30. Juli 2009
30.07.2009

Deutsche wollen Zugtrasse auf Mallorca verhindern

17.07.2009 | 13:30

Eine Bürgerinitiative unter deutscher Leitung versucht die geplante neue Bahnverbindung zwischen Manacor und Artà im Nordosten Mallorcas zu verhindern. Der Ausbau der alten Bahnstrecke für einen Elektrozug verursache eine unwiderrufliche Beeinträchtigung der Umwelt und bedeute eine Geldverschwendung im großen Stil, kritisieren die Zuggegner. Die Gruppe "Alternativa al Tren" unter Leitung der deutschen Residentin Claudia Gelabert hat jetzt die von der Balearen-Regierung in Auftrag gegebene Umweltverträglichkeitsprüfung des Projekts analysiert. Laut der Auswertung der Zug-Gegner müssen für den Ausbau der Bahnstrecke auch neue Straßen mit einer Gesamtlänge von 40 Kilometern in der ländlichen Gegend gebaut werden, Berghänge könnten wegen der Erdarbeiten erodieren, es bestehe ein Risiko zur Verschmutzung und dem Rückgang des Grundwassers.

Um ihre Argumente deutlich zu machen, sind in den nächsten Wochen mehrere Treffen mit Bürgermeistern der Gegend, dem Umweltschutzverein GOB und den politischen Parteien angesetzt. Auch bei der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament reichten die Aktivisten Beschwerden ein. Besondere Aufmerksamkeit erregten sie auch in Deutschland, als sie vor einigen Wochen in Hamburg mit Plakaten auf die "Zerstörung" Mallorcas hinwiesen. Die im April gegründete Gruppe zählt rund 200 Mitglieder, darunter sind mehrere Deutsche. Viele der Zuggegner sind selbst unmittelbar von dem Bahnausbau betroffen, da die Strecke durch viele Privatgrundstücke führt. Mit dem Ausbau der rund 30 Kilometer langen Strecke soll Anfang 2010 begonnen werden.

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