC keine positive Fortbestehensprognose mehr bestehe, hieß es am Dienstag (15.8.).

Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung wurde laut einer Pressemitteilung des Unternehmens beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg gestellt, um die "bereits eingeleitete Restrukturierung fortzuführen". Die Bundesregierung, die Lufthansa und weitere Partner unterstützten Air Berlin bei diesen Bemühungen. "Damit wird unter anderem gewährleistet, dass die von Air Berlin geleasten Flugzeuge, die aktuell für Eurowings und Austrian Airlines fliegen, wie bisher weiterbetrieben werden können", heißt es in einer Pressemitteilung von Lufthansa, die praktisch zeitgleich verschickt wurde. Air Berlin verweist zudem darauf, dass die Bundesregierung einen Brückenkredit gewähre, um den Flugbetrieb auch langfristig aufrecht zu erhalten.

Die Airline stellt in der Pressemitteilung zudem klar:

  • Alle Flüge der airberlin und NIKI finden weiterhin statt
  • Die Flugpläne bleiben gültig
  • Gebuchte Tickets behalten ihre Gültigkeit
  • Alle Flüge sind weiterhin buchbar

Man arbeite daran, in dieser Situation "das Beste für das Unternehmen, für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter zu erreichen", wird Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann zitiert: Die Verhandlungen mit Lufthansa und weiteren Partnern zum Erwerb von Betriebsteilen seien weit fortgeschritten und verliefen erfolgsversprechend. Diese Verhandlungen könnten "zeitnah finalisiert werden".

Air Berlin schreibt seit dem Jahr 2008 fast ununterbrochen Verluste. 2016 verbuchte das Unternehmen mit rund 780 Millionen Euro sogar einen Rekordverlust. Zuletzt gab es viel Ärger wegen Flugausfällen und Verspätungen, speziell bei der Übernahme der Mallorca-Flüge durch die Air Berlin-Tochter Niki.   /ff

Hintergrund: Turbulenzen im Flugplan von Air Berlin

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