Eine Wanderung bei Andratx über den Gebirgszug Serra de Garrafa

16-12-2009  
Mehrmals muss zerklüftetes Gestein überwunden werden.
Mehrmals muss zerklüftetes Gestein überwunden werden. Grafik: MZ

ROLAND OTTO Die mittelschwere Tour beginnt in Andratx am Ende der Straße Carrer de Son Prim und gegenüber der Schule Baltasar Porcel. Dort biegt rechts der Camí de Son Xina ab. Rund 100 Meter weiter wird bei einer eingefallenen Hütte ebenfalls rechts abgebogen. Kurz darauf findet der Wanderer ein Gehege mit einem Kleintierzoo vor: Zwei Hunde schlagen vor dem ungebetenen Besucher Alarm, mit der Folge, dass in einem Gehege Gänse lebhaft schnattern und Hühner mit bunten Federkleidern aufgeregt herumlaufen. Auch ein Pfauenpärchen ist hier anzutreffen.

Die Asphaltpiste führt dann leicht ansteigend durch eine Kulturlandschaft aus Mandel-, Johannisbrot- und Feigenbäumen. Dabei bleibt man immer auf der Hauptpiste und gelangt rund 15 Minuten nach Tourstart zu einer Gabelung, bei der rechts bei dem Schild „Camí de Son Simo, Nr. 14 - 17“ ein Flurweg abbiegt. Direkt am Abzweig steht auch ein Eisentor. Hier darf man sich von dem Schild „Camino particular, prohibido el paso“ (Privatweg, Durchgang verboten) nicht irritieren lassen. Zum einen sind die Wörter „prohibido el paso“ durchgestrichen, zum anderen hat der Besitzer links einen Durchgang mit zwei Stufen gelassen.

Danach windet sich ein breiter Weg in steilen Serpentinen durch einen Steineichen- und Kiefernwald nach oben. Man erreicht schließlich rund 30 Minuten nach dem Abzweig bei dem Eisentor ein Bergtal und ein nicht mehr bewirtschaftetes Anwesen. Einer in die Mauer eingeritzten Jahreszahl ist zu entnehmen, dass der Hof 1832 errichtet worden ist. Das Gebäude diente Mönchen zwischenzeitlich auch als Einsiedelei und wird deshalb s’Ermita genannt. Ursprünglich war die Steinhütte aber ein porxo d’olivar (Hütte der Ölbaumplantagen). Olivenbäume stehen heute noch in unmittelbarer Nähe auf Terrassen. Jetzt nutzen mallorquinische Familien die Hütte als Picknickplatz. Aber auch Wanderer können sich auf Steinbänken vor dem Gebäude zur Rast niederlassen.

Weiter geht es geradeaus auf der Waldpiste. Rund 300 Meter nach dem porxo wird dann ein zu öffnendes Holzgattertor durchschritten. Der Weg steigt in Kehren weiter an. In einer dieser Kurven, einer Linkskehre, verweisen eine gelbe und blaue Markierung an einem Holzpfahl rechts auf einen Pfad. Dieser führt nach 30 Metern bei einer Felswand zu einem breiten Weg (links befindet sich ein Schuppen), auf dem rechts abgebogen wird (blauer Punkt). Die Piste verläuft dann weiterhin aufwärts zu einer größeren Lichtung und dort halbrechts hinauf zu einem Mauerdurchlass, der von unten schon zu sehen war. Von dem porxo d’olivar bis hierher sind rund 20 Minuten zu veranschlagen.

Hinter der Mauerbresche beginnt jetzt rechts (blauer Punkt) ein Pfad, der hangwärts nach oben führt. Der Wanderer kommt dabei an einem avenc, einem mehrere Meter tiefen Erdloch, vorbei. Auf der sehr steinigen Piste ist dann (blaue Kleckse) eine große Ebene erreicht, die längs gequert wird. Am Ende des Plateaus knickt die Route bei einer blauen Markierung halblinks ab, führt zunächst über schroffes Gestein und danach auf einem steinigen Trampelpfad weiter nach oben (blaue Punkte) bis zu einer weiteren Ebene, die ebenfalls längs gequert wird. Im Anschluss verläuft der Steig weiterhin aufwärts, ehe er wieder abwärts zu einem kleinen Plateau führt. Hier ist nun oben der Hauptgipfel der Serra de Garrafa, der Puig de Garrafa, mit seinem Brandguck schon zu sehen.

