Von Port de Sóller auf die Steilklippe Punta de Sóller und zurück

02-05-2008  
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Karte zur Wanderung. Karte: RO

Die mittelschwere Tour beginnt am Strand Platja d´en Repic. Dort biegt bei den Schildern ýRefugi Muleta" und ýEs Cap Gros" eine schmale Straße ab. Die Fahrbahn windet sich in engen, steilen Serpentinen über
1,5 Kilometer hinauf zum Far del Cap Gros. Dieser Leuchtturm wurde 1842 erbaut und im Lauf der Zeit mehrmals modernisiert.

Von Roland Otto


Von einer Plattform bietet sich ein famoser Ausblick auf den gegenüberliegenden Küstenabschnitt mit dem Torre Picada, die Fingerzinne Penyal Bernat, den fast 600 Meter hohen Puig de
Bàlitx, das Küstengebirge Montcaire und das Eiland s´Illeta. Allerdings kann der Betrachter dabei eine Hotelruine unterhalb des Wachturms Torre Picada und eine in die Berghänge gebaute Urbanisation nicht aus seinem Blick verbannen.

Wenige Meter vom Leuchtturm entfernt befindet sich die Schutzhütte Refugi de Muleta. Sie ist zurzeit eine von fünf Herbergen, die auf dem Langwanderweg ýRuta de pedra en sec" in der Serra de Tramuntana die Möglichkeit zur Übernachtung bietet. Das Refugi hat hoch über dem Meer eine traumhafte Lage. Besonders reizvoll sind hier die Abendstunden, in denen man auf einer Aussichtsterrasse bei einem Gläschen Wein in romantischer Stimmung den spektakulären Sonnenuntergang genießen kann.

Weiter geht es bei dem Eingangstor des Refugi (Schild ýGR 221, Sóller, Deià") wenige Schritte bis zu einer Gabelung, bei der rechts - geradeaus geht es nach Deià - abgebogen wird. Ein steiniger, teils auch gepflasterter Weg verläuft in ständigem Auf und Ab in etwa einer Viertelstunde bis zu einer Wegteilung. Dort verweist ein großer lila Pfeil auf Gestein am Boden geradeaus auf einen Pfad. Die lila Farbkleckse werden den Wanderer nun auf einer weiten Strecke der Tour begleiten und den Wegverlauf signalisieren. Auch Steinmännchen sind jetzt in regelmäßiger Folge vorhanden.

Zunächst führt der Trampelpfad in einigen Kehren steil hinab zu einem trockenen Bachbett, auf dessen anderer Seite wieder bis zu einer kleinen Begrenzungsmauer aufgestiegen wird. An dieser Stelle ist dann rechts (lila Punkt, Steinmännchen) auf einen Pfad abzubiegen. Dieser verläuft weiter aufwärts und verliert sich zunächst. Bei einer Felspassage über tritt- und griffsicheren Fels kommt man dann oberhalb der Punta d´en Canet (Spitze des Hündchens) vorbei. Diese Steilklippe wurde in Jahrmillionen durch brachiale Stürme und gewaltige Orkane und die tosende Brandung modelliert, zurechtgestutzt, abgetragen und abgeschliffen. Die Punta d´en Canet hat bei genauerem Hinsehen tatsächlich die Form eines Hundekopfes, mit Schnauze, Nase und zwei Augen.

Wenige Minuten später wird auf dem felsigen Steig die Punta de Sóller erreicht. Auch hier erwartet den Wanderer in Form eines ausgehöhlten Felsbrockens ein geologisches Kleinod. Die freistehende Höhle liegt 132 Meter über dem marineblauen Meer. Hier muss man aber bei aller Begeisterung für so viel Naturschön-heit und beim Fotografieren auf seine Schritte achten, denn die ungesicherten Steilwände der Hochklippe stürzen senkrecht ab.

Die Weitsicht von hier oben ist fantastisch. Sie reicht über die Landzunge Sa Foradada mit ihrer spitzen Felsnase, den Berg Talaia Vella bei Valldemossa, die Mola de Planícia bei Banyalbufar bis zur Insel Dragonera mit ihrem Hauptgipfel Na Pòpia ganz im Südwesten. Auch der lang gestreckte Gipfelkegel des s´Esclop ist auszumachen.

