Lufthansa übernimmt Niki und große Teile von Air Berlin

Die Aktien von Lufthansa und Air Berlin reagierten am Donnerstag (12.10.) mit Kurssprüngen

12.10.2017 | 19:33
Blick in eine Passagierkabine eines Air-Berlin-Jets.

Die Lufthansa übernimmt große Teile der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde am Donnerstag (12.10.) unterzeichnet. "In der Tat ist das heute ein großer Tag", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Der Flugbetrieb war seitdem nur durch einen Kredit des Bundes über 150 Millionen Euro gesichert. Die Air-Berlin-Tochter Niki übernimmt Lufthansa komplett.

Die Aktien beider Unternehmen reagierten mit Kurssprüngen auf die Entscheidung. Der Kurs der Lufthansa-Aktie legte am Morgen um fast drei Prozent auf 25,34 Euro zu - das war der höchste Stand seit Anfang 2001. Für die zuletzt besonders schwer gebeutelten Papiere von Air Berlin ging es in der Spitze um fast 51 Prozent nach oben.

Lufthansa werde von Air Berlin "voraussichtlich 81 Flugzeuge übernehmen, 3000 Mitarbeiter einstellen und dafür in Summe 1,5 Milliarden Euro investieren", hatte Spohr zuvor der "Rheinischen Post" bestätigt und damit die Pläne des Unternehmens bekräftigt.

Was wird aus den Air-Berlin-Mitarbeitern auf Mallorca?

Während der Übernahme wird die Lufthansa im Betrieb noch mindestens ein halbes Jahr improvisieren müssen. "Wir werden das irgendwie hinbekommen", sagte Spohr . Das werde aber nicht ohne "Ruckeleien" gehen. Man habe Piloten aus dem Urlaub zurückgeholt und fliege innerhalb Deutschlands auch mit Jumbo-Jets, um alle Passagiere aufnehmen zu können. Tausende Mitarbeiter müssten eingestellt werden, zugleich sei der Übergang der Air-Berlin-Flugzeuge beim Luftfahrtbundesamt aufwendig. Ein stabiler Betrieb sei in sechs bis neun Monaten zu erwarten.

Aus Sicht Spohrs wird das Aus für Air Berlin und andere Anbieter die Ticketpreise nicht nach oben treiben. "Wir gehen von weiter sinkenden Preisen aus. Denn der Wettbewerb wird sich in Europa und auch weltweit verschärfen", sagte er in einem Interview. Im Konzern werde man sich mit der Tochter Eurowings selbst Konkurrenz machen. "Da wo es bisher nur Lufthansa und Air Berlin gab, wie beispielsweise zwischen München und Köln, kommen nun Eurowings-Flüge als Ersatz für Air Berlin hinzu." Eurowings als kostengünstige Zweitmarke arbeite "eigenständig und wird alles tun, die Jets zu füllen".

Generell wird Air Berlin voraussichtlich ab Ende Oktober nicht mehr unter eigener Flugnummer fliegen, wie es in einem Brief der Firmenleitung an die Mitarbeiter hieß. Der insolventen Gesellschaft sei ein eigenwirtschaftlicher Verkehr unter dem Airline-Code AB "nach gegenwärtigem Erkenntnisstand spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich". Tickets für spätere Flüge verlieren ihre Gültigkeit. /it/dpa

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