Rechts von dem kleinen Plateau befinden sich mehrere umgestürzte Kiefern und auf Gesteinsbrocken zwei blaue Pfeile. Diese Stelle merkt man sich für den Rückweg, weil hier dann wieder der Abstieg nach Andratx erfolgt. Von der Mauerbresche bis hierher ist eine Gehzeit von rund 45 Minuten einzukalkulieren.

Nun beginnt am Ende der kleinen Ebene halblinks (blaue und grüne Markierung) im Zickzack der Steilaufstieg zum Gipfel. Die Route führt über zerklüftetes Gestein und teils auf einem Pfad in zehn Minuten auf den Puig de Garrafa. Neben dem Brandguck befinden sich hier oben noch eine kleine Hütte, eine Steinpyramide und ein Sockel mit einer Vermessungssäule.

Aus 462 Metern Höhe ist der Blick nach Südwesten und Südosten überwältigend: Er reicht von der Insel Dragonera mit ihrem über 350 Meter hohen Drachenkopf Na Pòpia über Port d’Andratx, Santa Ponça, die Malgrats-Inseln und die Illa del Toro bis hin zur Bucht nach Palma. Nach Norden und Nordwesten hat man eine fantastische Fernsicht auf die Serra de Tramuntana mit dem Puig de Bauçà bei Puigpunyent, die Mola de s’Esclop, den Puig de Galatzó und die Talaia Vella bei Valldemossa.

Für den Rückweg begibt sich der Wanderer wieder zurück zu der kleinen Ebene mit den umgestürzten Kiefern und den zwei blauen Pfeilen und biegt dort links auf einen Trampelpfad ab. Die steinige Piste führt in steilen Kurven durch die Senke Comellar de Can Pau nach unten, wobei regelmäßig vorhandene blaue und gelborange Markierungen die Richtung zeigen. Danach verläuft die Route auf einem sehr steinigen Pfad weniger steil parallel zu einer torrentera, einem kleinen Bachbett, weiter nach unten. Auch hier signalisieren durchgehend blaue und gelborange Punkte den Wegverlauf. Mehrmals müssen dabei umgestürzte Bäume umgangen werden.

Schließlich sind Köhlerplätze und Reste einer Steinhütte und zehn Minuten später bei einem Felsdurchlass ein Eisentor mit einer Pforte erreicht. Für den Abstieg von der Ebene mit den zwei blauen Pfeilen bis hierher sind rund 50 Minuten vergangen. Bei dem Tor ist unterhalb auf der linken Seite ein breiter Flurweg zu erkennen. Dieser führt dann in wenigen Minuten zum Ortseingang von Andratx und dort rechts durch die Avenida Lluís Alemany wenig später in die Carrer de Son Prim und zu dem Parkplatz.

Infos
Wegstrecke: 10 km (Rundtour)
Nettogehzeit: rund 3,5 Std.
Höhenunterschied:
390 m
Anfahrt von Palma: Auf der Ma-1 bis Andratx. Dort von der Avda. Lluís Alemany rechts in die Carrer de Son Prim abbiegen. Gebührenfreier Parkplatz vorhanden.
Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf Waldwegen und steinigen Trampelpfaden. Mehrmals sind Passagen über zerklüftetes Gestein zu bewältigen. Der Abstieg durch die Senke Comellar de Can Pau erfordert absolute Trittsicherheit.
Hinweis: Tour nur bei stabiler Hochdruckwetterlage machen.
Ausrüstung: Wanderstiefel.
Einkehr: Lokale in Andratx.

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