Das Weingut Biniagual in Binissalem

16-04-2009  
Margarita Graf mit den Önologen Miguel Ángel Cerdá und Pere Obrador.
Margarita Graf mit den Önologen Miguel Ángel Cerdá und Pere Obrador.  Foto: Willy

JUTTA CHRISTOPH In der Nase steigen reife rote Früchte auf, die an süße Balsamico-Würze, zarten Eukalyptusduft und einen Hauch von Kokos-Aromen erinnern. Auch am Gaumen geht der neue Rote aus der Bodega Biniagual äußerst angenehm vorbei: Der Crianza Verán ist rund und saftig, mit feinem rotbeerigem Konfit.

Spontan verliebt haben sich vergangenen Freitag (3.4.) bestimmt einige Gäste auf der Finca Biniagual in Binissalem, wo Margarita Graf und ihre Önologen Miguel Ángel Cerdá von der Bodega Ánima Negra Felanitx und sein Mitstreiter Pere Obrador die drei neuen Jahrgänge präsentierten. Dazu gehörten außer dem Rotwein Verán 2006 (aus den Rebsorten Mantonegro, Cabernet Sauvignon, Shiraz), der Weißwein Blanc Verán 2008 (Premsal, Chardonnay) und der Roséwein Verán Rosat 2008 (Mantonegro).

Auf den Namen Verán kam das deutsche Familienunternehmen Graf, das in Binissalem seit 1999 Wein anbaut und seit 2002 auch produziert, als sie in der Geschichte der Finca Biniagual stöberte. Vor vielen Jahren lebte dort mal die Adels­familie Vizconde Verán – so war der Name für den neuen Jahrgang geboren. Eine traditionsreiche und sehr passende Bezeichnung, wenn man bedenkt, dass die Weinstöcke der Bodega Biniagual auf geschichtsträchtigem Boden stehen. Bereits seit dem 13. Jahrhundert wird dort Wein kultiviert. Neben Rebsorten wie Shiraz oder Cabernet Sauvignon bauen die Grafs dort zum größten Teil die alte mallorquinische Mantonegro-Traube an – sie ist die Grundlage aller Rotweine von Biniagual.

Doch nicht nur die Weinsorten sind entscheidend für die Qualität. „Guter Wein entsteht vor allem auf dem Weinberg, daher hegen und pflegen wir unsere Rebstöcke das ganze Jahr hindurch“, sagt Margarita Graf. Höhepunkt der Arbeit sind die Lese und Kelterei, doch auch in den restlichen Monaten kümmert sich ein Team aus festen Mitarbeitern mit Liebe und Sorgfalt um die rund 148.000 Weinstöcke. „Im Verlauf des Jahres nehmen wir jeden einzelnen unserer Weinstöcke, einschließlich der Ernte, mindestens siebenmal in die Hand. Insgesamt wird also über eine Million Mal Hand angelegt.“

Auch was die Produktion von Trauben pro Pflanze angeht – als Winzer-Faustregel gilt, dass 1,5 bis 2 Kilogramm gute Qualität garantieren – setzt man in Biniagual auf Luxus: Dort wird pro Pflanze nur ein Kilo geerntet. Die Trauben fermentieren in Edelstahltanks, zur Reifung wird der junge Wein zwischen zwölf und 18 Monate in französischen Eichenfässern gelagert. Nach einer weiteren Reifezeit von vier bis sechs Monaten in der Flasche kommt der Wein dann in den Verkauf. Ob der vielversprechende Crianza Verán 2006 so viel Erfolg haben wird wie sein Vorgänger, Finca Biniagual Negre 2005, wird sich noch zeigen. Der hatte einen Preis als bester spanischer Newcomer bekom

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