Aufstieg zum Es Frontó vom Landgut Comafreda bei Lluc

21-02-2008  
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Blick vom 1.031 Meter hohen Pas des Fil auf den Puig d´en Alí.  Foto: Roland Otto

Der Es Frontó, die Wand, ragt bei dem Landgut Comafreda in den Himmel. Wanderer, die sich auf den Weg zum Puig de Massanella machen, kennen die imposante Felsnase. Die senkrecht abfallenden Steilwände des Tausenders mögen für Extremkletterer durchaus eine Herausforderung sein. Doch auch ohne Seil und Haken kann man auf den Gipfel gelangen, wie sich im Verlauf der Wanderung zeigen wird.

Von Roland Otto

Die mittelschwere Tour beginnt am Coll de sa Batalla in der Nähe des Klosters Lluc. Zunächst sind von dem Sattel auf der Straße Ma-2130 wenige Meter in Richtung Inca zu laufen. Hinter einer kleinen Brücke biegt bei einem geöffneten Eisentor rechts ein breiter Karrenweg ab (Schild ýGR 222, Caimari"). Bald ist die Quelle Font des Guix mit ihrem Sammelbecken erreicht. Kurz darauf verweisen drei Steinmännchen auf einen rechten Abzweig.

Wenig später folgt ein zweites Tor. Hier kassiert ein Angestellter des Landguts Comafreda pro Person vier Euro, die als Art Ökospende deklariert werden. Der breite Weg führt nun geradeaus weiter. Bei einem Mauerdurchlass werden die Gebäude des Landguts Comafreda erreicht. Dort geht es (grüner Farbklecks) auf einem breiten Weg geradeaus. Man bleibt etwa 500 Meter auf dem Hauptweg und biegt bei einer Abzweigung rechts ab (Steinmännchen, die Steinpyramide links ignorieren!). Als zusätzliche Orientierung dient ein Schild ýProhibido acampar" an einem Baum. Die Karrenpiste führt durch einen dichten Steineichen- und Kiefernwald bald immer steiler werdend nach oben. Nach einigen Serpentinen gelangt man zur Font de sa Teula. Die Quelle mit einem kleinen Wasserbecken liegt rechts direkt am Weg. Hier beginnt ein breiter, mauergestützter Pfad, auf dem die Schneesammler einst den gefrorenen Schnee auf Mulis ins Tal transportiert haben.

Ab hier ist es ganz wichtig, von der Font de sa Teula die folgenden, aufwärts führenden Kehren zu zählen. In der neunten Kurve ist in einer steilen Senke geradeaus 15 Meter weiter oben eine Steinpyramide auszumachen. Dieser Wegweiser markiert den Einstieg für die Route zum Gipfel des Es Frontó.

Man steigt also auf einem mit Dissgras fast zugewachsenem Pfad zu dem Steinmännchen auf und sollte sich nun von diesem Standpunkt aus den weiteren Wegverlauf vergegenwärtigen. Ganz oben erstreckt sich die fast 1,5 Kilometer lange Nordwand des Massanella-Massivs. Blickt man geradeaus nach oben, ist in der Felswand eine Scharte, ein schmaler Bergsattel, zu sehen. Zu diesem Punkt, der eindeutig niedrigsten Stelle in der Steilwand, ist aufzusteigen.

Zunächst verläuft die steile Route von der Steinpyramide geradeaus bis zu einer etwa 30 Meter entfernt liegenden kleinen Felsformation. Hier biegt man zwischen zwei Felsbrocken links (Steinmännchen) ab und gelangt auf einem Pfad wenig später zu einem langen Geröllfeld, das teils mit Igelpolstern und Dissgras bewachsen ist und bei dem sich ebenfalls ein Steinmännchen befindet. Nun wird am rechten Rand der Geröllzunge etwa 15 Minuten lang bis unterhalb der Scharte aufgestiegen. Dort stößt man auf einen zehn Meter langen Steigkanal mit griff- und trittsicherem Fels, auf dem man mit einfacher Klettertechnik zu einem Pass, den Pas des Fil, gelangt. Hier steht in einer Höhe von 1.031 Metern eine Steinpyramide.

An dieser Stelle sollte man sich nun über den weiteren Routenverlauf orientieren. Links, Richtung Osten, ist eine Doppelspitze zu sehen, die das nächste Etappenziel ist. Dabei handelt es sich aber noch nicht um den Es Frontó, der von hier noch nicht eingesehen werden kann. Zunächst steigt man links von der Steinpyramide etwa 30 Meter hinab in eine kleine Talsenke und von dort über spitzes Karstgestein wieder auf.

Obwohl jetzt keine Steinmännchen oder andere Wegweiser vorzufinden sind, ist die Orientierung nicht schwierig: Man kraxelt über niedrigen Fels und teils Karrenrinnen sowie zwischen Steineichen, die auch in dieser Höhe vorhanden sind, aufwärts und erreicht dann mit einer einfachen Klettereinlage den Gipfel mit der Doppelspitze. Dort befindet sich eine Steinpyramide. Von hier präsentiert sich die östliche Gipfelwand des Puig de Massanella aus einer bisher unbekannten Perspektive. Beeindruckend auch der Ausblick auf den Puig
d´en Galileu und den Puig Tomir.

Von diesem Gipfelpunkt ist in 300 Metern Entfernung nun auch der Es Frontó zu sehen. Um dorthin zu gelangen, kraxelt man weiterhin über spitzes Karstgestein und immer in einem Abstand von 15 Metern zur links liegenden Abbruchkante weiter. Auch auf diesem Abschnitt sollte die Route nahe den Steineichen verlaufen, die bis kurz vor dem Es Frontó vorzufinden sind.

Nun kann der Wanderer aus 1.061 Metern Höhe den sensationellen Blick nach unten auf das Landgut Comafreda auf sich wirken lassen und sich gleichzeitig das Bild von den Steilwänden des Felskopfes zu Beginn der Tour in Erinnerung rufen. Auch wenn man auf dem Gestein sicher steht, kribbelt es doch etwas in den Füßen.

Information
Anfahrt von Palma: Auf der Ma-13 nach Inca, dort weiter auf der Ma-2130 Richtung Kloster Lluc bis zur Tankstelle und dem Restaurant Coll de sa Bataia.
Tourencharakter:
Mittelschwere Wanderung auf steinigem Pfad, ausgesetzten Trampelpfaden, über Karstgestein.
Beim Abschnitt vom Pas des Fil zum Es Frontó sind gutes Orientierungsvermögen und Trittsicherheit notwendig. Vom Es Frontó unter keinen Umständen in Richtung des Coll de sa Línea absteigen, sondern wieder zum Pas des Fil zurückkehren.
Ausrüstung: Wanderstiefel mit guter Profilsohle.
Einkehr: Bar Coll de sa Bataia, Escorca, Ctra. Inca-Lluc, km 14,8.
Öffnungszeiten: 8 bis 20 Uhr, montags geschlossen.
Wegstrecke: 12 km
Nettogehzeit: 4 Stunden
Höhenunterschied: 480 Meter

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