27. Mai 2010
27.05.2010

Hochzeitsflüge mit Militärmaschine haben gerichtliches Nachspiel

Die Gäste wurden per Flugzeug und Hubschrauber nach Formentera gebracht

11.06.2010 | 10:50

Die Nutzung eines Flugzeugs und eines Hubschraubers des spanischen Militärs für den Transport von Hochzeitsgästen von Mallorca nach Formentera hat ein gerichtliches Nachspiel. So wurde der verantwortliche Oberstleutnant Fernando Delgado vom Dienst suspendiert und festgenommen, nachdem er die Zweckentfremdung der Militärmaschinen eingestanden hatte. Der Oberkommandierende der spanischen Luftwaffe, Fernando Lens, äußerte sich entsetzt und kündigte eine gerichtliche Untersuchung an. Die Verantwortlichen hätten das Image des militärischen Luftrettungsdienstes (SAR) schwer beschädigt. Der Inselrat von Formentera forderte die Verantwortlichen auf, die Kosten für die Aktion zurückzuerstatten. Die Rede ist von mindestens 23.000 Euro. Auch die spanische Verteidigungsministerin Carme Chacó soll sich nun im Parlament zum Hochzeitsflug äußern.

Augenzeugen hatten auf die Benutzung der Militärmaschinen aufmerksam gemacht. So wurden Gäste einer Hochzeit auf Formentera am Wochenende (22./23.5.) unter anderem mit einem Helikopter vom Typ Puma HD-19 transportiert. Beim Bräutigam handelte es sich nach Informationen des "Diario de Mallorca" um einen Militärangehörigen, Oberstleutnant Delgado gehörte zu den ins Hotel Geko Beach geladenen Gästen. Gegenüber der Delegation der Zentralregierung auf den Balearen rechtfertigte er die Aktion zunächst mit Erkundungsflügen in der Gegend. Anwohner berichten, dass die Militärmaschinen auch früher schon bei Aktionen beobachtet worden seien, die nicht mit Übungen oder Rettungsaktionen in Verbindung gestanden hätten.

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