Can Rubí: Pfandsystem im Weinkeller

14-02-2008  
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Zwei Generationen, eine Bodega: Can Rubí in Santa Maria del Camí mit Lorenzo, Tomeu sen. und Tomeu jun. (v.li.)   Foto: Sebastián Terrassa

Wer gebrauchte Flaschen zurückbringt, bekommt fünf Cent

Von Kirsten Lehmkuhl

Negre 14º: 1,70 Euro, Sang de Bou: 1,90 Euro, Negre 13º: 1,60 Euro. In der Bodega Can Rubí in Santa Maria del Camí geht es zu wie in alten Zeiten. Da gibt es den Wein literweise vom hölzernen Fass und das seit 1912. ýBesonders viele Deutsche schätzen das", sagt Lorenzo Rubí, Urenkel des Firmengründers. Doch wer glaubt, dass ein riesiger Grundbesitz zur Kellerei gehört, der irrt. Im Gegenteil: Wahrscheinlich ist es eines der kleinsten Stückchen Land, über die ein professioneller Mallorca-Winzer verfügt. ýEs sind 12.000 Quadratmeter direkt neben der Autobahn", sagt Rubí, mithin etwas mehr als ein Hektar. Der Rest für die jährliche Weinproduktion von rund 40.000 Litern wird von Bauern aus der Gemeinde dazugekauft.

Lorenzo Rubí hat seit einiger Zeit das Ruder in die Hand genommen und unter anderem durchgesetzt, dass ein großer Teil des Weines auch auf Flaschen gezogen wird. Ein Weißer, ein Roter und ein Roséwein sind im Angebot, die 0,7-Liter-Flasche zu 1,60 Euro. Und während der Rote wie auch der rosado eine Coupage von Mantonegro und Cabernet Sauvignon ist, wurde der Weißwein zu 100 Prozent aus der traditionellen Mallorca-Traube Prensal Blanc gekeltert. Auch eine etwas bessere Edition zu 3,70 Euro pro Flasche hat der Jungwinzer auf den Markt gebracht. Der tinto joven Can Rubí 2006 enthält neben Mantonegro und Cabernet Sauvignon zu einem Viertel Shiraz. Die ýPremium-Marke" des Hauses heißt derzeit Can Rubí 2005, ein Crianza, der zwölf Monate in Fässern aus amerikanischem und ungarischem Holz ausgebaut wurde (6,60 Euro).

Die bei Can Rubí verwendeten Flaschen erleben übrigens zum Teil ihr zweites Leben. Denn in dem Familienbetrieb werden alte botellas entgegengenommen, gesäubert und wiederverwertet. Ein Kloster in Palma, das leere Flaschen in Restaurants und Hotels sammelt, unterstützt sie dabei. Das Geld, das die Gottesfürchtigen auf diese Weise einnehmen, wird für den Bau von Schulen in Entwicklungsländern eingesetzt. Auch wer privat seine Flaschen zurückbringen möchte, kann das tun - und erhält jeweils fünf Cent dafür. Pfandsystem auf mallorquinisch.
ýDas hilft uns, unsere Kosten niedrig zu halten und unsere Produkte zu einem guten Preis anzubieten", sagt der 22-Jährige, der das Winzern von seinem Vater Tomeu gelernt hat. ýEigentlich bin ich ja Automechaniker", erzählt er, ýaber es gefällt mir viel besser, Wein zu machen." Das, was er weiß, hat er nicht in Kursen und nicht in Seminaren gelernt. Für ihn zählt die Erfahrung. Und die hat er! Denn er begleitet seinen Vater, seit er fünf Jahre alt ist, auf das Feld und in die Keller.

Can Rubí, Plaça Nova 26, Santa Maria, Telefon: 971-62 09 40.
Geöffnet: Dienstag bis Freitag 9 bis 13 Uhr, 16 bis 20 Uhr, Samstag 9 bis 13 Uhr, Sonntag 9 bis 14 Uhr.
Montags geschlossen.

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