Tui baut spanienweit 180 Stellen ab - auch Mallorca ist betroffen
Ein Konzernsprecher bestreitet Medienberichte, dass 20 Prozent der Beschäftigten in der Zentrale in Palma gehen müssen

Ein Tui-Mitarbeiter und eine Urlauberin am Flughafen von Palma de Mallorca im August, als die Bundesregierung gerade ihre Reisewarnung ausgesprochen hatte. / Foto: Cladera/Efe
Der mit Milliarden Euro öffentlicher Hilfen am Leben gehaltene Reiseveranstalter Tuibaut in Spanien zahlreiche Stellen ab. Wie aus einer Mitteilung der Tui an die MZ hervorgeht, werden landesweit rund 180 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Insgesamt sind laut Tui 1.300 Menschen beim Konzern in Spanien angestellt. "Die Tui hat sich bereits mit allen Beteiligten in Verbindung gesetzt", heißt es in der Mitteilung weiter.
Vom Stellenabbau betroffen wird auf Mallorcavor allem der Hauptsitz der Tui auf den Inseln im Parc Bit vor den Toren von Palma de Mallorca. Ein Unternehmenssprecher wollte auf MZ-Nachfrage keine weiteren Einzelheiten nennen. Er wies aber Medienberichte vom Montagmorgen (15.2.) zurück, nach denen auf Mallorca 20 Prozent der Belegschaft im Hauptsitz von einem Stellenabbau betroffen sein soll. "Ganz so viele werden es nicht", sagte der Sprecher.
Tui machte durch die brachliegende Reisebranche im Jahr 2020 einen Verlust von 3,1 Milliarden Euro. Der Umsatz war von 18,9 Milliarden Euro auf 7,9 Milliarden Euro eingebrochen. Der Konzern benötigte mittlerweile mehrere staatliche Hilfspakete von der deutschen Regierung, das letzte in Höhe von 1,25 Milliarden Euro wurde erst Anfang Januar von der EU-Kommission genehmigt.
Erst am 9. Februar hatte die Tui in einer Pressemitteilung davon gesprochen, dass der Veranstalter gut für die Saison 2021 gerüstet sei. So sei die Nachfrage der Kunden nach Urlaub hoch. Tui vermeldet derzeit rund 2,8 Millionen Buchungen für den Sommer, etwa 56 Prozent der zum Vorjahreszeitpunkt getätigten Reservierungen. Die Menschen buchten aufgrund der Pandemie kurzfristiger, die Preise für Urlaub im Sommer 2021 lägen um 20 Prozent höher als für den Sommer 2019.
Unterdessen hat die Coronakrise auch anderweitig auf Mallorca im Tourismus Opfer gefordert. Die Hotelkette Iberostar hat 167 Mitarbeiter des Tochterunternehmens World2Meet entlassen. Zunächst sollten sogar 299 Mitarbeiter ihren Job verlieren. In Verhandlungen mit Gewerkschaften konnte die Zahl der Stellenstreichungen verringert werden. /jk
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