Auf dem alten Weg zur Apotheke

Eine Rundtour bei Puigpunyent über den Gutshof Son Fortesa zur Ermita de Sant Onofre

17-02-2011  
Das Landgut Son Fortesa liegt auf einem terrassierten Hügel.
Das Landgut Son Fortesa liegt auf einem terrassierten Hügel.  Foto: Roland Otto

Der Camí vell d´Estellencs, der alte Weg von Estellencs, war bis 1913 die einzige Verbindung zwischen den Gemeinden Estellencs und Puigpunyent. Zudem verband er mit dem Camí vell de Palma die beiden Bergdörfer mit Palma, wobei die Route über den Sattel Coll de Son Carrill und la Vileta führte. Auf den beiden Wegen wurden Waren aller Art transportiert. Für die Bewohner von Estellencs befand sich noch Anfang des 20. Jahrhunderts aber auch die nächste Apotheke in la Vileta bei Palma. Die heutige Rundtour verläuft im ersten Abschnitt auf dem Camí vell d´Estellencs.

Die leichte Wanderung beginnt am Ortsausgang von Puigpunyent bei Kilometerstein 1 der Straße Ma-1101, die weiter durch das Tal Vall de Superna Richtung Esporles führt. Dort biegt links bei dem Haus „Es Comella de sa Parra" eine schmale Fahrbahn ab. An dieser Stelle wird man auf dieser Rundtour auch wieder ankommen.

Auf der Asphaltpiste passiert man nach 100 Metern ein offenes Eisentor und wandert dann auf einer Allee mit wunderschönen Platanen weiter. Links oben ist das herrschaftliche Anwesen Son Fortesa zu sehen.

Diese possessió steht auf einem mit meterhohen Mauern terrassierten Hügel. Das Landgut wurde einst von den Mauren als eine alquería gegründet. Danach wechselten mehrmals die Besitzer. Son Fortesa war dank seiner Quellen bei der landwirtschaftlichen Produktion sehr ertragreich. Auf dem weitläufigen Gelände wurden – neben Oliven – auch Getreide und Wein angebaut. Zur Herstellung von Mehl war eine Wassermühle, zur Erzeugung von Olivenöl eine tafona, eine Ölpresse, in Gebrauch. In einem celler wurde Wein hergestellt. Auch eine Ziegelei, zu der man bei dieser Wanderung noch kommen wird, war vorhanden.

Weiter geht es auf der Zufahrtsstraße von Son Fortesa bis rund 50 Meter vor den Gebäuden. Die Gehzeit vom Tourstart bis hierher hat rund zehn Minuten betragen. Nun verweisen ein Holzpfostenpfeil und ein Schild „Camí vell d´Estellencs" rechts auf eine breite Piste. Nach einigen Metern wird ein Gittertor durchschritten (bitte wieder schließen!). Der Waldweg windet sich dann in etlichen Kehren (Steinmännchen, rote Kleckse) nach oben. Beim Aufstieg wird ein aus einem Lattenrost provisorisch errichtetes Tor erreicht, das mit einer Drahtvorrichtung zu öffnen ist.

Danach wandert man auf dem ansteigenden Karrenweg und später einer Fahrbahn weiter, folgt dabei den Holzpfostenpfeilen, Steinmännchen und roten Punkten, gelangt rund eine Viertelstunde nach den Häusern von Son Fortesa zu einem Abkürzungspfad und auf diesem kurz darauf zu einer Ebene mit einer kleinen Hausruine. Dabei handelt es sich um eine ehemalige teulera, eine Ziegelei, in der noch bis in die 1940er Jahre Ziegel hergestellt worden sind.

Bei der Ziegelei führt die Piste nun links (Holzpfostenpfeil) in zwei Minuten zu den Cases de Muntanya, die ebenfalls zu Son Fortesa gehören und die nicht mehr bewirtschaftet sind. Neben der Ruine befindet sich die Quelle Font de l´Albelló. Von dort wurde das Wasser in heute noch vorhandenen síquias (gemauerten Wasserkanälen) über Hunderte von Metern zur Ziegelei und zu den Feldern geleitet.

