Taxifahrer auf Mallorca wehren sich gegen Uber und Cabify

Die bislang noch ungültigen Lizenzen für die neuartigen Dienstleistungen hat die Branche überwiegend selbst aufgekauft

01.09.2017 | 09:12
Die Taxifahrer auf Mallorca wehren sich gegen die Konkurrenz.

Die Branche der Taxifahrer auf Mallorca hat im Kampf gegen die drohende Konkurrenz von Unternehmen wie Uber und Cabify auf eine ganz eigene Strategie gesetzt. Im Laufe der Jahre erwarben die Taxifahrer den Großteil der bisher noch ungültigen Lizenzen für den auf den Balearen noch nicht regulierten Sektor. Von den insgesamt rund 900 Lizenzen, über deren Gültigkeit nun die spanische Justiz entscheidet, liegen 700 in Händen des Branchenverbands, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" am Freitag (1.9.) berichtet.

Hintergrund ist eine Gesetzeslücke. Spanienweit beantragten findige Geschäftsleute neue Taxi-Lizenzen. Diese könnten später zu deutlich höheren Preisen an Unternehmen wie Uber und Cabify verkauft werden, die in vielen Städten der EU den traditionellen Taxifahrern Konkurrenz machen.

Auf den Balearen und in anderen spanischen Regionen wurden diese Lizenzen allerdings nicht genehmigt. Nun soll die spanische Justiz darüber entscheiden, ob dieses Verbot rechtmäßig war. Fällt das Urteil zugunsten der Lizenzerwerber aus, könnten die Anbieter von Dienstleistungen wie Uber und Cabify auch in Spanien schnell florieren und die traditionelle Taxi-Branche in Bedrängnis bringen.

Auf Mallorca setzten die Lobbyverbände auf eine eigene Strategie im Überlebenskampf. Die Taxifahrer selbst erwarben einen Großteil der Lizenzen, die nun nachträglich gültig werden könnten. "Wir haben gar nicht die Absicht, diese Lizenzen zu benutzen, aber falls es nötig werden sollte und der Oberste Gerichtshof sie legalisiert, können wir sie einsetzen, um uns zu verteidigen", erklärt Verbandssprecher Gabriel Moragues gegenüber dem "Diario de Mallorca.

Die mächtige Branche der Taxifahrer auf Mallorca ließ in den vergangenen Monaten schon öfter die Muskeln spielen. Ihre Proteste und Streiks richteten sich einerseits gegen öffentliche Linienbusse vom Flughafen in die Touristenhochburgen der Küste und andererseits gegen das als unlauteren Wettbewerb empfundene Angebot von Fahrern von Kleinbussen für den Transport von Urlaubern. /tg

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