Auf zur Mini-Madonna!

Eine Rundtour bei s´Arracó mit Aufstieg zum Puig d´en Farineta

17-02-2011  
Der gemauerte Mirador auf dem Puig d´en Farineta.
Der gemauerte Mirador auf dem Puig d´en Farineta.  Foto: Roland Otto

ROLAND OTTO Die mittelschwere Wanderung beginnt beim Friedhof von s´Arracó. Links vom Eingangstor des Friedhofs beginnt der asphaltierte Weg Camí de Son Verí. Dieser führt zunächst steil nach oben und später als Flurweg eben durch ein Tal. Geradeaus ist oben der Puig d´en Farineta zu sehen. Man erreicht dann eine Stelle, an der die Piste für Autos mit zwei betonierten Spuren versehen worden ist.

Rund fünf Meter weiter verweist ein Steinmännchen rechts auf einen Pfad, der kurz darauf zu einem Zaun führt, der zu dem Anwesen Son Verí gehört. Der Drahtzaun wird dann umgangen, wobei die Route auch über flachen Fels führt (Steinmännchen, rote Punkte). Man erreicht schließlich das Ende der Einfriedung und wandert dort geradeaus weiter (roter Klecks, Steinmännchen). Die Gehzeit vom Tourstart bis hierher beträgt rund eine Viertelstunde.

Ein steiniger Trampelpfad verläuft nun anfangs leicht ansteigend, später in einigen engen Kehren immer steiler aufwärts. Dabei zeigen regelmäßig vorhandene Steinmännchen und rote Markierungen die Richtung. Mehrmals ist der Pfad ausgesetzt, wobei der Wanderer dann über flaches Karstgestein aufsteigt. Schließlich wird eine markante Felswand mit einigen Höhlen und später eine Hochebene erreicht. Die Gehzeit vom Ende des Zaunes bis hierher hat rund 30 Minuten betragen.

Auf der linken Seite des Hochplateaus beginnt dann eine zehnminütige einfache Kraxelei über Karstgestein und schräge Platten (rote Markierungen, weithin sichtbare Steinmännchen) bis zum Gipfel vom Puig d´en Farineta mit seiner gemauerten Aussichtsplattform.

Unterhalb von diesem Mirador befindet sich an einem Felsen eine Kachel mit einer Krippendarstellung, die die Wandergruppe „Grup Excursionista Badia Gran" im Dezember 1990 angebracht hat. Daneben ist in einem kleinen Felsloch eine winzige Madonnenfigur aus bemaltem Ton aufgestellt. Fünf Meter weiter findet man neben der Plattform eine zweite Krippendarstellung vor.

Die Aussicht aus 324 Metern Höhe ist fantastisch: Die Dracheninsel Dragonera präsentiert sich in ihrer ganzen Länge vom Cap des Llebeig bis zum Cap de Tramuntana. Majestätisch ragt auf der Insel als „Drachenhaupt" der über 350 Meter hohe Berg Na Pòpia oder Puig des Far empor. Beim Blick auf das wunderschöne Eiland lässt der Gedanke erschaudern, dass vor 35 Jahren auf Dragonera ein Luxushotel und ein Hafen mit 600 Ankerplätzen gebaut werden sollte. Erst der massive Widerstand der mallorquinischen Bevölkerung durch zwei Besetzungen der Insel in den Jahren 1977 und 1979 sowie Demonstrationen konnten den baulichen Wahnsinn stoppen. Im Januar 1995 wurde Dragonera dann zum Naturpark erklärt.

Auch die Fernsicht vom Mirador ist beeindruckend. Der Blick schweift nach Nordosten von der Mola de s´Esclop über den Puig de Galatzó bis hin zum Puig de na Bauçà bei Puigpunyent. Nach Südosten reicht die Sicht bis nach Santa Ponça und zur Inselgruppe Illes Malgrats.

