01. Juni 2018
01.06.2018

Billige Mallorca-Flüge: Thomas Cook-Manager spricht von "Sondersituation"

Christoph Debus über Flugtickets zum Schleuderpreis und Mallorca als ganzjähriges Reiseziel

01.06.2018 | 18:31
"Die Preisunterschiede zwischen den Airlines sind marginal": Christoph Debus.

Die Thomas Cook-Gruppe setzt voll auf Mallorca. Das war die zentrale Botschaft des Geschäftsführers der Thomas Cook Airline Group, Christoph Debus, bei einer Presse­konferenz am Donnerstag (24.5.) in Palma. Condor und die neu gegründete Thomas Cook Airlines Balearics wollen diesen Sommer allein 2,1 Millionen Sitzplätze nach Mallorca anbieten, was 17 Prozent mehr als im vergangenen Sommer sind. Und auch im Winter wird Condor nach sieben Jahren wieder durchgängig von Deutschland nach Mallorca fliegen, zumindest von Frankfurt und Düsseldorf aus. Debus war in Palma, um die Wachstumsstrategie für Mallorca vorzustellen. Die MZ sprach nach der Pressekonferenz mit dem Manager.

Sie bauen die Zahl der Flüge nach Mallorca deutlich aus. Gleichzeitig feiern gerade die Konkurrenzdestinationen Türkei, Griechenland oder Nordafrika eine Renaissance. Klingt nach einer gewagten Strategie.
Die Insel ist und bleibt unser wichtigstes Ziel. Mallorca ist wahnsinnig attraktiv, vor allem auch in der verlängerten Sommersaison. Wir setzen darauf, dass gerade der Konferenztourismus in den Monaten der Vor- und Nachsaison anziehen wird, auch angesichts des neuen Kongresszentrums. Außerdem erwarten gewisse Kunden in unseren Hotspots Frankfurt oder Düsseldorf auch, dass wir regelmäßig und auch ganzjährig fliegen.

Nach sieben Jahren haben Sie sich wieder zu diesem Schritt entschieden. Soll das jetzt so bleiben?
Das hängt ja nicht nur von der Airline ab. Wir würden gerne immer ganzjährig nach Mallorca fliegen. Aber es ist ein Zusammenspiel aus Hotels, die dann auch geöffnet sein müssen und der nötigen Infrastruktur auf der Insel, die auch im Winter funktionieren muss. Ich denke, um das momentan noch bestehende saisonale Ungleichgewicht zu überwinden, haben alle Beteiligten, angefangen bei uns über die Hoteliers bis hin zu den politisch Verantwortlichen, noch zu tun.

Sie haben sich mit der Thomas Cook Airlines Balearics für eine neue Fluggesellschaft entschieden, statt Wet-Lease-Verträge abzuschließen. Ist das nicht ein Klotz am Bein?
Natürlich wären wir mit Leasing flexibler. Wir haben aber eine Kooperation mit der kanadischen Fluggesellschaft Air Transat vereinbart. Diese Airline benötigt im Winterhalbjahr mehr Kapazitäten, und somit ergänzt sich unser Angebot mit Air Transat sehr gut. Wir überlassen den Kanadiern einige der Flugzeuge im Winter und nehmen sie im Sommer wieder zurück. Klar ist: Die Plattform Thomas Cook Airlines Balearics ist nicht nur gedacht, um nach Spanien zu fliegen.

Sie haben bereits 50 Piloten eingestellt. Wo kamen die hauptsächlich her?
Wir haben einige Mitarbeiter von Monarch (insolvente britische Fluglinie, Anm.d.Red.) rekrutiert. Aber hier auf Mallorca sind es vor allem viele spanische Piloten, die gerne in Palma stationiert sein wollten. Die Lebensqualität der Insel spielt dabei eine große Rolle. Da ist zum Beispiel ein Pilot dabei, der jahrelang am Persischen Golf im Einsatz war und nun wieder zurück nach Spanien wollte.

Haben sich auch Ryanair-Piloten bei Ihnen beworben? Die ungünstigen Arbeitsbedingungen dort sind kein Geheimnis.
Es ist ein bunt gemischtes Team, das sich bei uns eingefunden hat. Darunter sind natürlich auch Piloten von Wettbewerbern.

Die Airlines liefern sich diesen Sommer eine regelrechte Preisschlacht für Flüge nach Mallorca. Ihre Gruppe beispielsweise bietet One-Way-Strecken ab 39 Euro nach Deutschland an. Ist das wirtschaftlich?
Wenn wir alle Tickets für 39 Euro verkaufen würden, wäre das natürlich nicht wirtschaftlich. Es gibt aber durchaus Termine, zu denen es attraktiv ist, Flüge zu diesem Preis zu verkaufen, so etwa in der Nebensaison. Im Sommer kann man durchaus etwas mehr verlangen.

Aber gerade im Sommer sind dieses Jahr die Flüge besonders billig. Da gibt es Verbindungen für gut 30 Euro hin und zurück nach Deutschland.
Vor allem ein Wettbewerber ist da sehr dahinter her, die Preise herabzusetzen. Ob das immer nachhaltig ist, ist natürlich fraglich. Unsere Philosophie ist es nicht, Flugtickets für Preise zu verkaufen, die niedriger liegen als die Steuern und Gebühren. Aber wir müssen uns dem Wettbewerb mit den Billigairlines stellen. Und trotz der Lockangebote der Konkurrenz: Wenn man den Durchschnittspreis eines Sitzplatzes nimmt, wo dann auch mal ein Koffer oder anderes hinzukommt, sind die Unterschiede zwischen den Airlines marginal.

Unstrittig ist, dass dieses Jahr zu viele Kapazitäten auf dem Markt sind. Braucht es tatsächlich 16 Verbindungen am Tag von Düsseldorf nach Palma?
Historisch gesehen war Düsseldorf immer ein starker Markt. Dazu kommt, dass wir in einer Zeit des Wirtschaftswachstums leben, die letzte Krise ist schon einige Zeit her. Und wenn die Wirtschaft brummt, dann merkt man das sehr stark am Flugverkehr. Unstrittig ist: Dieses Jahr haben wir eine Sondersituation.Einige Märkte werden zu viel bedient. Aber wenn es keinen großen Wirtschaftscrash gibt, wird der Luftverkehr weiter wachsen.

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