17. Dezember 2009
17.12.2009

Air-Comet-Pleite: Bis zu 3.000 Betroffene auf Mallorca

Die hochverschuldete Fluggesellschaft hat ihre Fluglizenz verloren

23.12.2009 | 10:13
Betroffene Passagiere auf dem Flughafen Madrid.

Von der Pleite der spanischen Fluggesellschaft Air Comet sind auch bis zu 3.000 Passagiere auf Mallorca betroffen. Davon geht der Verband der Reiseagenturen aus. Unter den Kunden seien viele Immigranten aus Staaten Südamerikas, die ihre Flugtickets auf Raten gezahlt hätten und über die Weihnachtsfeiertage in ihre Heimatländer fliegen wollten. Ein Sprecher der Abteilung für Verbraucherschutz bei der balearischen Landesregierung forderte sie auf, Beschwerden einzureichen.

Das Madrider Verkehrsministerium hat dem hoch verschuldeten Unternehmen des spanischen Arbeitgeberpräsidenten Gerardo Díaz Ferrán am Dienstag (22.12.) bis auf weiteres die Fluglizenz entzogen. Am Vortag hatte ein Londoner Gericht eine Pfändung der gesamten Flotte von Air Comet angeordnet, weil das Unternehmen einen Bankkredit nicht zurückgezahlt hatte. Daraufhin stellte die Linie ihren Flugbetrieb ein. Air Comet verfügt nach Medienberichten über 13 geleaste Maschinen und hat 640 Beschäftigte. Die Linie hatte sich auf Flüge zwischen Spanien und Lateinamerika spezialisiert. Tausende von Passagieren saßen in Spanien und Lateinamerika fest. In Madrid blockierten Air-Comet-Fluggäste aus Protest eine Zufahrtstraße zum Flughafen der spanischen Hauptstadt.

Die Pfändung der Flotte hatten Londoner Richter angeordnet, weil Air Comet nach spanischen Medienberichten einen Kredit an die HSH Nordbank (Hamburg/Kiel) nicht zurückgezahlt hatte. Die Bank teilte mit, sie sei die Eignerin der Flugzeuge und suche nun nach anderen Fluggesellschaften, die diese Maschinen nutzen wollten. Die HSH Nordbank habe mit Rücksicht auf Weihnachtsurlauber angeboten, Air Comet noch für einige Tage die Nutzung der Maschinen zu gestatten. Das sei aber an der Geschäftsleitung und den Gewerkschaften gescheitert. Der spanische Verkehrsminister sagte, Air Comet habe die Offerte der Bank abgelehnt, weil "das Unternehmen nicht einmal das Geld hatte, den Treibstoff für die Flüge zu bezahlen".

auf Twitter teilen
auf Facebook teilen
Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |