Coworking für gehobene Ansprüche: Der Aethos Club in Palma bietet mehr als nur einen Platz zum Arbeiten
Die Aethos-Kette übernimmt an der Plaça Santa Eulàlia in Palma das vornehme Làlia

Die gebürtige Mexikanerin Sofía Arnau arbeitet seit Februar als Direktorin des Aethos Club in Palma. / Nele Bendgens
Wirft man von außen einen Blick auf die Fassade, könnte man meinen, es handele sich um ein weiteres herrschaftliches Bürgerhaus in Palmas Altstadt. Schlicht, gepflegt, spärlich beleuchteter Eingang und eine große Holztür. Allein ein kleines goldenes Schild mit der Aufschrift „aethos“ verrät, um was es sich wirklich handelt. „Privatsphäre wird hier sehr groß geschrieben“, sagt Sofía Arnau, Direktorin des Aethos Clubs in Palma.
Es ist bereits der zweite Anlauf, dieses Gebäude in einen Rückzugsort für die globalisierte Elite zu verwandeln. 2023 hatte hier, mit ganz ähnlichem Konzept, der „Social Club Làlia“ eröffnet. Dahinter standen schwedische Investoren. Nun übernimmt die Hotel- und Clubkette Aethos, die 2025 bereits in Peguera, in dem ehemaligen Mar i Pins, ein schickes Hotel eröffnet hatte. Dahinter steckt eine in der Schweiz beheimatete Investmentgesellschaft. „Einige Mitglieder des Làlia sind zu uns gewechselt, wir haben ihnen natürlich ein Angebot unterbreitet“, sagt Sofía Arnau.

Der Eingangsbereich des Clubs / Nele Bendgens
Kein gewöhliches Coworking-Space
Wer in dem Aethos-Hotel in Peguera übernachtet, hat jetzt auch Zutritt zu dem Club mit dem schönen Blick auf die Plaça de Santa Eulàlia. „Man ist dann automatisch Mitglied auf Zeit“, sagt die gebürtige Mexikanerin Arnau. Darüber hinaus wendet sich der Club aber an Menschen, die vorübergehend oder ständig auf Mallorca leben. Auf vier Etagen kann gearbeitet, Sport getrieben, sich ausgetauscht oder an Workshops teilgenommen werden. „Wir sind mehr als ein gewöhnliches Coworking-Space. Aethos möchte die Leute zusammenbringen und eine Gemeinschaft bilden“, sagt Arnau.
Mit Fitnessstudio und Restaurant
Wie schon beim Vorgänger-Club legt die Einrichtung Wert auf Modernität und will trotzdem mediterranen Charakter widerspiegeln. Sorgfältig ausgewählte Möbel und warme, gedeckte Farben finden sich über alle vier Etagen wieder. „Fast jeder Raum hat ein unterschiedliches Farbkonzept. Einzelstücke im Design sollen das Ganze abrunden. Dabei haben wir verschiedene Stile kombiniert. Wir wollen, dass sich unsere Mitglieder wie zu Hause fühlen und auch in Ruhe arbeiten können“, erklärt Arnau. Neben den fünf „Community-Spaces“, in denen gearbeitet werden kann, sowie dem Fitnessstudio gibt es auch ein Restaurant und Räume, die für private Zwecke wie zum Beispiel Feiern genutzt werden können. „Das Restaurant ist dabei exklusiv für Mitglieder. Aber sie können beispielsweise Freunde einladen“, sagt Arnau.

Für das hauseigene Fitnessstudio gibt es einen personal Trainer. / Nele Bendgens
Community aus der ganzen Welt
Die meisten Mitglieder seien selbstständige Unternehmer, aber auch Musikproduzenten, Künstler und weitere kreative Berufstätige seien darunter. Vereinzelt sitzen sie beim MZ-Besuch konzentriert vor ihrem Laptop oder tauschen sich in den Gemeinschaftsräumen miteinander aus. Zu hören ist an diesem Tag neben Spanisch, Französisch und Schwedisch auch Englisch. „Unsere Community besteht aus Leuten aus der ganzen Welt. Hier in Palma sind viele Mitglieder Spanier, aber auch Deutsche, Franzosen oder Venezolaner kommen regelmäßig her“, so Arnau. Der Großteil von ihnen sei zwischen 35 und 45 Jahren alt.

Hier lässt es sich ungestört arbeiten. / Nele Bendgens
Jahresbeitrag: 2.500 Euro
Die Vollmitgliedschaft kostet 2.500 Euro im Jahr und berechtigt auch zum Zutritt anderer Aethos-Clubs, etwa in Lissabon, London oder Mailand. Günstiger, aber immer noch stattlich ist der Standardtarif: Für 1.800 Euro im Jahr gibt es unlimitierten Eintritt in einem der Clubs, in diesem Fall also dem in Palma. Zudem gibt es noch eine Basis-Mitgliedschaft für 650 Euro im Jahr, die zum Beitritt zur „Community“ und sechs Eintritten in einem Aethos-Club freier Wahl berechtigt. „Das ist aber eher etwas für digitale Nomaden in London oder Lissabon, von denen habe ich hier nicht so viele“, sagt Sofía Arnau.

Lauschig: der kleine Patio des Gebäudes. / Nele Bendgens
Die derzeit genau 100 Mitglieder in Palma sind auch in den Coworking-Räumen und Fitness-Einrichtungen in Peguera willkommen, wo es formal einen eigenen Club mit derzeit 42 Leuten gibt. „Das ist alles ein sehr amerikanisches Club-Konzept“, sagt Arnau. „Wir wollen aber auf jeden Fall noch weiter wachsen und besonders auch die Mallorquiner hier auf der Insel ansprechen.“ Dafür organisiere Aethos regelmäßig Tage der offenen Tür. „Wir sind für jeden offen, der Teil dieser Community werden will“, betont die Clubleiterin.
Infos: aethos.com/clubs/palma-club
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