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Supermärkte auf Mallorca schließen wegen Personalmangels teilweise ihre Theken

Hohe Mieten, volle Busse und Konkurrenz durch andere Branchen verschärfen die Lage

Vor allem Supermärkte haben mit dem Personalmangel auf Mallorca zu kämpfen

Vor allem Supermärkte haben mit dem Personalmangel auf Mallorca zu kämpfen / Redaktion DM

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Mallorcas Einzelhandel hat auch nach Saisonbeginn erhebliche Probleme, genügend Personal für die Tourismussaison zu finden. Nach Angaben von Joana Manresa, Vorsitzende des Einzelhandelsverbands Afedeco, führen Betriebe weiter Bewerbungsgespräche. Besonders betroffen sind Touristengemeinden wie Calvià, Alcúdia, Pollença und Sóller.

Die Engpässe treffen vor allem Supermärkte. In einzelnen Ketten mussten Abteilungen wie Fleischtheken, Wurst- und Käsetheken sowie Fischtheken zeitweise schließen. „Für ein Unternehmen ist es sehr hart, dem Kunden auch nur für einige Stunden keinen Service anbieten zu können”, sagte Manresa.

Die Vorsitzende des Einzelhandelsverbands Afedeco, Joana Manresa

Die Vorsitzende des Einzelhandelsverbands Afedeco, Joana Manresa / B. Ramon

Supermärkte suchen weiter Personal

Der Personalmangel betrifft laut Manresa den gesamten Einzelhandel. Supermärkte seien aber besonders betroffen, weil sie im Sommer nicht nur Filialpersonal wie Kassierer und Regalauffüller brauchen. Auch die Logistikzentren müssen mehr Beschäftigte einsetzen, um Waren zu verteilen. Eroski führe deshalb weiterhin Bewerbungsgespräche. Bewerber könnten ihre Lebensläufe in den Filialen und in der Zentrale im Gewerbegebiet Son Morro abgeben.

Manresa nennt mehrere Gründe für die Lage: hohe Mieten, Schwierigkeiten bei der Anwerbung von Arbeitskräften aus anderen Teilen Spaniens und Probleme im öffentlichen Nahverkehr. Viele Beschäftigte wohnten weit vom Arbeitsplatz entfernt. Busverbindungen würden erst kurz vor dem Sommer verstärkt und seien in der Saison oft überfüllt.

Eine Hilfe sind Studenten, die in den Semesterferien arbeiten. Doch auch andere Branchen werben um sie. „Wir alle reißen uns um sie”, sagte Manresa. Zudem verließen manche neue Beschäftigte ihren Arbeitsplatz schnell wieder, wenn sie bessere Angebote erhielten. In einigen Fällen seien sie am ersten Arbeitstag gar nicht erschienen.

Gastronomie und Nachtleben locken mit Trinkgeld

Der Einzelhandel konkurriert im Sommer auch mit Gastronomie und Nachtleben. Dort können Beschäftigte durch Trinkgeld deutlich mehr verdienen. Der Handel könne damit nur schwer mithalten, sagte Manresa - und das, obwohl er stabilere Arbeitszeiten und bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf biete.

Die Afedeco-Vorsitzende betonte, der Handel sei nicht der einzige Bereich mit Problemen bei der Personalsuche. Die niedrige Arbeitslosigkeit sei für Familien positiv. Für Unternehmen werde es dadurch aber schwieriger, freie Stellen zu besetzen. Auf der Nachbarinsel Ibiza sei die Lage noch angespannter als auf Mallorca.

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