Bodega Ramanyà in Santa Maria

16-09-2008  
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Winzer Antoni Ramis liebt Wein, Werkzeug von anno dazumal und alte mallorquinische Gerätschaften.
 Foto: Nele Bendgens

KIRSTEN LEHMKUHL Das Winzern hat sich Antoni Ramis von der Bodega Ramanyà selbst beigebracht – Und überrascht immer wieder mit ungewöhnlichen Einfällen

Er ist ein Selfmademan, wie er im Buche steht. Jahrelang hatte Antoni Ramis davon geträumt, Winzer zu werden. Doch weder in seiner Familie hatte der Weinbau eine große Tradition, noch hatte er entsprechende Studien absolviert. Also fing er mit 19 ganz bescheiden an, kaufte Stahltanks, die nicht mehr als 100 und 200 Liter fassten – sie sollten für erste Experimente reichen.

2003 schließlich gründete er die Bodega Ramanyà in Santa Maria, kelterte fortan Rebensaft in größerem Maßstab – und sorgte für so manche Überraschung. Denn Ramis, heute 33 Jahre alt, war der erste auf Mallorca, der einen Rosé-Sekt produzierte und der erste Insel-Süßwein auf Mantonegro-Basis kam aus seiner Kellerei.

Insgesamt zwölf Hektar bewirtschaftet er mit zwei weiteren Familienangehörigen rund um Santa Maria, sieben Hektar sind eigenes Land. Er kultiviert neben Mantonegro auch Callet, ebenfalls eine traditionelle Inselrebsorte, sowie Merlot, Cabernet Sauvignon und Syrah für die Rotweine, sowie Chardonnay, Moscatel und Prensal Blanc für die Weißen. Und darüber hinaus experimentiert er in geringem Umfang mit Sorten wie Gorgollassa und Mandó.

Insgesamt sechs verschiedene Tropfen hat er auf dem Markt. Den Rosé-Sekt Goig (9,50 Euro), seinen Süßwein Somni (17 Euro, 0,375 Liter) sowie die drei Jungen: den Ramanyà Blanco (100 Prozent Prensal Blanc, 9,50 Euro), den rosado (100 Prozent Mantonegro, 6 Euro) und den tinto (Mantonegro, Cabernet Sauvignon, Syrah, Merlot, 7 Euro). Bleibt noch der Crianza Embat 2005 zu erwähnen, der aus den gleichen vier Rebsorten besteht. Der Wein wurde ein Jahr lang in Fässern aus französischem, amerikanischem, ungarischen und rumänischen Holz ausgebaut (9 Euro).

Die Weine tragen die Herkunftsbezeichnung D.O. Binissalem. Derzeit werden rund 65.000 Flaschen pro Jahr hergestellt. Ein wenig könnte er noch zulegen: Das Weingut ist auf eine maximale Produktion von 80.000 Flaschen ausgerichtet.

Natürlich kann ein Mann wie Ramis das Experimentieren nicht lassen. So hat er schon wieder ein neues Projekt im Kopf, mit dem er allerdings im Detail noch nicht herausrücken möchte. Nur so viel steht fest: Sein nächstes Produkt wird ein heller Sekt sein, der noch in diesem Jahr auf Flaschen gezogen wird.

Es ist die Vielfalt der Möglichkeiten, die Ramis so besonders an seinem Beruf reizt. Weil nie Routine aufkommt, weil jedes Jahr immer wieder anders ist. „Es sind so kleine Dinge, die alles komplett verändern können“, sagt er. Niederschlagsmengen, Zahl der Sonnenstunden, Lagen, so viele Faktoren beeinflussen letztendlich den Wein. Und manchmal ist es auch schlicht und einfach nur die Serviertemperatur. Einmal jedenfalls hat Ramis einem Kunden seinen Süßwein zum Verkosten gegeben. Er schenkte ihm den immer gleichen Tropfen mit unterschiedlicher Temperatur ein. Folge: Der Mann war fest überzeugt, dass es sich um drei verschiedene Jahrgänge handeln müsse … Da lag der Herr allerdings daneben, manchmal machen eben nur ein paar Grad den Unterschied (im Sommer serviert man diesen Dessertwein übrigens optimal bei sechs Grad Celsius).

Doch Ramis hat nicht nur Wein im Kopf. Er plant auch ein kleines Museum und sammelt bereits eifrig entsprechende Exponate. Öl- und Weinpressen, Pflüge, Spritzgeräte, Honig-Schleuder-Maschinen, zum Teil über 200 Jahre alt, … Ein kleiner Raum auf seiner Finca ist bereits mit zahlreichen Ausstellungsstücken versehen. Fragen Sie ihn einmal danach. Und er wird Ihnen wunderbare Geschichten erzählen über uraltes Werkzeug, landwirtschaftliche Gerätschaften und mallorquinische Maßeinheiten, die fast schon in Vergessenheit geraten sind. Für Ramis sind das, funktionstüchtig und aufpoliert wie sie sind, mehr als nur Gebrauchsgegenstände. Für ihn sind das obras de arte, Kunstwerke.

Bodegues Ramanyà, Quarter VIII, Nr. 16, Santa Maria,
Telefon: 680-41 79 29.
Besichtigungen: Montag bis Freitag 15 bis 19 Uhr, Samstag 9 bis 13 Uhr.

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