Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Durchfall-Masche von Briten
Die Hoteliers sammeln weitere Beweise für den Massenbetrug durch vorgetäuschte Lebensmittelvergiftungen

Britische Urlauber auf Mallorca. / Foto: Archiv DM
Die Staatsanwaltschaft in Palma de Mallorca hat Ermittlungen gegen ein Netzwerk von Betrügern eingeleitet, die mit der sogenannten Durchfall-Masche Hoteliers auf der Insel Schäden in Millionen-Höhe eingebracht haben sollen. Dabei geht es um meist britische Urlauber, die mutmaßlich von Anwaltskanzleien dazu angestiftet wurden, Lebensmittelvergiftungen vorzutäuschen, um das Geld für ihre All-inclusive-Urlaube auf Mallorca rückerstattet zu bekommen.
Im Auftrag mehrerer Hoteliers veranlasste die Anwaltskanzlei Monlex Hispajuris eine Untersuchung durch Privatdetektive. Diese konnten Indizien zusammensammeln, die dafür sprechen, dass es sich bei den massiven Reklamationen weder um echte Lebensmittelvergiftungen durch die Hotelrestaurants noch durch eine bloße Masche unter Touristen handelte. Den Vorwürfen der Kanzlei zufolge steht eine kriminelle Vereinigung hinter den Fällen: Anwaltskanzleien, die gezielt Urlauber anstiften, um gegen die britischen Reiseveranstalter zu klagen und Entschädigung zu verlangen. Dafür sollten die Urlauber während ihres Aufenthalts auf der Insel Durchfallmittel in der Apotheke zu kaufen, um dies hinter als vermeintlichen Beweis für eine Erkrankung im All-Inclusive-Urlaub im Hotel vorlegen zu können.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Durchfall-Masche von Briten
Die Entschädigungszahlungen hätten sich häufig auf über 6.000 Pfund (zur Zeit knapp 7.000 Euro) belaufen. Davon hätten die Urlauber rund 40 Prozent erhalten - ausreichend, um sich einen weiteren Urlaub auf der Insel zu finanzieren - und die übrigen 60 Prozent seien in die Tasche der Anwälte beziehungsweise derjenigen gegangen, die vor den Hotels für die Masche warben.
Das im Auftrag der Hoteliers zusammengestellte Beweismaterial wurde der Polizei vorgelegt, die bereits Anfang Juni zwei Verdächtige festnahm und verhörte. Anschließend verfasste die Polizei einen entsprechenden Bericht und legte ihn der Staatsanwaltschaft vor, die nun weitere Ermittlungen einleitete. /tg
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