28. August 2008
28.08.2008

Unglücksjet flog schon drei Tage mit abgeschaltetem Umkehrschub

29.08.2008 | 11:14

Schon drei Tage vor der Flugzeugkatastrophe in Madrid ist die Unglücksmaschine der Spanair mit abgeschaltetem Umkehrschub-Mechanismus geflogen. Ein Fehler beim Umkehrschub gilt bisher als eine mögliche Ursache des Absturzes. Wie die spanische Presse am Donnerstag berichtete, ist der Mechanismus an einem der beiden Triebwerke der MD-82 bereits am 17. August aufgrund technischer Probleme blockiert worden. Am 20. August stürzte die Maschine unmittelbar nach dem Start vom Madrider Flughafen ab. 154 Menschen starben, 18 wurden verletzt. Die Gesellschaft Spanair wies darauf hin, dass es bei Flugzeugen dieses Typs durchaus zulässig sei, eine begrenzte Zeit mit einem abgestellten Umkehrschub-Mechanismus zu fliegen.

Experten wiesen darauf hin, dass der Ausfall des Umkehrschubs an einem Triebwerk als "geringfügiger Mangel" eingestuft werde, der nicht sofort behoben werden müsse. Die Schubumkehr dient bei der Landung als zusätzliche Bremse. Sie trägt dazu bei, die Bremsen an den Fahrwerken zu entlasten und den Bremsweg zu verkürzen.

Zuvor waren bereits andere Mängel an der Unglücksmaschine bekanntgeworden. Im Juli hatte ein Pilot Geräusche am vorderen Fahrwerk bemerkt. Unmittelbar vor dem Absturz in Madrid war ein Startversuch wegen Problemen mit einem Temperaturfühler abgebrochen worden. "Das sind viele Mängel in kurzer Zeit", befand die Zeitung "El Mundo". "Auch wenn sie direkt nichts mit dem Unglück zu tun hatten, scheint sich die Maschine nicht in einem optimalen Zustand befunden zu haben."

Bei der Untersuchung der Absturzursache gehen die Experten auch der Hypothese nach, dass eines der beiden Triebwerke auf Umkehrschub gestellt war. Dabei war nach Presseberichten jedoch unklar, ob es sich um das Triebwerk handelte, bei dem dieser Mechanismus abgeschaltet war, oder um das Triebwerk mit intakter Schubumkehr.

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