Der Blick in die andere Richtung bietet Berge ohne Ende: die faszinierenden Steilwände des Penyal Migdia, den Puig Major und die Gebirgskette Serra de Son Torrella mit ihren spitzen Hochzinnen und Steilabbrüchen.

Weiter geht es von der Punta de Sóller links wenige Schritte zu einem Steinmännchen und lila Farbklecks. Dort steigt man durch einen Felskanal wenige Meter problemlos zu einem Pfad ab, der in eine Talsenke führt. Hier präsentiert sich die Küstenlandschaft rau, rissig, zerfräst, furchig und aufgeplatzt. Trotzdem war diese Region schon in der Ersten Bronzezeit (2.000 bis 1.200 v. Chr.) besiedelt, wie Funde von Keramiken und primitiven Handwerksgeräten beweisen. In der Höhle Cova de Muleta wurden zudem Skelettreste des Myotragus balearicus, einer ausgestorbenen Ziegenart, entdeckt. Das Tier war schon vor mehr als 4.000 Jahren auf der Insel heimisch. Als spektakulär gilt auch der Fund von einem versteinerten Ammoniten. Das Alter des fossilen Kopffüßers wird auf fünf ­Millionen Jahre geschätzt.

Von der Talsenke führt dann ein Trampelpfad (Steinmännchen, lila Punkte) in Kehren hinauf zu einem Sattel und von dort entlang von Terrassenmauern zu einem weiteren Pass. Nun folgt man auf einem Hirtenpfad den durchgängig vorhandenen Markierungen bis zu einem Schuppen. Das Cas Jaumes ist etwa 30 Minuten nach der Talsenke erreicht. Auch jetzt schicken Steinmännchen und lila Kleckse den Wanderer auf eine Route, die auf Pfaden und über kurze Felspassagen durch eine Karstlandschaft mit imposanten Höhlen verläuft.

Schließlich ist der Puig de Muleta mit seiner Vermessungssäule und Funkantennen zu sehen. Nun sind noch einige Minuten bis zu einer holprigen Fahrbahn zu wandern, bei der die lila Markierungen enden. Man befindet sich nun in der Urbanisation Muleta und biegt bei der Villa Ca´n
Felicidad rechts ab. Die Piste führt nach 100 Metern zu einer Gabelung, bei der links auf einen Flurweg abzubiegen ist.

Mit einem herrlichen Ausblick auf den Tausender l´Ofre und die massive Felswand Cornador Gran ist auf einem Flurweg bis zu einer Wegteilung talwärts zu spazieren. Dort wird der linke Abzweig (Schild ýGR 221, Refugi de
Muleta, Port de Sóller") genommen. Der Karrenweg verläuft durch einen Olivenhain zum Landgut Muleta Gran. Dort beginnt der Abstieg (Schild ýPort de Sóller") zum Hafenstädtchen. Man folgt dabei auf einem Pfad der Beschilderung, den Steinmännchen und Holzpfostenpfeilen und erreicht nach 45 Minuten die Hotelruine Rocamar und hier links nach fünf Minuten den Strand Platja d´en Repic.


Information
Wegstrecke: 9 km (Rundtour)
Nettogehzeit: 3 Stunden
Höhenunterschied: 300 Meter

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-11 nach Sóller und dann Richtung Port de Sóller. Kurz vor der
Ortseinfahrt bei den Schildern ýPlatja d´en Repic" und ýFar es Cap Gros" links abbiegen. Parkplätze beim Strand Repic.
Tourencharakter: Mittelschwere Tour auf Pfaden und über Felspassagen. Beim Aufstieg zur Punta de Sóller und auf dem Gipfel sind absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit (ungesicherte Steilabstürze), beim Abstieg durch einen kurzen Felskanal einfache Kletterpraxis notwendig. Bei der Tour an die durch lila Kleckse und Pfeile vorgegebene Route halten!
Ausrüstung: Wanderstiefel.
Einkehr: Strandlokale an der Platja d´en Repic.

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