Wanderung zum ýPortell de sa Costa´

06-03-2008  
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Wanderroute. Foto: Roland Otto
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Die Wanderung zum ýPortell de sa Costa" hat es in sich: Um den traumhaften Blick über das Tal von Sóller zu genießen, muss ein 400 Meter langes Geröllfeld überquert werden

Von Roland Otto

Ausgangspunkt der anspruchsvollen Tour ist Sóllers bezauberndes Nachbardorf Biniaraix. Über die Plaça de la Concepció gelangt man auf der Carrer de Sant Josep zum restaurierten Waschhaus der Gemeinde. Dort zweigt ein mit ýBarranc de Biniaraix, Cúber" ausgeschilderter Weg ab. Etwa 200 Meter weiter folgt eine Gabelung, bei der zwei Schilder ýEs Barranc, l´Ofre, Cúber, Lluc" ebenfalls nach rechts verweisen.

Bald darauf beginnt der gepflasterte Steig. Der alte Pilgerpfad windet sich in engen, mal weiteren Kehren steil nach oben. Rund 45 Minuten nach Tourstart ist die Bergfinca Ca´n Silles erreicht, die man an der Schrift am Eingangstor erkennt. Bei dem Gebäude zweigt links ein Stufenweg ab, der kurz darauf zu dem Haus Ca´n Sivella führt. Hinter der casita beginnt dann ein steiniger Pfad, der Camí de les Solanes.

Zunächst quert man auf einer kleinen Brücke den Torrent des Verger, passiert eine Steinhütte und biegt 20 Meter weiter bei einer Gabelung rechts (rotgrüner Punkt) ab. Der mauergestützte Steig verläuft in engen Kehren entlang von Terrassenmauern steil aufwärts. Dabei bietet sich immer wieder ein herrlicher Blick auf den Felskoloss Cornador Gran und die Schluchtwände des Barranc de Biniaraix mit ihren Tropfsteinhöhlen. Bei einer Wegteilung wandert man geradeaus (grüner Farbklecks) und biegt bei einer weiteren dann links (zwei braune Pfeile, Schrift ýVerger") ab.

In der Folge zeigen grüne, rote Punkte und Steinmännchen die Richtung. Man kommt an einer Geröllzunge und einer Ruine vorbei und erreicht wenig später eine Höhle, unter deren Gewölbe eine Hütte gebaut worden ist. Von dort führt der mit Farbklecksen markierte Pfad in Kurven parallel zum Torrent des Verger weiter aufwärts. Schließlich wird der Anfang eines riesigen Geröllfeldes erreicht, bei dem rechts (Steinpyramide) ein Trampelpfad abbiegt.

Auf diesem gelangt man nach 30 Metern zu einem vergitterten Auffangbecken für die Font des Verger und zu einer Ablaufrinne. Die Quelle selbst befindet sich geradeaus 20 Meter entfernt unterhalb einer Felswand in einer Höhle, die man rechts durch einen Spalt betreten kann. Im Schein der Taschenlampe ist ein sehr kleiner See mit einer Wassertiefe von zwei Metern zu erkennen.

Anschließend begibt man sich wieder zurück zu der Steinpyramide. Nun beginnt mit dem Steilaufstieg über die rosseguera, Geröllzunge, durch die Senke Comellar des Verger der wirklich aufregende Teil der Wanderung. Blickt man auf das sich vor einem auftürmende Felsenchaos und auf die gewaltigen Steilwände, die das enorm abschüssige Geröllfeld an beiden Seiten umgeben, ist man zunächst schlichtweg beeindruckt und muss angesichts der atemberaubenden Naturschönheit tief Luft holen. Doch der Aufstieg? Er wird sich als möglich erweisen.

Beim ersten Etappenabschnitt empfiehlt sich eine Route, die eng an der rechts liegenden Steilwand verläuft. Dabei kraxelt man zunächst über Felsblöcke, die nicht höher als ein Meter sind. Danach folgt ein Feld mit kleineren Gesteinsbrocken, die meist lose sind. Hier sollte vor dem nächsten Tritt immer die Standfestigkeit geprüft werden. Da man bei dem sehr steilen Aufstieg immer wieder die Hände zu Hilfe nehmen muss, bietet sich die rechte Steilwand als probate Steighilfe an: Man kann sich nämlich an ihrem griffigen Fels festhalten.
Schließlich wendet man sich bei zwei Steinmännchen zur Mitte der Geröllhalde. Dort befindet sich ein überaus rutschiger Pfad aus kleinen Geröllsteinchen und trockener Erde. Diese Spur haben sicherlich Wanderer in vielen Jahren beim ýAbfahren" der Geröllzunge gelegt. Nun müssen Beine und Hände Schwerstarbeit verrichten. Das bedeutet, man muss den Steilhang meterweise auf allen Vieren hochkrabbeln, sich immer wieder vorsichtig aufrichten und dann wieder krabbeln.

Wenn dann endlich auf der rechten Seite der rosseguera eine 15 Meter hohe Kiefer mit zwei Doppelstämmen erreicht wird, ist das Schlimmste überstanden. Man quert noch einmal halblinks das Geröllfeld bis etwa zur Hälfte, gelangt (Steinmännchen) kurz darauf zu einer Kieferngruppe und steigt dann auf einem steinigen, nicht mehr so steilen Pfad und über spitzes Gestein in Richtung eines markanten Felskopfs, der Südwand der Serra de Cúber, und einer Begrenzungsmauer auf. Dort lohnt es sich geradeaus etwa 15 Meter bis zur einer Anhöhe zu laufen, um nach dem strapaziösen Aufstieg einen grandiosen Ausblick auf das Hochtal Vall de Son Torrella und die Tausender Penyal des Migdia, Puig de ses Vinyes und Puig de Massanella auszukosten.
Anschließend wandert man links an der Begrenzungsmauer zu dem rund 250 Meter entfernt liegenden Portell de sa Costa. Die ýPforte zur Küste" ist ein Felsdurchbruch, der von Steilfelsen der Südwand der Serra de Son Torrella und dem über 920 Meter hohen Morro de ses Solanes umrahmt wird.

Nun folgt ein sehr steiler Abstieg mit fast 800 Höhenmetern in Richtung Fornalutx. Ein steiniger Trampelpfad (durchgehend Steinmännchen) verläuft in vielen engen Kehren durch eine Talsenke, die größtenteils bewaldet ist. Dabei bietet sich immer wieder ein Traumblick auf Fornalutx und das Meer bei Port de Sóller. Schließlich gelangt man nach einer Stunde bei dem Landgut Ca´n Pera auf eine Asphaltpiste. Hier wird links abgebogen und nach 45 Minuten das Waschhaus in Biniaraix erreicht.

Information

Anfahrt von Palma:
Auf der Ma-11 nach Sóller, dort auf der Ma-2122 nach Biniaraix.
Tourenchrakter:
Sehr schwierige Tour mit einem Steilaufstieg von 400 Metern über eine Geröllzunge.
Bei dieser Kraxelei ist absolute Trittsicherheit notwendig.
Wanderer müssen bei Aufstieg über das Geröllfeld genügend Abstand halten (Gefahr abrollender Steine).
Die Tour nur bei stabiler Hochdruckwetterlage machen.
Ausrüstung: Wanderstiefel mit sehr guter Profilsohle, Taschenlampe.
Einkehr: Bars in Sóller, da die einzige Bar in Biniaraix zur Zeit renoviert wird.

Wegstrecke: 12 Km (Rundtour)
Nettogehzeit: 2,5 Stunden
Höhenunterschied: 800 Meter

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