29. April 2010
29.04.2010

UM-Krise: Stadtwerke-Chefin in Palma schmeißt hin

Bürgermeisterin Calvo kann nach gescheitertem Misstrauensantrag aufatmen - Ermittlungen bei Emaya

04.05.2010 | 12:01

Die Stadträtin und Leiterin der Stadtwerke Emaya in Palma de Mallorca, Cristina Cerdó, hat am Montag (3.5.) ihren Rücktritt erklärt. Die Politikerin der Regionalpartei Unió Mallorquina (UM) reagiert damit auf gescheiterte Pläne, Bürgermeisterin Aina Calvo (PSOE) mit Hilfe der Volkspartei (PP) aus dem Amt zu vertreiben. Der seit Wochen geplante Misstrauensantrag gegen Calvo war schließlich nicht zustande gekommen, nachdem sich PP und UM nicht hatten einigen können.

Der Rücktritt von Cerdó verschärft die Krise, in der sich die von Korruptionsskandalen geschüttelte Unió Mallorquina befindet. Zahlreiche Mitglieder der Partei im Stadtbezirk Palma kündigten ihren Parteiaustritt an. Mit dem Misstrauensantrag wollte die UM zurück an die Regierungsmacht, nachdem Bürgermeisterin Calvo die UM im Februar nach dem Bekanntwerden weiterer Korruptionsvorwürfe aus der Mitte-Links-Koalition entlassen hatte. Cerdó hatte sich aber bislang gegen alle Widerstände an das Amt der Stadtwerkeleiterin geklammert. In Bedrängnis kam sie zudem, da die Polizei wegen mutmaßlicher Vetternwirtschaft in den Stadtwerken ermittelt. So sollen Posten als Wahlgeschenk an Parteimitglieder vergeben worden sein.

UM und PP geben sich sich nun gegenseitig die Schuld dafür, dass der Misstrauensantrag nicht zustande kam. Die UM hatte offenbar weitergehende Verpflichtungen zum Schutz der katalanischen Sprache gefordert, auch um Posten soll gestritten worden sein.

Die Nachfolge von Cerdó an der Spitze von Emaya soll nun ein Politiker der PP übernehmen. Mit diesem Zugeständnis will Bürgermeisterin Calvo die Minderheitsregierung bis Ende der Legislaturperiode 2011 fortsetzen.

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