ROLAND OTTO
Vom Coll de sa Batalla sind zunächst wenige Meter auf der Ma-2130 Richtung Inca zu laufen. Hinter einer Brücke biegt bei einem Tor rechts ein Waldweg ab (Schild „GR 222, Caimari“). Bald ist die Quelle Font des Guix erreicht. Wenig später wird bei einer Wegteilung der linke Abzweig (Holzpfostenpfeil) genommen.
Ein breiter Weg führt nun zu den Cases del Guix. Der einstige Gutshof ist seit einigen Jahren eine Bauruine. Ursprünglich sollte aus der possessió ein Landhotel werden. Doch die Bauherren machten Pleite und mussten ihr Projekt inmitten der Serra de Tramuntana aufgeben.
Anschließend steigt der gepflasterte Pilgerweg leicht an. Er führt zu dem Sattel und Felsdurchlass Bretxa Vella, der im Schatten des über 900 Meter hohen Berges Puig Caragoler des Guix liegt. Der Durchgang wurde 1708 aus dem Felsen gesprengt. Dabei verlor einer der Arbeiter sein Leben. Ein in den Felsen geritztes Kreuz erinnert an das Unglück.
Von der Bretxa Vella verläuft die Route rechts abwärts. Nach wenigen Metern wird ein unverschlossenes Holzgattertor durchschritten. Einige Minuten später ist eine Aussichtsplattform mit einer Steinsitzbank erreicht. Hier hat man eine schöne Aussicht auf das Mittelgebirge Serra de Calicant bei Sant Llorenç des Cardassar, die Bucht von Alcúdia, das Feuchtgebiet s´Albufera, das Meer bei Can Picafort und Son Serra de Marina und die Halbinsel Ferrutx mit ihren markanten Bergen.
Die Piste verläuft von der Plattform weiter abwärts, und man gelangt nach etwa fünf Minuten bei dem Sattel sa Llengonissa zu einer Gabelung. Hier zweigt bei dem Schild „GR 222, Caimari“ rechts eine breite Piste ab. Dieser Wegweiser ist für Wanderer eine gute Nachricht: Seit der Eröffnung dieses Teilstücks des Wanderweges „Camí Vell de Lluc“ zu Beginn dieses Jahres durch den Inselrat bleibt ihnen nämlich der einen Kilometer lange Umweg auf der viel befahrenen Straße Ma-2130 erspart.
Bei der Wegteilung führt also rechts ein Karrenweg nach oben, auf dem nach etwa 200 Metern ein weiterer Sattel erreicht wird. Ein hohe Leiter und mehrere colls, aus Ästen und Zweigen gebastelte Verstecke, weisen das Gebiet als Jagdrevier von Drosseljägern aus.
Der breite Waldweg schlängelt sich dann am Torrent sa Coveta Negra entlang in engen Kurven sehr steil nach unten bis zu einer Gabelung. Links verweist ein Holzpfostenpfeil auf die Route nach Caimari. Bei der hier beschriebenen Wanderung wird jedoch rechts (blauer Pfeil und Buchstaben „J.M.“ auf einem Stein) abgebogen.
Jetzt sollte man sich ein Bild von dem weiteren Wegverlauf machen: Links oben sind die spitzen Zacken des Puig de n´Alí, rechts die schroffen Steilwände des Puig des Grau zu sehen. Zwischen den beiden Bergen liegt ein bewaldeter Sattel, der Pas de n´Arbona. Dorthin gilt es aufzusteigen.
Man nimmt nun bei der Gabelung den rechten Abzweig und gelangt nach etwa 300 Metern zu einer Wegteilung. Dort biegt man wiederum rechts (Steinpyramide) auf einen Trampelpfad ab. Der steinige Steig führt dann im Zickzackkurs sehr steil nach oben. Durchgängig gesetzte Steinmännchen und rote Farbkleckse zeigen dabei immer den Wegverlauf. Auch einige kurze Abschnitte über griff-und trittsicheres Karstgestein und Karrenrinnen sind mit einfacher Klettertechnik problemlos zu bewältigen.
Rund 45 Minuten nach dem letzten Abzweig werden ein Köhlerplatz mit Mauerresten einer Hütte und kurz darauf der Pas de n´Arbona erreicht. Dort befindet sich an einem Baum ein Schild „Coto privado de Caça“ (privates Jagdgebiet). Ein Köhlerpfad führt nun hinab (Steinmännchen) zum Torrent de Cometa Negra.
Entlang des trockenen Bachbetts wandert man dann (regelmäßige Steinmännchen, rote Farbkleckse) vorbei an einigen Köhlerplätzen durch einen Steineichenwald, gelangt nach etwa 20 Minuten zu einer breiten Piste und biegt dort rechts ab. In entgegengesetzter Richtung liegt übrigens nicht weit entfernt der Coll de sa Línea, bei dem der Aufstieg zum Puig de Massanella beginnt.
Der Forstweg schlängelt sich in einigen Kehren abwärts. Bei einer Gabelung wird dann rechts (Steinmännchen) auf einen Pfad abgebogen und zehn Minuten später das Landgut Comafreda erreicht. Hier bietet sich nach Westen ein herrlicher Ausblick auf die Tausender Es Frontó, Puig de Massanella und Puig d´en Galileu. Im Norden erhebt sich der Felskoloss Puig Tomir.
Weiter geht es rechts von den Häusern Comafreda auf einem breiten Weg. Nach einigen Minuten trifft man bei einem Tor auf eine kleine Holzhütte. Hier kassiert an Angestellter der Finca Comafreda vier Euro Mautgebühr. Der Posten ist allerdings nicht immer anzutreffen. In diesem Fall kann der Wanderer ohne zu zahlen über eine Leiter steigen. Schließlich werden eine Gabelung (hier links abbiegen), kurz darauf die Font des Guix und wenig später die Tankstelle am Coll de sa Batalla erreicht.
Information
Wegstrecke: 9 km (Rundtour)
Nettogehzeit: 3 Stunden
Höhenunterschied: 300 Meter
Anfahrt von Palma: Auf der Ma-13 nach Inca. Dort auf der Ma-2130 Richtung Kloster Lluc bis Coll de sa Batalla.
Anfahrt mit Zug und Bus, Auskunft über Abfahrtszeiten: Tel.: 971-17 77 77, http://tib.caib.es. Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf schattigen Waldpisten, Trampelpfaden und über spitzes Karstgestein. Beim Aufstieg zum Pas de n´Arbona Trittsicherheit notwendig. Unbedingt an die markierte Route halten!
Ausrüstung: Wanderstiefel.
Einkehr: Restaurant Coll de sa Bataia, Escorca, Ctra. Inca-Lluc, km 14,8,
Öffnungszeiten: 8 bis 20 Uhr, montags geschlossen.