Palmas Bürgermeister verurteilt Protestaktion gegen Massentourismus
Passagiere wurden von Demonstranten mit mehrsprachigen Transparenten empfangen. Wieder Anti-Touristen-Graffiti im Stadtzentrum

So sah es am Samstagvormittag (14.7.) bei der Demonstration am Flughafen in Palma aus. / Foto: Twitter Arran Palma
Mar Ferragut
Pünktlich zum erhöhten Passagieraufkommen am Flughafen von Mallorca im Zuge der Hochsaison haben am Samstag (14.7.) Aktivisten gegen die Folgen des Massentourismus protestiert. Unter dem Motto "Der Tourismus tötet Mallorca" fand sich eine Handvoll Anhänger der Gruppierungen Arran und "Palma Ciutat per a qui l'habita" in der Ankunftshalle des Flughafens Sant Joan mit mehrsprachigen Transparenten ein, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet.
Bei Arran handelt es sich um eine katalanistische Splittergruppe, die es bereits im vergangenen Jahr mit Aktionen in die Medien schaffte. Gegen mehrere Mitglieder war Anzeige unter anderem wegen Störung der öffentlichen Ordnung gestellt worden. Auch am Samstag am Flughafen nahm die Polizei die Personalien von einigen Demonstranten auf.
"Ein Flugzeug pro Minute ist untragbar" hieß es unter anderem. Zudem kritisierten die Demonstrationsteilnehmer schlechte Arbeitsbedingungen im Tourismusgewerbe sowie den Mangel an erschwinglichen Unterkünften in Folge der Vermietung von Wohnungen an Touristen. "Wer Mallorca schätzt, zerstört es nicht", lautete ein weiteres Motto. Alleine am Samstag waren in Palma 900 Flüge mit rund 150.000 Passagieren programmiert.
Antoni Noguera, der Bürgermeister von Palma de Mallorca, bezeichnete den Protest als "sehr bedauerlich" und betonte, dass man auch bisherige Aktionen dieser Art verurteilt habe. Er reagierte damit auf einen Tweet von Marga Durán, Sprecherin der oppositionellen Volkspartei (PP) in Palmas Stadtrat, die von einem Schaden für alle Mallorquiner sprach und eine Reaktion der Linksregierung vermisste.
Im Zentrum von Palma de Mallorca tauchten unterdessen wie bereits im vergangenen Jahr Anti-Touristen-Graffiti auf. An Fassaden von Hotels im Zentrum waren Sprüche zu lesen wie: "Hotels raus aus dem Viertel".
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