07. Juni 2019
07.06.2019

Jetzt gibt es schon vier deutsche Callcenter auf Mallorca

Nur wenige Hundert Meter Luftlinie vom Callcenter von Avedo im Gewerbegebiet von Son Castelló hat nun ein weiteres deutsches Kundenberatungszentrum eröffnet. Aufgebaut hat es ein früherer Chef von Avedo

07.06.2019 | 01:00
Baut das deutsche Callcenter von Gevekom auf: Claus Peter Sonderkamp.

Er passt in diese Welt. Claus Peter Sonderkamp redet gern und viel – und er weiß sich und sein Geschäft ins rechte Licht zu rücken. Der 53-jährige Leiter des neuen deutschen Callcenters der in Dresden ansässigen Direktmarketing-Firma Gevekom im Gewerbegebiet Son Castelló ist ein Kommunikationsprofi, und man kann ihn sich gut am Headset vorstellen, wenn er Menschen überzeugen will. Er habe das selbst jahrelang gemacht, sagt er.

Momentan ist er dabei, deutschsprachige Residenten in Palma von den Vorzügen des neuen Callcenters zu überzeugen. Gevekom will auf der Insel zunächst einmal 200 Mitarbeiter anwerben, die unter anderem für Auftraggeber wie Thalia telefonieren sollen. Weitere große Kunden sollen zunächst noch nicht genannt werden. Wenn auch laut seinen eigenen Worten „nicht aktiv", buhlt Sonderkamp dabei auch um ehemalige Kollegen: Der Rheinländer war zwischen 2017 bis Ende 2018 Standortleiter bei Avedo, dem größten deutschsprachigen Callcenter der Insel. Er freue sich auf „viele neue und vielleicht auch altbekannte Gesichter", so Sonderkamp in einem Werbetext.

Die siebte Gevekom-Filiale und erste außerhalb von Deutschland eröffnete am Montag (3.6.) im Carrer Gremi de Forners direkt über einem großen Autohaus. Die Telefonzentrale von Avedo (früher CCES24), das zur ­Ströer-Gruppe gehört, befindet sich nur ein paar Hundert Meter Luftlinie entfernt. Sonderkamp sagt, er habe das Unternehmen auf eigenen Wunsch nach Differenzen verlassen und sei zurück nach Deutschland gegangen. Dort habe er Kontakt zu Gevekom – eine Abkürzung für „Gemeinsam verkaufen und kommunizieren" – geknüpft. Mehrere frühere Mitarbeiter von Avedo sind mit ihm bereits gewechselt. „Wir haben in den ersten zwei Wochen 260 Bewerbungen bekommen, davon sind vielleicht fünf Prozent von Leuten, die bei Avedo arbeiten", so der Standortleiter.

Sonderkamp trommelt für die guten Arbeitsbedingungen und eine kollegiale Arbeitsatmosphäre und verweist unter anderem auf gute Mitarbeiter-Bewertungen von Gevekom im Internet. An den Wänden prangen Sprüche wie „Schön, dass du da bist". Arbeiten bei ­Gevekom heißt eine 39-Stunden-Woche, üb­licherweise von Montag bis Freitag im Zeitfenster zwischen 8 und 19 Uhr. Samstags gibt es ebenfalls eine Schicht von 8 bis 16 Uhr, sonntags und an Feiertagen will Sonderkamp nicht öffnen.

Gearbeitet werden acht Stunden am Tag bei insgesamt einer Stunde Pause. „Jede Stunde gibt es fünf Minuten Bildschirmpause", verspricht Sonderkamp. Er spricht offen aus, dass sich auch bei Gevekom die Gehälter auf Niedriglohnniveau bewegen. So verdient ein Neueinsteiger bei ihm 1.271 Euro brutto, nach einem Jahr gibt es 1.324 Euro – zumindest gilt das für die Mitarbeiter, die nur eingehende Anrufe beantworten. Wer im Verkauf tätig ist, bekommt 1.394 Euro. Dazu gebe es eine Mitgliedschaft in einem Fitnesscenter und eine private Krankenversicherung.

Gevekom arbeite nicht mit Provisionen. „Bei uns soll ausdrücklich niemand gezwungen werden, etwas zu verkaufen. Der Kunde bekommt lediglich Empfehlungen am Telefon", sagt Sonderkamp. Ihm schwebt bereits eine Ausweitung auf internationalere Kundschaft vor. Das erste Projekt mit vier französisch­sprachigen Mitarbeitern ist bereits an Land ­gezogen, weitere sollen etwa auf Holländisch, Englisch oder Italienisch folgen.

Der Standortleiter von Avedo lässt MZ-Anfragen nach einer Stellungnahme abwimmeln, und auch die Firmenzentrale der Ströer-Gruppe in Deutschland will sich zu der verstärkten Konkurrenzsituation auf Mallorca nicht äußern. Im Januar 2019 hatte Avedo laut eigenen Angaben rund 300 Callcenter-Mit­arbeiter, weitere 100 sollten dieses Jahr ein­gestellt werden.

Fest steht: Der Wettstreit um die Mitarbeiter wird schärfer. Zumal es auf der mehrsprachigen Insel noch weitere große Callcenter gibt. Auch die Reisegiganten Tui und Thomas Cook haben in Palma ihre eigenen sogenannten Contact Center aufgebaut. Bei der Tui arbeiten rund 150 Menschen, bei Thomas Cook sind es ähnlich viele. Auch hier möchte man sich nicht zu Gevekom äußern. So groß sei der eigene Personalbedarf in der Telefonberatung nun auch wieder nicht, so eine Sprecherin von Thomas Cook in Deutschland.

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