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Trockensteinmauern auf Mallorca: Balearen schaffen neue Handwerks-Ausbildung

Ab September bietet das balearische Bildungsministerium eine offizielle Ausbildung zum Steinmauerbauer an. Die Azubis werden am IES Politècnic eingeschrieben, die Praxis findet auf dem Raixa-Anwesen statt

Die Trockensteinmauern sind nicht nur schön anzusehen. Sie halten die Hänge in Form.  | FOTO: LUANA C.L.

Die Trockensteinmauern sind nicht nur schön anzusehen. Sie halten die Hänge in Form. | FOTO: LUANA C.L.

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Ralf Petzold

Ralf Petzold

Ab September wird das balearische Bildungsministerium eine offizielle Ausbildung zum Steinmauerbauer anbieten. Mit dem Abschluss erhalten die Azubis ein Zertifikat, das die Kenntnisse des Handwerks bescheinigt. Bildungsminister Antoni Vera und Maria Isabel Salas, die als Generaldirektorin für die Ausbildungen zuständig ist, haben am Mittwoch (6.5.) das neue Programm vorgestellt.

„Es werden kleinere Kurse mit 15 bis 18 Azubis sein“, sagte Salas. Offiziell sind die Lehrlinge beim IES Politècnic in Palma eingeschrieben. Die praktische Ausbildung erfolgt jedoch auf dem Raixa-Anwesen. Weitere Details zum Ablauf und zur Dauer der Ausbildung sind noch nicht bekannt. Zudem sind auch noch nicht alle Verträge zur Nutzung von Raixa unterschrieben. Die certificados profesionales, unter denen die Ausbildung gelistet ist, gehören zu den Formaciones Profesionales (FP) und dauern im Gegensatz zu diesen keine Jahre, sondern nur Monate. Daher könnte im kommenden Jahr schon mit neuen margers zu rechnen sein.

Inselrat bietet Crashkurs an

Neben der Lehre bei den Meistern waren bislang nur Crashkurse möglich, wie sie der Inselrat anbietet. Der viertägige Kurs läuft am 8., 9., 16. und 23. Mai und ist kostenlos. Er ist in einen Theorie- und einen Praxisteil gegliedert. Auch hier erfolgt die praktische Ausbildung auf Raixa. Nach den 17 Stunden Unterricht erhalten die zwölf Teilnehmer eine Teilnahmebescheinigung. Die Anmeldung war für Personen ab 16 Jahren geöffnet und ist mittlerweile schon geschlossen. Durch den Kurs könne „der Bevölkerung eine jahrtausendealte Bautechnik nähergebracht und der neuen Generationen das traditionelle Handwerk beigebracht werden“, sagte der Umweltdezernent Pedro Bestard.

Die Trockensteinmauern zählen seit November 2018 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Dabei geht es aber nicht nur um die sogenannte pedra en sec auf Mallorca. Denn die Mauern gibt es in weiteren Teilen des Mittelmeerraums und in den Alpenregionen. Den Antrag bei der UNESCO stellten anfangs Griechenland und Zypern. Spanien, Frankreich, Kroatien, Slowenien, Schweiz und Italien schlossen sich an.

Handwerk mit Kulturerbe-Status

„Aufgrund der lokalen Herkunft des Gesteines und der regionalen Wertschöpfung (Arbeit, Material) ist das Bauen von Trockensteinmauern eine besonders nachhaltige Bauweise“, heißt es auf der Website der UNESCO. „Zudem trägt es zur Artenvielfalt bei, da es ein vielfältig abwechslungsreiches Biotop auf engstem Raum ermöglicht und einen Lebensraum für bestimmte Tiergattungen schafft.“

Für den Menschen dienen die Mauern in erster Linie dazu, Abhänge zu sichern. In der Tramuntana werden sie genutzt, um aus steilem Gelände Fläche für die landwirtschaftliche Nutzung zu schaffen. „Die Mauern sind einer der Gründe, warum die Tramuntana selbst Kulturerbe wurde“, meinte die damalige Umweltdezernentin Sandra Espeja 2018.

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