"Prekäre Lage": Hausangestellte auf Mallorca schlagen Alarm
Bei einer Demo in Palma pochten die "unsichtbaren Arbeiterinnen" am Dienstag (25.3.) auf menschenwürdigere Arbeitsbedingungen und mehr Ankerkennung - und appellierten dabei auch an ihre Arbeitgeber

Hausangestellte demonstrierten am Dienstag (25.3.) in Palmas Zentrum / B. Ramon
Mehr Aufmerksamkeit, mehr Anerkennung und würdigere Arbeitsbedingungen - das haben am Dienstag (25.3.) Hausangestellte von Mallorca gefordert. Im Vorfeld des Internationalen Tags der Hausangestellten, der am 30. März gefeiert wird, fanden sich rund 60 Demonstranten in Palma ein, um bei einem Marsch durch Palmas Zentrum ihre Anliegen an die Öffentlichkeit zu tragen.
Prekäre Arbeitsbedingungen und fehlende Rechte
"Unsichtbare Arbeiterinnen" war auf einem Banner zu lesen, den die Hausangestellten vor sich her zum Rathausplatz trugen. Der Marsch war Teil einer Reihe von Aktionen, die die Caritas diese Woche auf nationaler Ebene organisiert hat, um bessere Arbeitsbedingungen, gesellschaftliche Anerkennung und Respekt für die geleistete Arbeit zu fordern.
Trotz der arbeitsrechtlichen Verbesserungen der letzten Jahre befänden sich viele Hausangestellte weiterhin in einer "prekären Lage“, so einige der Teilnehmerinnen. Tatsächlich sind laut Daten der spanischen Sozialversicherung 95 Prozent der Hausangestellten in Spanien Frauen, nur 45 Prozent von ihnen arbeiten legal. „Arbeitszeiten von mehr als 40 Stunden pro Woche, ständige Verfügbarkeit rund um die Uhr für interne Angestellte, die Missachtung des Rechts auf zwei Stunden tägliche Pause, die alleinige Pflege von Menschen mit hoher Pflegebedürftigkeit oder isolierte Tätigkeiten mit geringen Möglichkeiten, sich über ihre Rechte zu informieren - all das ist unser Arbeitsalltag“, so die Teilnehmerinnen.
Gleichzeitig stellten sie klar, wie bedeutsam ihre Arbeit sei. „Hauspersonal repräsentiert einen wichtigen Wirtschaftssektor, der zur effizienteren Funktionsweise des Arbeitsmarkts und zum Wirtschaftswachstum beiträgt, indem es sich um die Pflege und Instandhaltung von Haushalten kümmert und so den Arbeitgebenden ermöglicht, ihren beruflichen und persönlichen Verpflichtungen nachzukommen und Pausenzeiten einzuhalten.“
Forderungen an Verwaltung und Arbeitgeber
Das Manifest, das von mehreren Hausangestellten verlesen wurde, richtete sich mit konkreten Forderungen an Politik und Arbeitgeber:
- Arbeitszeitbegrenzung und bessere Ruhezeiten: Einführung klarer gesetzlicher Regelungen zur Begrenzung der Arbeitsstunden und Ausweitung der Ruhezeiten.
- Höhere Löhne: Eine Anpassung der Gehälter über das derzeitige Niveau hinaus.
- Klare Einstufung von Tätigkeiten: Unterscheidung zwischen hauswirtschaftlichen Aufgaben und pflegerischen Tätigkeiten.
- Strengere Kontrollen: Mehr Überprüfung durch Behörden, um illegale Beschäftigung und Missstände zu bekämpfen.
- Soziale Absicherung: Verpflichtung zur Anmeldung bei der Sozialversicherung und Einhaltung der vereinbarten Arbeitsbedingungen.
Schließlich forderten die Demonstrierenden auch die Arbeitgeber auf, faire und menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Dazu gehören schriftliche Arbeitsverträge, geregelte Bezahlung und das Recht auf Urlaub und bezahlte Freistellungen.
Mit diesem Protest machten die Hausangestellten deutlich, dass ihre Arbeit nicht länger unsichtbar bleiben darf.
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