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Neue Studie: So viel muss man auf Mallorca verdienen, um ein würdiges Leben führen zu können

Eine neue Studie zeigt: Wer auf Mallorca oder Ibiza wohnt, braucht mehr Geld zum Leben, als der Durchschnitt verdient. Viele Menschen sind daher trotz Arbeit arm

Um auf Mallorca alle Kosten zu decken, muss man mindestens gut 30.000 Euro netto im Jahr verdienen

Um auf Mallorca alle Kosten zu decken, muss man mindestens gut 30.000 Euro netto im Jahr verdienen / Patrick Pleul / dpa

Sophie Mono

Sophie Mono

Um auf Mallorca alle grundlegenden Ausgaben und Bedürfnisse angemessen decken zu können, braucht eine erwerbstätige Person ein Jahres-Netto-Gehalt von mindestens 30.326 Euro. Das geht aus einer Studie hervor, die die Gewerkschaft Comissions Obreres (CCOO) jetzt veröffentlicht hat. Bei zwölf Monatsgehältern ergibt das einen Lohn von 2.527 Euro. Bei einem Vergütungsmodell mit 14 Monatsgehältern, wie es in Spanien üblich ist, sollte ein Erwerbstätiger mindestens 2.166 Euro pro Monat verdienen.

Reallöhne sind viel niedriger

Zahlen, die weit von den tatsächlichen Gehältern der Durchschnittsbevölkerung entfernt sind. "Trotz der Lohnerhöhungen, die in den letzten Jahren durch Tarifverhandlungen und gewerkschaftlichen Kampf erreicht wurden, sind die Löhne auf den Balearen auch in diesem Jahr weiterhin völlig unzureichend angesichts der hohen Lebenshaltungskosten in unserer Gemeinschaft", heißt es denn auch in dem Vorwort der Studie. Tatsächlich lagen die Löhne auf den Balearen im Jahr 2023 mit einem Jahresgehalt von 23.126 Euro auch unter dem spanischen Durchschnitt (23.981 Euro) - und das, obwohl die Lebenskosten aufgrund der Insellage deutlich höher sind.

Nicht zu vergessen sei, dass von den knapp 600.000 lohnabhängig Beschäftigten auf den Balearen im Jahr 2023 rund 35 Prozent Jahreslöhne unter 15.120 Euro bezögen, so die Anmerkungen der Gewerkschaft weiter – im Wesentlichen, weil sie Saisonarbeiterinnen und Saisonarbeiter waren oder sind.

Auf Ibiza wären 3.500 Euro Monatsgehalt nötig

"Wir wollen mit der Studie aufzeigen, inwiefern die Insellage die Lebenshaltungskosten beeinflusst und auch, dass es zwischen den Inseln selbst ebenfalls große Unterschiede gibt", erläutert Maria Àngels Aguiló, Sekretärin der CCOO auf den Balearen, im Gespräch mit der MZ. Auffällig: Vor allem auf Ibiza und Formentera sind die Lebenshaltungskosten der Studie zufolge noch viel höher als auf Mallorca. Auf Ibiza müssten die Menschen mindestens 41.945 Euro netto im Jahr verdienen (also monatlich 3.495 Euro bei zwölf Zahlungen), auf Formentera 41.673 Euro.

Besonders die steigenden Mietkosten tragen dazu bei, dass die Lebenshaltungskosten der Balearen-Bewohner immer weiter hochgehen. Auf den Balearen stieg der Betrag, den ein Erwerbstätiger für Wohnen ausgab, von 14.732 Euro jährlich auf 16.705 Euro jährlich. Auf Ibiza werden sogar gut 10.000 Euro mehr für Miet- und Hypothekenzahlungen fällig als auf Mallorca. "Was mich besonders erschreckt, ist, dass die Menschen im Vergleich zum Vorjahr wohl weniger Geld für Bildung und Gesundheit ausgeben", so Aguiló. Dies zeige, dass viele bereits essenzielle Ausgaben unterbänden, weil ihnen das Geld dafür fehle. "Wohnen und Essen muss man aber weiterhin", so die Gewerkschafterin.

Arm trotz Arbeit

Besonders junge Arbeitnehmer und Rentner litten unter den hohen Lebenshaltungskosten. So liege die durchschnittliche Rente zwar bei 18.159 Euro (15.098 Euro im Fall der Frauen), zwei von fünf Rentnern bezögen aber lediglich Renten von weniger als 785 Euro monatlich - und lägen damit deutlich unter der Armutsgrenze.

"Die Mehrheit der Bevölkerung ist somit weit davon entfernt, eine Miete zum Marktpreis bezahlen zu können oder dass eine Bank ihnen eine Hypothek gewähren könnte. Das zeigt nicht nur die Prekarität der Löhne, sondern auch die gravierende Diskrepanz zwischen politischen Maßnahmen und der sozialen Realität der Arbeitnehmer", liest man in dem CCOO-Bericht. Letztlich führe dies dazu, dass zahlreiche Arbeitnehmer unter Armutsbedingungen leben. "Viele Menschen verfügen nicht über die notwendigen Ressourcen, um ein würdiges Leben zu führen", schlussfolgert Aguiló.

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