Rechts (mit Blickrichtung auf Dragonera) unterhalb vom Mirador befindet sich eine Hütte, zu der nun abgestiegen wird. Sie wurde durch einen Waldbrand stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Inschrift auf einer Tafel ist zu entnehmen, dass die Hütte 1968 von der Gemeinde Andratx und dem Foment del Turisme de Mallorca zu Ehren des mallorquinischen Wanderführers Gabriel Font Martorell errichtet worden ist. Gabriel Font hat 1964 – also Jahrzehnte vor der Zeit, in der Briten, Österreicher oder Deutsche das Wandern auf der Insel entdeckten – ein Buch mit 50 Wanderungen auf Mallorca geschrieben. Der Band war im Zusammenhang mit den Touren der Wandergruppe des Fremdenverkehrsverbands von Mallorca entstanden. Der vielseitige Autor (1897-1965) war auch Sportreporter und hat in einem Buch die erste Chronik des Fußballclubs Real Mallorca verfasst.

Der Rückweg verläuft dann auf einer anderen Route. Links von der Hütte beginnt ein Pfad (roter Pfeil), der abwärts wenig später zu einer Terrassenmauer führt. Hier befindet sich auch eine Steinpyramide. Man steigt jetzt weiter ab und gelangt dann bald zu einigen umgestürzten Kiefern, die den Weiterweg versperren. Der Wanderer muss nun links (roter Pfeil, Steinmännchen) etwa vier Meter auf einem Stamm einer entwurzelten Kiefer balancieren, folgt dann den Steinmännchen und kraxelt eine kurze Passage über flachem Fels. Man trifft dann wieder auf einen Pfad und ignoriert bei einer Wegteilung links einen Abzweig und biegt rechts (rote Punkte, Steinmännchen) ab.

Der steinige Trampelpfad führt nun durch einen Kiefernwald weiter hinab auf einen breiten Weg. Der Abstieg von der Hütte bis hierher hat rund 20 Minuten betragen. Die Piste verläuft dann weniger steil abwärts (Steinmännchen) bis zu einem Areal mit aufgeforsteten Kiefern. Man gelangt zu einem Bachbett, quert dieses, biegt rechts ab und wandert bei einer gleich folgenden Gabelung geradeaus weiter (rote Markierungen, Steinmännchen). Die Gehzeit vom Beginn des breiten Weges bis hierher hat rund zehn Minuten betragen.

Eine Piste führt nun durch ein Tal. Nach rund 300 Metern biegt der Wanderer bei roten Klecksen rechts auf einen Trampelpfad ab. Dieser verläuft durch ein weiteres Tal (rote Punkte an Baumstämmen), wobei noch einmal ein kleines Bachbett gequert wird. Schließlich wird nach einer Hüttenruine ein Sattel erreicht (rote Kleckse), bei dem auch eine Steinhütte steht. Hier wandert man nun geradeaus (roter Punkt) weiter, ignoriert nach rund 200 Metern einen linken Abzweig und erreicht geradeaus (roter, gelber Klecks) ein Wochenendhäuschen, das umgangen wird. Die Gehzeit von dem Abzweig bei dem ersten Bachbett bis hierher hat rund 25 Minuten betragen. Danach gelangt der Wanderer auf einen breiten Weg, der kurz darauf zum Friedhof von s´Arracó führt.

Streckeninfos:
Wegstrecke: 7 km (Rundtour)
Nettogehzeit: rund 2 Std.
Höhenunterschied: 200 Meter
Anfahrt von Palma: Auf der Ma-20 und Ma-1 nach Andratx. Dort Richtung Port d´Andratx und dann rechts (Schild „s´Arracó, Sant Elm") auf der Ma-1050 nach s´Arracó. Hier auf der Ma-1030 Richtung Sant Elm bis Kilometerstein 5, bei dem sich der Friedhof von s´Arracó und ein Parkplatz befinden.
Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf Asphaltpisten, breiten Waldwegen, Trampelpfaden und über spitzes Karstgestein. Beim Aufstieg zum Gipfel ist Trittsicherheit notwendig.
Ausrüstung: Wanderstiefel.
Einkehr: Lokale in s´Arracó oder Andratx.

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