13. November 2008
13.11.2008

Mallorca sieben Stunden ohne Strom: Ermittlungen eingeleitet

14.11.2008 | 10:35
Verkauf bei Kerzenschein.

Nach einem Stromausfall auf Mallorca und Menorca am Donnerstag in Folge eines Blitzschlags hat die balearische Landesregierung eine Untersuchung gegen den Stromversorger Gesa-Endesa angekündigt. Sollte der Stromausfall Folge mangelnder Wartung sein, werde man nicht zögern, Sanktionen zu erlassen, sagte Industrieministerin Francesca Vives.

Mehr als eine halbe Million Menschen waren bis zu sieben Stunden ohne Elektrizität. Ein Blitz war während eines Gewitters in das Heizkraftwerk bei Alcudia im Nordosten Mallorcas eingeschlagen. Der Ausfall der Anlage, die bei der Versorgung eine zentrale Rolle spielt, führte anscheinend in einer Kettenreaktion dazu, dass nicht nur auf Mallorca, sondern auch auf der benachbarten Insel Menorca das Stromsystem zusammenbrach. Die genauen Ursachen müssten jedoch noch ermitelt werden, sagte Andreu Rotger, Generaldirektor von Gesa-Endesa. Das Stromnetz auf Mallorca sei wegen der Insellage und der Isoliertheit weniger stabil als die Infrastruktur auf dem spanischen Festland.

Ein großer Teil der Bewohner blieb längere Zeit im Unklaren darüber, was geschehen war, da auch die meisten Radiostationen nicht mehr senden konnten. Das Telefonnetz und Teile des Mobilfunksystems brachen ebenfalls zusammen.

In Palma löste der Stromausfall ein Verkehrschaos aus, da keine Ampel mehr funktionierte. Mehrere Inselbewohner saßen in Aufzügen fest und mussten von Rettungsmannschaften herausgeholt werden. Der Flughafen war von dem Blackout nicht betroffen, weil er über eine eigene Notstromversorgung verfügt.

Vor elf Jahren hatte es auf Mallorca schon einmal einen kompletten Stromausfall gegeben. Dies war damals als ein Skandal empfunden worden und hatte heftige Vorwürfe gegen das Energieunternehmen ausgelöst.

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