Wenn der Urlaub am Gate eskaliert: Mitarbeiter am Flughafen Mallorca sind täglich Angriffen ausgesetzt
Am Son Sant Joan klagt die Gewerkschaft UGT über tägliche Beschimpfungen und regelmäßige körperliche Angriffe auf Mitarbeiter — und fordert mehr Schutz für das Personal

Urlauber am Flughafen von Mallorca. / Clara Margais/dpa
Die spanische Gewerkschaft UGT warnt vor zunehmender Gewalt gegen Beschäftigte am Flughafen Mallorca. Besonders Mitarbeiter in den Terminals seien täglich verbalen Angriffen ausgesetzt; körperliche Übergriffe kämen nach Angaben der Gewerkschaft alle zwei bis drei Tage vor.
Um auf die Situation aufmerksam zu machen, verteilten UGT-Mitglieder am Freitagmorgen (8.5.) in der Abflughalle von Son Sant Joan Flugblätter an Reisende. Darin rufen sie zu mehr Respekt gegenüber dem Flughafenpersonal auf. Bereits im Februar hatte die Gewerkschaft eine ähnliche Aktion durchgeführt. Diese habe das Problem jedoch nicht eindämmen können, sagte José Negreira, Sekretär des Luftverkehrssektors der FeSMC-UGT.
Zentraler Auslöser: Handgepäck
Als einen zentralen Auslöser für Konflikte nennt die Gewerkschaft zusätzliche Gebühren für Handgepäck an den Boarding-Gates, wenn Gepäckstücke die erlaubten Maße oder das zulässige Gewicht überschreiten. Der Druck lande dabei häufig bei den Beschäftigten, die die Vorgaben der Unternehmen umsetzen müssten.
UGT kritisiert zudem, dass aggressive Passagiere in den meisten Fällen trotz Vorfällen am Gate weiterfliegen dürften. Dadurch verlagere sich das Problem nach Angaben der Gewerkschaft oft vom Bodenpersonal auf die Besatzung im Flugzeug. Früher habe es mehr Möglichkeiten gegeben, aggressive Fluggäste vom Flug auszuschließen; nach der Pandemie sei diese Praxis durch Entscheidungen der Unternehmen eingeschränkt worden, so Negreira.
Mitarbeiter verlor mehrere Zähne
Die Folgen für die Beschäftigten können erheblich sein. UGT verweist auf den Fall eines Mitarbeiters, der nach einem Angriff durch einen Urlauber mehrere Zähne verlor. Er sei krankgeschrieben gewesen, habe die zahnärztliche Behandlung selbst bezahlen müssen, der Fall liege nun bei der Justiz.
Die Gewerkschaft fordert mehr Unterstützung vom Flughafenbetreiber Aena. Die bislang vorhandenen Mittel hält UGT für unzureichend. Diskutiert werden unter anderem eine stärkere Präsenz der Guardia Civil in den Terminals sowie eine Sensibilisierungskampagne mit klaren Hinweisen gegen verbale und körperliche Angriffe auf Flughafenpersonal.
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