Hinein ins schwarze Tal

Eine Wanderung von Calvià auf den Puig de na Bauçà

02-12-2010  
Steinhütte von Kalkbrennern und Köhlern unterhalb des Puig de na Bauçà.
Steinhütte von Kalkbrennern und Köhlern unterhalb des Puig de na Bauçà.  Foto: Roland Otto

ROLAND OTTO Die mittelschwere Wanderung beginnt in Calvià. Dort ist in der Ortsmitte von der Carrer Major links in die Carrer Jaume III und am Ende der Straße bei dem Haus „La Palmera" rechts in die Carrer de Son Mir abzubiegen. Hundert Meter weiter bleibt man bei dem Schild „Galilea, Puigpunyent" geradeaus auf der Carrer de Son Mir und gelangt auf dieser zum Ortsende von Calvià.

Eine Fahrbahn schraubt sich nun in einigen Kehren aufwärts. Rund eine Viertelstunde nach Tourstart zweigt bei dem Schild „Galilea, Puigpunyent" links ein Waldweg ab. Hier befindet sich auch eine detaillierte Wanderkarte („Camí a Calvià – Son Font – Galilea"). Die Waldpiste führt dann ansteigend zu einer kleinen Finca mit einer Zisterne. Rund 50 Meter hinter dem Häuschen verweisen ein Holzpfostenpfeil und drei rote Pfeile an einer Kiefer rechts auf einen Weg, der zunächst aufwärts und dann abwärts zu einem überdachten aljub, einem Wassersammelbecken, führt.

Das Reservoir diente einst Köhlern und Kalkbrennern zur Wasserversorgung. Heute befindet sich neben dem aljub ein Picknickplatz, der zurzeit von Plastikmüll und anderen Abfällen übersät ist. Die aljubs sind überall in der Serra de Tramuntana vorzufinden und gelten als Kulturgut, weil sie Relikte der ausgestorbenen Berufe der Köhler, Kalkbrenner und Schneesammler sind. Man stelle sich einmal vor, die Inspektoren der Unesco, die den Antrag des Consell Insular de Mallorca auf Aufnahme der Serra de Tramuntana in die Liste des Weltkulturerbes prüfen und beurteilen, würden diese unappetitliche Müllhalde sehen. Sie wären sicherlich not amused.

Weiter geht es geradeaus (Holzpfostenpfeil) auf einem steinigen Trampelpfad, der sich in einigen Kehren sehr steil durch das Vall Negra nach oben windet. Der Name „schwarzes Tal" ist auf den Kiefern- und Steineichenwald in der Talsenke zurückzuführen. Die Bäume stehen dicht an dicht und schlucken deshalb das Sonnenlicht. Auf diesem Abschnitt, der auch an Steilwänden mit imposanten Tropfsteinhöhlen vorbeiführt, zeigen Holzpfostenpfeile und einige Steinmännchen die Richtung. Schließlich wird ein coll, ein Sattel, erreicht. Die Gehzeit von dem Abzweig mit der detaillierten Wanderkarte bis hierher hat rund 25 Minuten betragen.

Vom Sattel folgt man dann rechts dem Schild „Son Font, Galilea" und gelangt auf einem breiten Weg zu einer Asphaltpiste und biegt am Ende der Fahrbahn links (Schild „Galilea, Puigpunyent") bei der Villa Colina in den Camí d´es Molí Fariner ab. Die Gehzeit von dem Sattel bis hierher hat rund fünf Minuten betragen.

Die Straße verläuft dann – vorbei an komfortablen Villen mit teils riesigen Gärten – steil aufwärts. Bei einer Wegteilung folgt man der Beschilderung „Camí de Son Font" und „Galilea, Puigpunyent" und genießt dabei den wunderschönen Ausblick auf das Meer bei Portals Vells, der Cala Figuera und Cala Refeubetx sowie auf die Costa de la Calma. Auch der Gebirgszug Serra de Garrafa bei Andratx ist zu erblicken.

Schließlich gelangt der Wanderer rund 20 Minuten nach dem Abzweig bei der Villa Colina zu einem Mauerdurchlass. Hier beginnt geradeaus der Camí de Na Morruda, der wenig später zu dem Gestüt Na Morruda und einem Tor mit Pforte führt. Kurz darauf ist der Brunnen Son Font, der sich links des Weges befindet, erreicht. Hier ist geradeaus der Puig de na Bauçà zu sehen.