Weiter geht es von den Cases de Muntanya rechts (Holzpfostenpfeil) auf dem Camí vell d´Estellencs. In der Folge steigt die Piste moderat, nach einem zweiten Mauerdurchlass steiler an. Durchgehend vorhandene Steinmännchen, rote Farbkleckse und Holzpfostenpfeile signalisieren dabei immer die Richtung. Schließlich wird rund 20 Minuten nach den Cases de Muntanya der Sattel Trescollet erreicht, an dem links die Route nach Estellencs und geradeaus (Schild „Es Grau, Puigpunyent") die hier beschriebene Wanderung verläuft.

Eine breite Piste schlängelt sich dann in einigen Kehren abwärts (Holzpfostenpfeil). Man gelangt zu einem gut erhaltenen Kalkofen. Etwa 50 Meter weiter verweisen zwei Steinmännchen rechts auf einen Pfad, der (einige Steinmännchen) zu einer Mauer mit Lücke und danach gleich zur Ermita de Sant Onofre führt. Diese Einsiedelei wurde 1660 errichtet und dann fast 30 Jahre von dem Mönch Jaume Català bewohnt. Die Ermita diente in der Folge bis Anfang des 19. Jahrhunderts mehreren Mönchen als Unterkunft. Von 1917 bis 1934 lebte hier der payés Francesc Llinàs und bewirtschaftete mit seinen Eltern die Terrassen unterhalb der Ermita.

Anschließend begibt man sich wieder zum Hauptweg, wandert rechts weiter und gelangt auf der breiten Piste nach rund zehn Minuten zu einem Mauerdurchlass. Dahinter führt ein teils gestufter und gepflasterter Weg in Kurven abwärts. Beim Abstieg (Holzpfostenfeil) ist an klaren Tagen eine herrliche Fernsicht zu genießen. Sie reicht über das Tal Vall de Superna bis hin zur Talaia Vella bei Valldemossa, den Caragolí, das Teix-Massiv und die Serra d´Alfàbia.

Schließlich ist rund zehn Minuten nach dem Mauerdurchlass ein breiter Weg erreicht, auf dem rechts (Holzpfostenpfeil) abgebogen wird. Die Piste führt dann zunächst eben, später nach einem Schild „Es Grau, Puigpunyent" talwärts bis zu einem offenen Eisentor (Tafel „Agroturisme, Sa Campaneta"). Hinter dem Tor beginnt eine Fahrbahn, die in einigen Serpentinen (Holzpfostenpfeil) weiter abwärts verläuft. Man gelangt dann nach weiteren 20 Minuten zu einem offenen Tor und kurz darauf auf die Straße Ma-1101, biegt dort rechts (Schild „Puigpunyent") ab und erreicht nach rund 100 Metern den Coll des Grau. Jetzt sind – von einigen mit Holzpfostenpfeilen und roten Klecksen gekennzeichneten Abkürzungspfaden abgesehen – noch zwei Kilometer auf der Straße bis zum Ortseingang von Puigpunyent zu wandern. Rund 30 Minuten nach dem Coll des Grau wird dann das Haus „Es Comellar de sa Parra" erreicht.

Infos:
Wegstrecke: 9 km (Rundstrecke)
Nettogehzeit: rund 2,5 Std.
Höhenunterschied: 410 m
Anfahrt von Palma: Auf der Ma-1042 und Ma-1041 bis Puigpunyent.
Tourencharakter: Leichte Wanderung auf Karrenwegen, Pfaden und Asphaltpisten mit spektakulären Blicken auf den Puig de Galatzó. Direkt an der Auffahrtsstraße zum Landgut Son Fortesa lebt hinter einem Tor eine Schweineherde mit schwarzen und hellhäutigen Schweinen und Frischlingen, die Besucher neugierig betrachten und von ihnen auch Futter erwarten.
Ausrüstung: Wanderstiefel.
Einkehr: Lokale in Puigpunyent.

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