Sicherheit der Mallorca-Urlauber in Gefahr: So kämpft die Insel gegen Schwarzarbeit bei Rettungsschwimmern
Auf den Balearen geht eine neue Kontrollkommission gegen illegale Rettungsschwimmer-Firmen vor – und warnt vor gefährlichen Folgen für Urlauber

Archivbild einer Rettungsschwimmer-Übung an der Playa de Palma auf Mallorca / Redaktion DM
Der Branche der Rettungsschwimmer auf den Balearen hat die Einrichtung einer speziellen Kommission beschlossen, um gegen sogenannte „Piratenfirmen“ vorzugehen und die illegale Beschäftigung zu bekämpfen. Nach Angaben von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften beeinträchtigt diese seit Jahren die Aufsicht und Sicherheit in Pools und an Stränden. Die Maßnahme folgt auf die Unterzeichnung des neuen Tarifvertrags für Rettungsschwimmer, der im vergangenen Dezember abgeschlossen wurde und von zahlreichen Verbänden und Gewerkschaften unterzeichnet wurde.
Ziel der neuen Kontrollkommission ist es, Betreiber zu identifizieren und anzuzeigen, die außerhalb des vorgeschriebenen arbeits- und berufsrechtlichen Rahmens tätig sind und durch unlautere Praktiken Angebote zu ungewöhnlich niedrigen Preisen vorlegen. Diese Vorgehensweisen würden laut Branchenvertretern nicht nur unlauteren Wettbewerb erzeugen, sondern auch die Sicherheit der Nutzer gefährden.
Die Verbände warnen, dass über Jahre hinweg Beschäftigungen außerhalb des autonomen Tarifvertrags festgestellt wurden, ebenso wie nicht angemeldete Arbeit, Personal ohne die erforderliche Qualifikation und sogar Arbeitnehmer ohne regulären Aufenthaltsstatus. Die balearische Landesregierung sei über diese Problematik informiert.
Dienstleistungen zu Dumpingpreise
Die illegalen Firmen bieten laut Branchenvertretern ihre Dienstleistungen zu Dumpingpreisen an. Teilweise würden sie drei Euro weniger pro Stunde verlangen als lizenzierte Unternehmen. Dies sei nicht in einer höheren Effizienz begründet, sondern durch das Umgehen von arbeitsrechtlichen Vorgaben. Besonders präsent seien diese Firmen in Hotelpools. Hier würde bei der Anstellung von Rettungsschwimmern der niedrigste Preis priorisiert, ohne die Einhaltung arbeits- und berufsrechtlicher Garantien zu überprüfen. Dies habe in den vergangenen Jahren immer wieder zu Unfällen und gar zu Todesfällen geführt.
Die Kommission kündigt eine Politik der „Nulltoleranz“ gegenüber Arbeitsbetrug an und wird verschiedene Mechanismen zur Aufdeckung einführen: In der Zukunft soll eine eine anonyme Meldestelle per E-Mail enstehen, die sich insbesondere an Beschäftigte richtet, aber auch für jede Person offensteht, die direkte Kenntnis von Unregelmäßigkeiten hat.
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