07. Mai 2009
07.05.2009
KOMMENTAR

Real Mallorca - Mannschaft mit starkem Willen

06.05.2009 | 19:41

Jetzt, nachdem sogar Real Mallorcas Trainer Gregorio Manzano erstmals öffentlich „zugegeben" hat, dass der Klassenerhalt seiner Mannschaft unumstößliche Realität sei, wird es wohl Zeit, Abbitte zu leisten. So war doch an gleicher Stelle, vom gleichen Autor, vor etwas mehr als einem halben Jahr behauptet worden, dass der Abschied der Inselfußballer nach zwölfjähriger Erstliga-­Zugehörigkeit nicht mehr abzuwenden sei. Dies hat sich – Gott sei Dank – als ein Irrtum erwiesen, der hier gerne eingestanden wird.
Der Club befand sich damals in einer desolaten Situation, in der mehr über den möglichen Verkauf des Vereins als über die Leistungen auf dem Fußballplatz debattiert wurde. Nicht die Spieler, sondern der bankrotte Vereinspräsident Vicenç Grande und seine peinlichen Versuche, an der Macht zu bleiben, bestimmten die Schlagzeilen. Das sportliche Personal dümpelte derweil von Niederlage zu Niederlage. Die Wende kam erst mit dem Wechsel an der Vereinsspitze. Und das ist bemerkenswert. Denn seit Mateu Alemany als neuer und alter Präsident das Ruder Anfang des Jahres übernahm, hat sich eigentlich an den strukturellen Voraussetzungen nicht viel verändert. Noch immer steckt der Verein mit rund 40 Millionen Euro tief in der Kreide, potenzielle Investoren machen sich rar. Die Mannschaft wurde – vom Torwart mal abgesehen – in der Winterpause nicht verstärkt. Und selbst der Trainer, der in der Branche zumeist als Erster den Hut nehmen muss, behielt seinen Arbeitsplatz.
Statt Geld hat Alemany dem Club das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen gegeben. Insofern hat die Rettung Real Mallorcas vor allem psychologische Ursachen. Mannschaft und Umfeld haben wieder an sich geglaubt und aus eigener Kraft den Weg aus dem Schlamassel gefunden. Eine schöne Geschichte – vor allem vor dem Hintergrund der allgemeinen Krisenstimmung.

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