Geradeaus (Holzpfostenpfeil) geht es auf einer Kieselpiste auch weiter. Diese verläuft abwärts in einen Talkessel, wendet sich unten nach rechts (Pfeil) und steigt dann wieder an. Man gelangt schließlich zu einem Tor, das links auf einer Leiter überstiegen wird. Dahinter führt ein breiterer Pfad mal aufwärts und dann eben durch einen Kiefernwald. Bei Abzweigen folgt der Wanderer den Holzpfostenpfeilen und umrundet dann die tief eingeschnittene Talsenke Coma des Llamp. Dabei ist immer wieder ein exzellenter Ausblick auf den Puig de Galatzó und das Bergdorf Galilea zu genießen. Auch der Tafelberg Mola de s´Esclop präsentiert sich in seiner ganzen Pracht.

Rund 30 Minuten nach dem Brunnen Son Font gelangt man zu einem Schild „Galilea, Puigpunyent", wandert dort etwa 300 Meter geradeaus bis zu einer Stelle weiter, bei der ein roter Pfeil auf einem Stein nach rechts verweist. Hier ist der Einstieg für den Aufstieg zum Puig de na Bauçà. Ein Holzpfostenpfeil signalisiert geradeaus die Route nach Galilea und Puigpunyent über den Coll des Molí des Vent. Ein breiter Weg führt nun rechts kurz nach oben (Steinpyramide) und dann bei einer Wegteilung halb rechts (Steinmännchen) auf eine breite Piste. Diese verläuft – vorbei an zwei Kalköfen – durch einen Steineichen- und Kiefernwald aufwärts bis zu einer Mauer mit Durchlass und dahinter zu einer Ebene. Hier befindet sich links 20 Meter entfernt unter Bäumen eine vollständig erhaltene, mit einer Kuppel überdachte Steinhütte, die vermutlich einst Kalkbrennern und Köhlern als Unterkunft diente.

Das Plateau wird jetzt längs gequert und nach rund 30 Metern links (Steinmännchen) auf einen Pfad abgebogen. Der Steig schraubt sich dann in engen, mauergestützten Spitzkehren sehr steil nach oben. Mehrmals müssen umgestürzte Kiefern umgangen werden. Die Serpentinen enden schließlich bei einem Felsabbruch, von dem nach wenigen Metern die Vermessungssäule auf dem Puig de na Bauçà erreicht ist. Die Gehzeit vom Abzweig mit dem roten Pfeil auf den Gipfel hat rund 35 Minuten betragen.

Die Fernsicht von dem fast 620 Meter hohen Berg ist spektakulär. Der Blick schweift über das Teix-Massiv, die Serra d´Alfàbia, den Penyal des Migdia, Puig Major und Puig de Massanella bis zur Bucht von Alcúdia und die Halbinsel Ferrutx. Im äußersten Südwesten erhebt sich die Insel Dragonera aus dem Meer.

Infos:
Wegstrecke: 15 km (hin und zurück)
Nettogehzeit: 4 Std. 30 Min.
Höhenunterschied: 520 m
Anfahrt von Palma: Auf der Ma-1 und der Ma-1015 nach Calvià. Die C/. Major befindet sich im Ortszentrum bei der Plaça Església.
Tourencharakter: mittelschwere Wanderung auf Asphalt, breiten Waldwegen und Trampelpfaden. Beim Aufstieg zum Puig de Bauçà ist Trittsicherheit, auf dem Gipfel Schwindelfreiheit notwendig.
Hinweise: Wer keine Lust hat, denselben Weg zurückzulaufen, kann auch auf dem Coll des Molí des Vent ein zweites Auto abstellen oder sich dort abholen lassen. Den Sattel erreicht man folgendermaßen: Nach dem Abstieg vom Bauçà biegt man bei dem Abzweig mit dem roten Pfeil rechts ab, folgt den Holzpfostenpfeilen und der Beschilderung „Galilea, Puigpunyent". Die Gehzeit: eine Viertelstunde.
Ausrüstung: Wanderstiefel.
Einkehr: Lokale in Calvià oder Galilea.

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